01.01.2021 | Rezeptbewertung

Michas OG Märzen Rezept Titelbild

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Michas OG Märzen ist eines der beliebtesten Rezepte in der deutschen Hobbybrauer Szene. Dieses OG Märzen Rezept wurde von tauroplu bereits 2011 veröffentlicht und seither von vielen Heimbrauern nachgebraut.

Das OG im Namen steht für obergärig und beschreibt die Besonderheit dieses Rezepts. Denn normalerweise wird ein Märzen mit einer untergärigen Hefe vergoren. Früher gab es immer Märzen auf dem Oktoberfest und wurde bereits im März gebraut, daher der Name.

Dieses OG Märzen Rezept ist also keine stilechte Beschreibung eines Märzens, sondern die von Hobbybrauern abgewandelte Version, die somit auch Einsteigern das Brauen eines Märzen ähnliches Bier ermöglicht.

Tauroplu ist übrigens ein sehr erfahrener Hobbybrauer, der schon viele andere Rezepte gebraut und veröffentlicht hat. Hier ist eine Liste mit seinen Rezepten, die ich schon mal nachgebraut und bewertet habe. Alles superlecker!

Das OG Märzen Rezept

Das Bierchen hat eine Zielstammwürze von 14 °P und kommt mit einer Bittere von 30 IBU daher. Die angegebenen 16 EBC sind schon recht hell, vergleicht man es mit dem Märzen von Hanghofer, welches übrigens auch richtig lecker war.

Am Ende sollte das Bier in etwa 5,5 vol% Alkohol haben.

Süffiges und ausgewogenes Festbier

Neben der Rezeptur gibt es wenig zusätzliche Informationen von tauroplu in der Beschreibung.

Schüttung und Maischen

Malz Schüttung Michas OG MärzenDer überwiegende Teil der Schüttung besteht aus Wiener Malz, dicht gefolgt vom Münchner Malz. Außerdem sind 20% Pilsner Malz im Bier. Alles Malze die man gut lagern kann!

Am Ende gibt’s noch eine Schüttung von 6% hellem Karamellmalz, die das Bier etwas vollmundiger macht und den Schaum verbessert.

Die Schüttung hat also keine großen Besonderheiten und auch die Maischearbeit ist relativ simpel. Nach dem Einmaischen solltest du bei 57°C landen. Diese Rast ist auch als Eiweißrast bekannt und sorgt für besseren Hefenährstoff.

Aber Achtung: Eine zu lange Eiweißrast kann sich kontraproduktiv auf den Schaum auswirken. Daher bleibe maximal bei den angegebenen 10 Minuten. Streng genommen kannst du die Eiweißrast aus aussetzen.

Bei UG wäre das vielleicht anders, aber bei dieser OG Variante brauchen wir der Hefe nicht unbedingt zusätzlichen Nährstoff bereiten.

Nach der Eiweißrast folgt eine lange Maltoserast, bei der die vergärbaren Zucker entstehen. Am Ende gibt’s dann eine Verzuckerungsrast bei 73°C um die restliche Stärke in Zucker umzuwandeln. Das macht ihr dann solange, bis ihr durch den Jod-Test keine Stärke mehr in der Würze nachweisen könnt.

Hopfen und Kochen

Das Hopfenaroma kommt in diesem OG Märzen Rezept von der Hallertauer Perle, sowie vom Spalter Select. Perle geht direkt beim Läutern als Vorderwürze in die Pfanne und der Spalter kommt erst zum Ende des Kochens dazu.

Außerdem wird mit Magnum gebittert. Wer sich die anderen Rezepte von Tauroplu anschaut wird merken, dass er den Magnum sehr gerne verwendet.

Die Kochzeit beträgt klassische 90 Minuten, könnte aber bei Bedarf gekürzt werden.

Hopfen Gabe Michas OG Märzen

Alternative Hopfen

Wer gerne Reste aufbrauchen will, aber noch ein ähnliches Ergebnis erzielen möchte, der kann zu folgenden Alternativen greifen:

Spalter Select

Kann durch Saazer, Tettnanger oder Spalter ersetzt werden

Magnum

Alle Hochalpha-Sorten. Natürlich alle Bitterhopfen, aber auch Dual Purpose geht klar

Perle

Northern Brewer oder Hallertauer Mittelfrüh

Hefe und Gärung

GäreimerIn diesem OG Märzen Rezept wird die Danstar Nottingham Ale Hefe verwendet. Sie ist ein Klassiker und kann auch schon mal auf Vorrat gekauft werden. Die Gärtemperatur sollte 20°C betragen.

Ein Vorteil einer OG Hefe gegenüber eine UG Hefe ist, dass du mit dem Bier schneller fertig wirst.

Einige Hobbybrauer haben dieses Rezept auch mal mit untergärigen Hefen vergärt. Hier sind die Erfahrungen eher gemischt. Bei einigen wars immer noch ein leckeres Bierchen, anderen hat die OG Variante deutlich abgerundeter geschmeckt.

Ich tippe hier eher auf Fehler bei der Gärführung und denke, dass auch eine UG Hefe ein leckeres Bierchen zaubert.

Alternativ kannst du auch die obergärige US-05 verwenden. Tauroplu sagt dazu, dass man die Hefe dann aber am unteren Ende der empfohlenen Temperaturgrenze arbeiten lassen soll.

Aber mache nicht den Fehler und befolge die Handlungsanweisung auf der Trockenhefe-Verpackung. Eine bessere Gärung bekommst du durch meine Anleitung zu Trockenhefe.

Achtung: Nachisomerisierung

Du musst bei diesem Rezept etwas aufpassen, da alle Angaben darauf beruhen, dass Tauroplu eine Nachisomerisierungszeit von 15 Minuten durchführt. Wartest du auch immer ca. 15 Minuten bis dein Sud auf <80°C abgekühlt ist, dann passen die Angaben im Rezept.

Ich wette, dass viele Hobbybrauer diese Angabe einfach ignorieren und das Rezept einfach nachbrauen ohne es zu verändern. Ist zwar nicht ganz korrekt, kann man aber machen.

Wenn du die 15 Minuten einfach ignorierst, dann ist dein Bier weniger bitter als es im Rezept angeben ist. Ich habe das mal ausgerechnet: Bei 23 Liter Ausschlagvolumen sind das gerade mal 3 IBU. Ermittelt durch den IBU Rechner auf MMuM.

Der Unterschied ist so klein, da nur die 10 Minuten Spalter Select Gabe am Ende hier wirklich noch Alphasäure löst.

Aber achte da mal drauf. In anderen Rezepten, gerade bei IPAs, wo am Ende sehr viel Hopfen hinzukommt, kann das schon eine größere Auswirkung haben.

Entweder du wartest einfach 15 Minuten nach dem Kochen, bevor du kühlst, oder du rechnest die Hopfengaben um, sodass du mehr Bittere während des Kochens erzeugst. Dabei helfen dir Tools, wie z.B. der Kleine Brauhelfer.


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Mein Michas OG Märzen Rezept

 

Michas OG Märzen Rezept Ergebnis

Michas OG Märzen Rezept von Oben

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Reife- und Lagerzeit: Das Bier muss unbedingt etwas lagern. Frisch hat es mir noch viel zu unrund geschmeckt. Nach 4-8 Wochen war es perfekt. (Hier die Liste der Lager- und Reifezeiten)

Aussehen: Die Farbe ist Bernsteinartig, eher heller. Es hat sich sehr gut geklärt, besonders nach der langen Lagerzeit. Die Fotos stammen von einer Verkostung um die 2-4 Wochen nach Lagerbeginn. Der Schaum ist mittelmäßig stabil und gut haftend.

Aroma: Zunächst kommt auf jeden Fall ein malziges Aroma daher. Dieses ist gepaart mit einem deutlich würzigeren Hopfenaroma. Mit großer Anstrengung könnte man dem Aroma auch etwas Fruchtigkeit nachsagen, aber wirklich eher ganz dezent.

Geschmack: Mein Michas OG Märzen ist gut rezent und bereits im Antrunk leicht bitter. Das Bier ist leicht süßlich, wobei es aber nicht vollmundig ist. Ich würde das Bier eher als trocken beschreiben. Die Bittere drängt sich aufgrund der Trockenheit in den Vordergrund und ist lange vorhanden.

Fazit

Das Michas OG Märzen Rezept ist im Allgemeinen ein leckeres Bier. Dank der einfachen Zutatenliste und der obergärigen Hefe, eignet es sich gut für Einsteiger, die sich noch nicht an die untergärigen Biere heranwagen.

Der Brauprozess ist Standard und nicht besonders kompliziert.

In der Nachbarschaft ist das Bier gut angekommen und schmeckt auch noch nach 12 Wochen Lagerung stabil.

Mir persönlich könnte das Bier etwas vollmundiger sein, da aktuell die Bittere sehr hervorsticht. Nicht viel, aber etwas. Vielleicht würde ich die Maltoserast einfach auf 30 Minuten verkürzen und schauen, wie sich das auswirkt.

Weitere Lesetipps:

Wenn du gerade überlegst, ob du nicht auf Kegs umsteigen willst, dann ist meine Beitragsreihe Umstieg auf Kegs vielleicht etwas für dich.

In dem Beitrag über die Top 6 Anfängerfehler bei Hobbybrauern gehe ich auf die häufigsten Fehler ein und zeige, wie du sie verhindern kannst.

Ansonsten stöbere einfach mal durch meinen Blog, oder abonniere meinen Newsletter. Ich poste regelmäßig neue Inhalte über’s Heimbrauen und bewerte öffentliche Rezepte.

Danke für’s Lesen und bis zum nächsten Mal!

Michas OG Märzen von Oben mit Deko

Michas OG Märzen Rezept vorne


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Kommentare

Hallo Tobi.
Ich bin noch neu in der Hobbybrauerszene, konnte aber von Deinem Blog schon Einiges lernen. Danke für die anfängertaugliche Aufbereitung.
Ich wollte gerade deine Rezepte sichten und wundere mich, dass ich diese nicht mehr sehen kann. Ich habe irgendwie in Erinnerung, dass Du immer eine Rezeptzusammenfassung mit allen Mengen bei den Blogeinträgen hattest. Oder habe ich das geträumt?

Viele Grüße
Christoph

Hi Christoph,

Danke für dein Feedback!

Die detaillierten Rezepte findest du nur bei meinen eigenen Rezeptentwicklungen. In der sidebar findest du eine gleichnamige Kategorie. 🙂

Fremde Rezepte veröffentliche ich wegen des Urheberrechts nicht noch einmal, aber ein link zum Rezept wird es in den Fällen bei online Quellen immer geben.

Viele Grüße und gut Sud 🙂