TLDR: Gärbehälter für Bier
Für den Einstieg reicht ein einfacher Gäreimer aus Kunststoff mit Deckel, Gärröhrchen und Hahn. Plane dabei mindestens 10-20% Steigraum ein, für ca. 20 Liter Bier nimmst du am besten einen Gäreimer mit 30 Liter. Glas passt vor allem für Sauerbiere mit langer Lagerung und Edelstahl ist das Nonplusultra, aber teuer und auch nicht hygienischer als Kunststoff. Ich vergäre heute am 9er im Speidel Gärfass mit 12 Liter und große Sude im Brewtools F40.
In meinem Endvergärer Braukurs habe ich die Lektion zum Gärbehälter als die wichtigste im ganzen Ausrüstungsteil angekündigt. Okay, das war etwas übertrieben 🙂 Aber im Sudhaus machst du nur die Würze und dein Bier entsteht erst bei der Gärung. In diesem Beitrag zeige ich dir, welcher Gärbehälter zu dir passt, wie groß er sein muss und womit ich heute vergäre. Was du sonst noch zum Brauen brauchst, steht in meinem Ratgeber Bier brauen Ausrüstung.
Welcher Gärbehälter für den Einstieg?
Für den Einstieg nimmst du am besten einen einfachen Gäreimer aus Kunststoff mit 30 Liter. Der ist günstig und leicht und oft sogar schon im Set mit Gärröhrchen und Hahn dabei. Im Shop heißt so ein Eimer auch Gärfass oder Gärbottich.

Wichtig ist, dass der Gäreimer unten einen Hahn und im Deckel ein Loch für das Gärröhrchen hat. Mit dem Hahn füllst du später ab, ohne den Eimer zu kippen.
Ganz am Anfang tut es auch ein lebensmittelechter Hobbock mit 30 Liter, den du dir mit Bohrungen für Hahn und Gärröhrchen holst. Den Hahn und das Gärröhrchen bestellst du dann einfach mit.
- Lebensmittelecht
- Vergleichsweise günstig gegenüber anderen Gäreimern
- Kann auch zum Läutern verwendet werden
- Mit einer Höhe von ca. 38,8 cm ohne Gärspund passt er in viele Kühlschränke zwecks Gärführung
- Einfache Reinigung aufgrund der großen Öffnung
- Gärröhrchen und Auslauf fehlen und müssen separat bestellt werden
Preis inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten. | Preise zuletzt aktualisiert am 06.11.2026 12:12 Uhr | Die Tabelle enthält Provisionslinks
Der Hobbock kann am Brautag sogar als Läutereimer dienen. Diesen einfachen Eimer empfehle ich übrigens auch in meiner Bier brauen Anleitung.
Welche Größe braucht dein Gärbehälter?
Dein Gärbehälter muss größer sein als die Ausschlagmenge, also die Würze, die aus dem Sudhaus in den Gäreimer kommt. Ich rechne mit mindestens 10-20% Steigraum, damit die Kräusen Platz haben und nicht oben aus dem Gärröhrchen schießen.

TOBIS TIPP:
Wenn du 22 Liter Ausschlagmenge hast, kommst du am Ende so auf 20 Liter Bier. Dann müsstest du eigentlich einen Gäreimer mit 25-30 Liter Volumen haben. Kauf dir einfach einen 30 Liter Gäreimer und fertig.
Manchmal reicht selbst das nicht, wenn die Gärung richtig schnell startet. Dann kommt trotzdem etwas oben raus, was einfach zum Bierbrauen dazugehört. In der Wohnung stellst du den Gäreimer daher am besten in eine flache Wanne.
Für den 9er mit ca. 10 Liter Würze nehme ich den Gäreimer mit 12 Liter. Die gängigen Größen sehen wie folgt aus:
- 5 Liter: häufig in Bierbrausets dabei
- 10-12 Liter: für kleine Sude und Experimente, z.B. Speidel 12l (*)
- 15 Liter: eher selten, auf Amazon.de (*)
- 20-23 Liter: für einen Sud, der in ein NC Keg passt, z.B. FerMonster 23l (*)
- 30 Liter: die klassische Größe für 20 Liter Bier, z.B. FermZilla 30l (*)
- 50-60 Liter: für größere Mengen, z.B. FermZilla 60l (*)
Gärbehälter aus Kunststoff, Glas oder Edelstahl?
Für den Einstieg ist Kunststoff in meinen Augen die beste Wahl. Glas passt vor allem für Sauerbiere mit langer Lagerung und Edelstahl ist nach wie vor das Nonplusultra.
Gäreimer aus Kunststoff
Kunststoff ist günstig und leicht und du schmeckst ihn im Bier auch nicht heraus. Allerdings halten die Eimer nicht ewig.
Wenn du den Deckel umdrehst, dann findest du dort in der Regel eine kleine Datumsuhr. Daran siehst du, wie alt der Eimer ist. Irgendwann solltest du ihn dann austauschen, spätestens wenn er innen zerkratzt ist.
Der größte Nachteil ist, dass Kunststoff sehr kratzempfindlich ist. Einmal mit dem Edelstahlschwamm drüber und schon ist die Oberfläche zerkratzt. Heiße Würze verträgt übrigens nicht jeder Kunststoff. Beim FermZilla aus PET ist das z.B. ausdrücklich verboten.
Kunststoff ist aber nicht nur etwas für Einsteiger. Auch viele Hobbybrauer, die schon seit Jahren brauen, vergären noch in Kunststoff. Jan Brücklmeier, der das bekannte Buch Bier Brauen (*) geschrieben hat, hat z.B. sehr lange in Kunststoff vergoren, wenn nicht sogar heute noch.
Wer später mal unter Druck vergären will, der schaut sich den FermZilla All Rounder (*) an. Der ist druckbeständig, hat aber keinen Hahn. Einen FermZilla hatte ich auch schon und der hat super funktioniert.
Lieber mit Hahn und ohne Druck geht es mit dem Speidel 30 Liter Gäreimer (*). Den habe ich zwar inzwischen nicht mehr, aber er ist genauso gut wie der Speidel mit 12 Liter am 9er.
Gärbehälter aus Glas (Gärballon)
Glas kennt man vor allem vom Wein. Beim Bier nimmt man den Gärballon gerne für Sauerbiere, die lange lagern, da Glas so gut wie keinen Sauerstoff durchlässt. Außerdem kannst du die ganze Zeit reinschauen.
Ich habe selbst einen Gärballon mit 12 Liter für Experimente mit Sauerbier und Brett. Dieses Jahr habe ich darin ein Keptinis mit Brett vergoren.
Leider hat ein Gärballon oben in der Regel nur eine kleine Öffnung, was die Reinigung schwer macht. Leider kommt auch viel Licht an das Bier. Dadurch entsteht schnell der sog. Lichtgeschmack. Daher musst du den Gärballon dunkel stellen oder einfach abdecken.
Dazu ist Glas schwer und geht sehr schnell kaputt. Schöne Grüße an dieser Stelle an Jonas aus Münster, der Sauerbiere in Glas vergärt 🙂 Er hatte einen Gärballon über 1 Jahr stehen und darunter war wohl mal etwas übergelaufen.
Beim Hochheben hat der Ballon dann unten festgeklebt und das Glas ist gerissen. Das ganze Bier lag auf dem Boden, was eine riesen Sauerei war 🙁 Also da müsst ihr etwas vorsichtig sein.
Wer die Form vom Gärballon mag, aber keine Lust auf Glasbruch hat, der nimmt einfach einen Ballon aus PET. Den FerMonster aus Kunststoff nehme ich z.B. am 9er gerne, wenn ich Fotos machen will. Der geht nicht so schnell kaputt und ist viel leichter, muss aber genauso dunkel stehen.
Gärbehälter aus Edelstahl
Ein Tank aus Edelstahl hält quasi ewig, wenn du vernünftig damit umgehst. Außerdem vergärt auch die Industrie in Edelstahl und so ein Tank in der eigenen Brauerei ist natürlich cool 🙂

Leider ist Edelstahl sehr teuer, vor allem mit konischem Boden. Für große Sude nutze ich den Brewtools F40, also einen konischen Unitank mit 40 Liter Gärvolumen.
Der Tank allein liegt bei ca. 1.500€. Dazu kommen dann noch einmal 500-1.000€ für das Zubehör wie CIP und Kühlung. Ein professionelles Gerät kostet eben Geld.
Der F40 hat einen Doppelmantel, durch den du Kühlflüssigkeit leiten kannst. Damit brauchst du keinen Gärschrank, dafür aber ein Kühlaggregat. Was ich vom F40 halte, steht in meinem Brewtools F40 Test.
Wer nur einen Gärbehälter aus Edelstahl mit 30 Liter sucht, der braucht keinen Unitank. Flache Edelstahlbehälter mit Deckel und Kugelhahn sind deutlich günstiger und ein paar davon findest du in der Tabelle.
Ist Edelstahl hygienischer als Kunststoff?
Edelstahl ist nicht automatisch hygienischer als Kunststoff, da Infektionen beim Bierbrauen unabhängig vom Material sind. Es kommt darauf an, wie du deinen Gärbehälter behandelst.
Viele behaupten trotzdem, dass sie mit Edelstahl endlich keine Infektionen mehr haben. Dem ist nicht so! Auch ein Edelstahltank verkratzt, wenn du ihn mit dem Scheuerschwamm richtig schrubbst.
Die feinsten Kratzer reichen schon aus, damit die Oberfläche rau wird und sich dort Mikroorganismen festsetzen. Bei manchen Edelstahltanks musst du sogar auf eine extra Beschichtung aufpassen.
TOBIS TIPP:
Es ist nicht nur der Mikroorganismus, der sich da einschleicht. Wenn du spezielle Hefen nutzt, z.B. Übervergärer, die sehr tief vergären, dann können die sich da auch anhaften. Reinigst du nicht vernünftig, dann hast du den nächsten Sud auch so tief vergoren.
Wichtig ist außerdem, dass du den Gäreimer während der Gärung nicht ständig öffnest. Jedes Mal kann da nämlich etwas reinfallen.
Außerdem schrotest du dein Malz am besten nicht direkt neben dem offenen Gäreimer. Malzstaub bringt jede Menge Mikroorganismen mit, die du in deinem Bier natürlich nicht haben willst.
Gärbehälter reinigen und desinfizieren
Einen Gäreimer oder Tank reinigst du erst gründlich und desinfizierst ihn dann vor der Nutzung. Ein dreckiges Gefäß zu desinfizieren bringt nämlich gar nichts.
Beim Gäreimer aus Kunststoff schrubbst du dabei möglichst wenig und lässt lieber ein gutes Reinigungsmittel länger einwirken. Die flachen Eimer kannst du danach einfach mit der Hand ausspülen und kopfüber trocknen lassen. Desinfiziert wird der Gäreimer bei mir am Vorabend des Brautags, z.B. mit San Nachspüler oder Oxi Reiniger.
Bei großen Tanks mit vielen Anschlüssen ist das schon mehr Arbeit, da du die Ventile zum Reinigen abbauen musst. Sonst sammelt sich dort halt der Dreck. Welche Mittel ich dafür nutze, zeige ich dir im Beitrag Reinigung und Desinfektion.
Flacher oder konischer Gärbehälter?
Für den Einstieg reicht ein flacher Gärbehälter völlig aus, da er günstiger und einfacher zu reinigen ist. Ein konischer Tank sammelt dagegen die Hefe unten im Konus, wo du sie gezielt ablassen kannst. Beides gibt es aus Kunststoff und aus Edelstahl.

Bei flachen Gäreimern hast du auch eine viel größere Auswahl, da es einfach mehr Anbieter gibt. Die Eimer sind in der Regel klein, wodurch du sie gut tragen und mal eben umdrehen kannst.
Konische Modelle sind größer und schwerer. Dafür kannst du die Hefe vom Bier trennen, was gerade bei langer Lagerung ein Qualitätsmerkmal sein kann. Beim F40 hat der Konus z.B. einen Winkel von 60°, wodurch sich die Hefe gut unten absetzt.
Ist die Hefe raus, dann kann das Bier sehr lange im Tank bleiben. Beim Drucktank kannst du es sogar direkt daraus zapfen.
Die Hefe aus dem Konus kannst du übrigens für den nächsten Sud nehmen. Wie das geht, zeige ich dir im Beitrag Hefe ernten.
Drucktank und Druckgärung
Für den Einstieg brauchst du keinen Drucktank. Die offene Gärung mit Gärröhrchen ist am günstigsten und auch in sehr vielen Brauereien heute noch Standard.
Bei der Druckgärung vergärt die Hefe unter Druck und bildet dabei weniger Ester und Fehlaromen. Dadurch kannst du z.B. ein untergäriges Bier wärmer und schneller vergären, ohne dass es seinen Lagercharakter verliert. Für ein Weizen, das von seinen Estern lebt, ist das natürlich nichts.
Außerdem bleibt das CO2 aus der Gärung im Bier, wodurch die Nachgärung in der Flasche wegfällt. Bis zum Zapfen passiert alles im Tank und damit sehr sauerstoffarm.
Leider wird dafür das Hopfenstopfen schwieriger. Den Deckel kannst du unter Druck nicht einfach aufmachen und wenn du den Druck ablässt, dann schäumt es dir über. Außerdem mag die Hefe solche Druckschwankungen gar nicht.
Daher brauchst du für den Hopfen eine Art Schleuse, die du vorher mit CO2 spülst. Beim F40 heißt das z.B. HopDrop. Im offenen Gäreimer gibst du den Hopfen dagegen einfach oben rein.
Offen vergären und unter Druck lagern
Viele Brauereien vergären offen und schlauchen das Jungbier kurz vor dem Ende der Gärung in einen Drucktank um. Dort sorgt die restliche Gärung dafür, dass das Bier seine Kohlensäure bekommt.

Das kannst du als Hobbybrauer genauso machen. Bei der sog. Schlauchreife füllst du das Jungbier in ein Keg oder einen Drucktank und setzt ein Spundventil drauf, das du je nach Temperatur z.B. auf 0,7-1,2 bar einstellst. Mehr dazu steht in meinem Beitrag zur Druckgärung und dem Spunden.
Haupt- und Nachgärung unter Druck
Willst du die ganze Gärung unter Druck machen, dann startest du trotzdem erst einmal offen. Nach 1-2 Tagen beruhigt sich die Gärung. Dann drehst du den Druck langsam hoch, erst auf 0,3 bar, dann auf 0,4-0,5 bar und zum Ende hin auf ca. 1 bar.
Wie weit du gehst, kommt natürlich auf die Gärtemperatur an. Den einen wissenschaftlich belegten Weg gibt es da glaube ich nicht. Das ist einfach Erfahrungssache.
Wichtig ist, dass du den Druck rausnimmst, bevor du die Hefe ablässt. Sonst schießt dir alles unten aus dem Hahn, was man genau einmal falsch macht 😉
Für die Druckgärung holst du dir am besten einen Unitank, also einen Tank zum Gären und zum Lagern. Den gibt es aus Edelstahl, aber auch viel günstiger aus Kunststoff von FermZilla.
(38 cm mittig)
(35,2 mittig)
(38 cm mittig)
(35,2 mittig)

Meine Gärbehälter heute
Ich habe in den Jahren so einiges ausprobiert. Heute sieht das bei mir je nach Sud so aus:
- Brewtools F40 für große Sude
- Speidel Gärfass mit 12 Liter für den 9er
- FerMonster am 9er, wenn ich Fotos machen will
- Gärballon mit 12 Liter für Sauerbier und Brett 🙂
Mehrere Jahre habe ich auch im NC Keg vergoren. Am Ende war mir die Reinigung aber zu aufwendig und ich bin zurück zum Kunststoffeimer von Speidel, mit dem ich wieder Bock aufs Brauen hatte. Warum genau, steht im Beitrag Bier im NC Keg vergären.
Im F40 vergäre ich ganz normal offen und setze irgendwann das Spundventil drauf, damit das Bier am Ende seine Kohlensäure bekommt. Leider war die Reinigung dort trotz CIP für mich aufwendiger als bei meinem alten FermZilla.
Gärröhrchen, Hahn und Abfüllen
Für die offene Gärung braucht dein Gäreimer einen dichten Deckel mit Gärröhrchen und am besten unten einen Hahn. Durch das Gärröhrchen kann das CO2 raus, aber keine Luft und keine Fruchtfliegen rein.
Gärröhrchen befüllen
Das Gärröhrchen nennt man übrigens auch Gärspund. Rein kommt etwas Wasser als Verschluss. Blubbert es trotz Gärung nicht, dann ist der Deckel oft einfach nicht ganz dicht und das CO2 geht woanders raus.
Abfüllen mit Hahn oder Bierheber
Am einfachsten füllst du über den Hahn direkt in die Flaschen oder ins Keg ab. Ohne Hahn am Gäreimer brauchst du zum Abfüllen einen Bierheber.

Wichtig ist, dass du den Gäreimer vor dem Abfüllen nicht mehr bewegst, damit der Bodensatz unten bleibt. Für die Flaschen empfehle ich dir außerdem ein Abfüllröhrchen. Das hat unten einen kleinen Stift und läuft erst, wenn du den Stift auf den Flaschenboden drückst, was die Abfüllung viel leichter macht als mit dem Schlauch.
Bier aus dem Drucktank füllst du dagegen mit einem Gegendruckabfüller ab, damit die Kohlensäure drin bleibt. Alles zur Abfüllung steht im Beitrag Bier abfüllen und karbonisieren.
Gärführung im Gärbehälter
Im Gäreimer ist es während der Hauptgärung wärmer als im Raum, da die Hefe selbst Wärme erzeugt. Daher brauchst du eine Gärführung, auch bei obergärigen Bieren.
Bei 20°C im Raum hat das Bier im Eimer dann schnell 24-25°C, was mehr Fruchtaromen (und teilweise unerwünschte Nebenaromen, wie Fuselalkohole) bringt. Am 9er gärt mein Bier daher in einem Gärschrank, also einem umgebauten kleinen Kühlschrank mit Temperatursteuerung.
Wichtig ist dafür, dass dein Gäreimer mit Gärröhrchen auch in den Kühlschrank passt. Miss daher vorher die Höhe. Wie du dir so einen Gärschrank selbst baust, zeige ich dir im Beitrag Gärschrank selbst bauen.
Fazit zum Gärbehälter
Für den Anfang reicht der einfache Kunststoffeimer völlig aus. Bei mir steht er nach NC Keg, FermZilla und F40 am 9er immer noch im Einsatz 🙂
Wer jeden Sonntag Infos für Hobbybrauer haben will, der abonniert einfach meinen Braukompass. Dazu gibt’s meine 5 Lieblingsrezepte als E-Book. Danke fürs Lesen und allzeit gut Sud,
Häufige Fragen
Wie voll darf ein Gärbehälter sein?
Ich plane mindestens 10-20% Steigraum über der Ausschlagmenge ein. Für ca. 20 Liter Bier nimmst du daher einen Gäreimer mit 30 Liter. Am 9er mit ca. 10 Liter Würze reicht mir ein Gäreimer mit 12 Liter.
Was ist der Unterschied zwischen Gäreimer, Gärfass und Gärbottich?
Im Hobby meinen alle drei Begriffe dasselbe, nämlich den Behälter, in dem aus der Würze Bier wird. Ich sage in der Regel Gäreimer. Bei der Form mit schmalem Hals, in der Regel aus Glas, spricht man vom Gärballon.
Kann ich heiße Würze in einen Gäreimer aus Kunststoff füllen?
Das kommt auf den Kunststoff an. Beim FermZilla aus PET ist heiße Würze z.B. ausdrücklich verboten, wogegen ein lebensmittelechter Hobbock sie aushält. Ich kühle die Würze trotzdem im Topf auf Anstelltemperatur ab und kippe sie erst dann über den Rand in den Gäreimer.
Wie lange hält ein Gäreimer aus Kunststoff?
Auf der Unterseite vom Deckel findest du in der Regel eine kleine Datumsuhr, an der du siehst, wie alt der Eimer ist. Spätestens wenn er innen zerkratzt ist, solltest du ihn austauschen, da sich in den Kratzern Keime festsetzen.
Brauche ich als Einsteiger einen Drucktank?
Für den Einstieg reicht die offene Gärung im Gäreimer mit Gärröhrchen völlig aus. Ich vergäre selbst im F40 auch erst einmal offen und setze das Spundventil erst später zum Karbonisieren drauf.
Kann ich im NC Keg vergären?
Das geht mit einem Floating Dip Tube und genug Steigraum, was ich selbst mehrere Jahre gemacht habe. Heute mache ich es nicht mehr, da mir die Reinigung zu aufwendig war und das Hopfenstopfen unter Druck nicht vernünftig funktioniert.
Verlinkte Produkte
Als Brauen.de, Amazon und Tradetracker Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen über die von mir mit (*) verlinkten Produkte.
Top 5 Rezepte & Braukompass
Kuratierte Tipps aus Blogs, Podcasts und YouTube





















Hallo Tobi,
danke für den coolen Artikel. Ich habe eine kleine Rückfrage zum Thema „Schlauchdecke“. Ich habe mich schonmal mit dem Thema befasst, aber da hier die Meinung auseinander gehen und einige der Meinung sind, dass es in der 20Liter Klasse vernachlässigbar ist und es einen kleinen Mehraufwand bedeutet, habe ich es wieder verworfen. Da du es in deinem Artikel hier erwähnt hast und auch aus Jan‘s Buch zitierst, habe ich mir dies nochmal bei Jan durchgelesen. Hier sagt er, wenn ich das mit meinen eigenen Worten zitiere… gewöhnlich möchte man die Hopfenharze nicht im Bier, da sie für eine kratzige Bittere sorgen können und nicht sonderlich förderlich beim Hefeernten ist, wenn die Harze sich mit der Hefe verkleben.
Jetzt meine Frage: Wie ist deine persönliche Einschätzung, evtl. Erfahrung, lohnt sich der Aufwand die Schlauchdecke zu entfernen oder bist du auch der Ansicht, dass das in der 20Liter Klasse vernachlässigbar ist?
Viele Grüße, Stefan
Hi Stefan,
Danke für dein Kommentar und das Feedback!
Aus meiner naiven Sicht würde ich auch behaupten, dass wir uns den Aufwand und das Risiko eine Infektion einzuholen beim Abschöpfen sparen können. Also einfach ausgären lassen und gut ist.
Wenn du ein und das selbe Rezept allerdings immer und immer wieder braust und jetzt diesen Punkt änderst, könntest du einen Unterschied merken da es vielleicht bitterer ist als sonst, aber in der Regel ist uns das ja egal.
Ich habe die Schlaucherdecke hier hauptsächlich aufgeführt um einen Anhaltspunkt für das Umschlauchen in den Drucktank zu geben. Bei der Gelegenheit kann man natürlich darauf achten die Schaumdecke nicht mit rüber zubekommen wenn man will.
Ich bin auch kein Experte, schon gar nicht im Bereich Sensorik, aber ich hab beides schon gemacht und nie einen Unterschied gemerkt. Ich braue aber auch immer andere Rezepte.
Lg Tobi
Hallo Tobi,
bei meiner Recherche zur Druckgärung bin ich auf deinen sehr aufschlussreichen Artikel gestossen. Ich finde es klasse, wie du komplexe Themen auch für unerfahren Hobby Brauer erklärst.
Aktuell befasse ich mich mit dem Thema Druckgärung aus mehreren Gründen, habe dazu aber noch ein paar Fragen.
Bei der Drückgärung findet bereits eine erste Karbonisierung statt. Diese erreicht jedoch noch nicht den Karbonisierungsgrad, wie ich ihn bei einer herkömmlichen Flaschengärung erreichte (so habe ich das bisher verstanden).
Wenn ich nun mein druckvergorenes Bier in Flaschen abfülle, wie weiss ich, wie viel Zucker/Speise ich noch zugeben muss, um am Ende den selben Karbonisierungsgrad zu erreichen wie ohne Druckvergärung?
Kannst du mir da weiterhelfen?
Lg Robert
Hi Robert,
danke für dein Feedback. Erstmal ist die Berechnung des CO2 Gehalts wie auch bei Flaschengärung: Druck und Temperatur aus der Spundungstabelle ablesen.
ABER: Wenn dein Bier schon Kohlensäure hat bzw unter Druck ist, dann kannst du es nicht mehr ganz normal abfüllen wie sonst. Es würde ohne Ende schäumen.
Daher greift man dann zu einem Gegendruckabfüller, bringt dann aber keinen weiteren Zucker in die Flaschen. Also entweder im Tank schon komplett aufkarbonisieren (du könntest theoretisch auch Zucker in den Drucktank geben, oder einfach mit ner CO2 Flasche Druck aufbauen), oder drucklos vergären und dann eine Flaschengärung zu machen.
Beides mischen würde ich nicht machen.
LG Tobi
Meiner Meinung nach ist der Fermzilla die beste Budgetlösung. Ich kann das Ding vor dem Abfüllen leerdrücken und auch das Hopfenstopfen funktioniert fast sauerstofflos, wenn man den Hefeauffangbehälter ebenfalls zu Beginn leerdrückt, die Hopfengabe durch die kleinen Öffnungen einfüllt und dann noch ein paar Minuten mit Co2 flutet. Dann das Ventilöffnen und mit Co2 (Carbonationcap vorausgesetzt) aufwirbelt. Dieses System ist meiner Meinung nach was sauerstoffarmes Arbeiten angeht allen anderen drucklosen Systemen überlegen.