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07.03.2021 | Tipps & Tricks

Malz richtig lagern

Eigentlich ist der Beitrag längst überfällig. Ein Hobbybrauer Blog, der sich Malzknecht nennt, hat noch keinen Beitrag übers Malz lagern gemacht hat. Man man man… 🙂

Naja, jetzt ist’s endlich soweit!

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du dein Malz richtig lagern kannst. Geht’s darum dein geschrotetes Malz zu lagern, oder dir dein eigenes Malzlager aufzubauen?

Kein Problem! Ich gehe auf alles ein und zeige dir den Weg zu deinem eigenen Malzlager!

Geschrotetes Malz richtig lagern

Erstmal geht’s darum, wie man geschrotetes Malz am besten lagern sollte. Malz ist im nicht geschroteten Zustand unglaublich lange haltbar, doch sobald man es aufbricht, schwindet diese Frische mit der Zeit.

Durch das Aufbrechen des Korns sind u.A. die Enzyme nun der Oxidation ausgesetzt. Dadurch kann sich die Ausbeute verringern. Ist dir eine maximale Ausbeute wichtig, dann verwende das geschrotete Malz innerhalb einiger Tage nach dem Schroten.

Geschrotetes Malz ist lange lagerbar

Geschrotetes Malz lagern

Aber eigentlich ist die Ausbeute nicht wirklich so wichtig im Hobbybrauer Maßstab, finde ich. Ob ich nun ein paar Prozent mehr oder weniger Ausbeute habe juckt mich nicht. Das sind Cent-Beträge.

Viele behaupten, dass man das geschrotete Malz möglichst frisch nutzen soll. Am besten genau passend bestellen, dass es am Brautag geliefert wird (überspitzt formuliert).

Wenn dir die Ausbeute aber nicht so wichtig ist, dann kannst du das geschrotete Malz ohne Probleme 1-3 Monate lagern. Es gibt auch Hobbybrauer, die nach 6-12 Monate noch gute Ergebnisse mit geschrotetem Malz gemacht haben.

Wichtig ist halt, dass es nach der Lagerzeit nicht gammelig ist, aber das ist denke ich klar 😉

Lagerbedingungen für geschrotetes Malz

Malz luftdicht verschließenOkay, wenn du das geschrotete Malz im offenen Eimer bei Oma auf dem Balkon in der Sonne lagern willst, dann nehme ich alles wieder zurück 🙂

Am besten lagerfähig ist geschrotetes Malz nämlich so:

  • Kühl
  • Dunkel
  • Luftdicht (!)

Besonders der Schutz vor ständiger Oxidation kann den Alterungsprozess im aufgebrochenen Malzkorn verringern.

Unterschiede der Malzsorten

Aber nicht jedes Malz ist gleichlang lagerbar. Die folgenden Erfahrungswerte kommen aus der Community:

  • Basismalze (geschrotet): 1-3 Monate
  • Karamellmalze (geschrotet): max. 6 Wochen
  • Farbmalze (Röstmalze, geschrotet): möglich frisch

Die Basismalze (Pilsner, Münchner, Wiener, Weizen, Pale Ale) sind in der Regel ein paar Monate haltbar.

Geschrotetes Pilsnermalz lagern

Natürlich wird ein Karamellmalz nicht schneller schimmelig als ein Pilsner-Malz, aber es verändert sich geschmacklich. Die gewünschten malzigen Aromen schwinden nach ein paar Wochen schon dahin.

Um das Aroma zu konservieren, könnte man Karamellmalze theoretisch auch einfrieren. Die Enzyme sind ja schon zerstört und es geht ja nur noch um das malzige Aroma, welches beibehalten werden soll. Quasi wie beim Hopfen.

Röstmalze bringen ja zum einen die Farbe und zum anderen auch röstige Aromen ins Bier. Ich würde Röstmalz nicht länger als ein paar Wochen geschrotet rumliegen lassen. Die Farbe bleibt natürlich gleich, aber das Röstaroma ist bestimmt nach kurzer Zeit nicht mehr so intensiv.

Zum Röstmalz habe ich aber weder eigene Erfahrung noch Erfahrungswerte aus der Community als Referenz.

Farbmalz lagern ungeschrotet

Ungeschrotetes Malz richtig lagern

Beim ungeschroteten Malz sieht die Sache schon viel entspannter aus. Richtig verpackt lässt es sich viele Jahre ohne große Probleme bei dir zuhause einlagern.

2 Jahre sind auf jeden Fall locker drin. Da habe ich selbst Erfahrung gemacht. Ich braue eher hellere Biere, daher war mein Münchner Vorrat lange Zeit nicht erschöpft. Qualitativ habe ich da keinen Unterschied gemerkt.

Im Forum gibt es Stimmen, die ihr Malz nach 5 und teilweise sogar 10 Jahren noch ohne Probleme verwendet haben.

Das ist schon eine lange Zeit. Falls dir das passiert hast du wahrscheinlich versehentlich zu viel bestellt oder du trinkst bzw. braust einfach zu wenig 🙂

Malz ungeschrotet lagern

Nicht so lange solltest du allerdings die Caramalze lagern. Diese würde ich nicht länger als 1 Jahr lagern, da sie recht schnell das Aroma verlieren können. Noch schlimmer sind die Röstmalze, deren Aroma viel schneller verfliegt.

Daher der Tipp:

  • Basismalze (ungeschrotet) kannst du mind. 2 Jahre oder länger auf Vorrat halten
  • Caramellmalze (ungeschrotet) am besten für das nächste Braujahr vorplanen und einlagern
  • Röstmalze immer frisch zukaufen

Wenn dir das zu kompliziert ist, dann lagere einfach die Basismalze ein und plane und kaufe den Rest einfach für die nächsten 2-3 Sude im Voraus.


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Welches Malz lagern?

Basismalz lange lagernOft stellt man sich als Hobbybrauer die Frage, welches Malz überhaupt eingelagert werden soll. Es gibt ja so viele Sorten und man kann ja schließlich nicht von allen Sorten beliebig viel einlagern.

Ich habe damals lange Zeit recherchiert, wie ich mein Malz lagern soll und welche Sorten ich einspeichere. Am Ende bin ich auf folgende Lösung gekommen, die sich für mich als perfekt herausgestellt hat. Das mag bei dir eventuell aber etwas anders aussehen.

Diese Basismalze habe ich eingelagert:

  • Pilsner
  • Wiener
  • Münchner
  • Weizen hell

Ihr seht, die gängigen Basismalze sind fast alle vertreten. Pale Ale Malz hatte ich damals nicht genommen, da ich die Farbe durchs Mischen von Pilsner und Wiener erreichen wollte. Streng genommen ist das aber nicht dasselbe, da das Pale Ale Malz auch noch neue Noten ins Bier bringt.

Daher werde ich diese Liste in Zukunft wohl noch um Pale Ale Malz erweitern. Bisher habe ich es bei Bedarf dann zugekauft.

Caramalz richtig lagern

Diese Caramalze habe ich eingelagert:

  • Pils-Caramalz (2-7 EBC)
  • Helles Caramalz (20-40 EBC)
  • Rotes Caramalz (40-60 EBC)
  • Münchner II Caramalz (110-130 EBC)
  • Dunkles Caramalz (350-450 EBC) z.B. Caraaroma®

 

Mit diesen Caramalzen decke ich erst einmal alle Farbbereiche ab und habe hier einen großen Spielraum. Außerdem sind die besonderen Karamellnoten der einzelnen Sorten so immer auf Lager.

Das regt unheimlich zum Experimentieren an!

Außerdem lagere ich noch folgende Malze:

  • Ein paar Röstmalze
  • Biscuit Malz
  • Belgisches Caramalz
  • Melanoidin

Diese sind nicht wirklich notwendig. Ehrlich gesagt benötige ich sie eigentlich nie. Oft habe ich irgendein Bier gebraut und einfach noch 1-2 Kilo auf Vorrat bestellt. Malz kostet ja nix.

Das Biscuit Malz kommt z.B. noch vom Mönsterlänner Weitbuck – 3. Platz Weizenbock HBCON 2019 und müsste mal entsorgt werden.

Malzschaufel Kunststoff
Malzschaufel Kunststoff (*)

Bildquelle: Amazon.de



Malzschaufel Alu
Malzschaufel Alu (*)

Bildquelle: Amazon.de



Zum Umschütten des Malzes reicht oft aber auch einfach ein Messbecher. Inzwischen habe ich sie überall im Einsatz.

Messbecher kaufen
Messbecher kaufen (*)

Bildquelle: Amazon.de

Lagerbedingungen für ungeschrotetes Malz

Hier gilt im Prinzip das gleiche, wie für geschrotetes Malz

  • Kühl
  • Dunkel
  • Luftdicht
  • Geschützt vor Fraßfeinden

Da hier aber wesentlich länger gelagert wird, solltest du auf jeden Fall die Körner vor Fraßfeinden schützen. Denn nicht nur du freust dich übers Malz Naschen, sondern auch die vielen Nager um die Ecke.

Geeignete Lager-Eimer / -Tonnen

Ich habe mal im Forum gesehen, wie sich Mäuse bei einem Hobbybrauer durch die Lagereimer gebissen haben. Sind die Eimer zu dünn, kommen die Nagetiere locker durch.

Außerdem solltest du darauf achten, dass die Eimer lebensmittelecht sind. In der Regel findet ihr dieses bekannte Symbol mit dem Weinglas und der Gabel auf dem Behälter.

Für die Basismalze kann ich folgende Maischefässer empfehlen, da ich sie seit Jahren im Einsatz habe:

Maischefässer zum Malz lagern

Konkret handelt es sich dabei um folgende Produkte:

2x60 Liter Maischefass
2x60 Liter Maischefass (*)

Bildquelle: Amazon.de

1x60 Liter Maischefass
1x60 Liter Maischefass (*)

Bildquelle: Amazon.de

Diese blauen 60 Liter Spannring Fässer verschließen luftdicht und lassen auch kein Licht hinein. Außerdem sind sie bestens geeignet für 25kg Malz.

Malz hat ein Volumen von ca. 1,6 dm³ bzw. 1,6 Liter pro Kilo. Ein 25kg Sack sind also etwa 40 Liter, somit kannst du bei Nachschub das gleiche Fass einfach auffüllen.

Tipp: Wenn ich nachfülle, dann nehme ich den Rest erst raus, gebe das neue Malz hinein und das “alte” dann obendrauf. Ich denke es ist klar warum 😉

Kleine Eimer für Caramalz und Co

Auf der Suche nach etwas Gescheitem für die kleineren Mengen bin ich auf solche stapelbaren 10 Liter Eimer gestoßen.

Sie kommen aus dem Gastrobereich und eignen sich ideal zum Verstauen von Malz. Luftdicht sind die allemal! Vielleicht lassen sie etwas Licht durch, aber das dort gelagerte Malz sollte man ja ohnehin nicht ewig lagern, darauf bin ich ja oben eingegangen.

10L Eimer für Spezialmalz

Da wir als Hobbybrauer ja viele verschiedene Sorten Malz haben, passt folgendes Angebot besonders gut.

8x 10 Liter lebensmittelecht, stapelbar
8x 10 Liter lebensmittelecht, stapelbar (*)

Bildquelle: Amazon.de

2x 10 Liter lebensmittelecht, stapelbar
2x 10 Liter lebensmittelecht, stapelbar (*)

Bildquelle: Amazon.de

Diese Behälter gibt es auch in kleineren Gebinden, z.b.

4x 5 Liter lebensmittelecht, stapelbar
4x 5 Liter lebensmittelecht, stapelbar (*)

Bildquelle: Amazon.de

Achtung Malz macht süchtig!

Hast du erstmal dein eigenes Malzlager, dann wirst du ganz klar einer neuen Suchtgefahr ausgesetzt.

Oder geht es nur mir so? Jetzt mal ehrlich: Wer von euch frisst das Malz auch in rohen Mengen, während die Malzmühle vor sich hin mahlt?

Wenn ich Besuch habe, dann schiebe ich das immer auf den Forschungszweck, aber ehrlich gesagt schmeckt das einfach geil 🙂

Ich warte nur auf den Moment, wo mein kleiner Brauhelfer sagt, ich hätte noch nen Kilo in der Tonne, aber wenn man reinschaut, sieht man nur den Boden 🙂

 

Danke fürs Lesen und dein Interesse! Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen.

 

Malz macht süchtig

 

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Quellen:
Braumagazin
Hobbybrauer Wiki


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