FAQ

Information

Auf dieser Seite liste ich die Fragen auf, die sich ein Einsteiger in der Regel immer stellen wird. Im Grunde genommen handelt es sich oft um Spezialwissen, welches in der benötigten Form nicht auf Anhieb in der Literatur zu finden ist. Teilweise werden bestimmte Fragen auch immer wieder erneut gestellt oder die Antwort ist nicht klar erkennbar. Da ich dir nicht weit voraus bin und mich selber noch als Einsteiger bezeichne, kenne ich die Situation noch sehr gut. Oft musste ich viele Stunden im Internet durch Foren suchen um eine passende Antwort zu finden. Dabei musste ich feststellen, dass viele Informationen schlecht sind und besonders viele Leute andere Meinungen haben. Erschreckend schlecht sind mache YouTube-Videos, in denen gefährliche Angaben zum Karbonisieren und zur Nachgärung gemacht werden.

Daher möchte ich die häufig gestellten Fragen an dieser Stelle beantworten und zitiere dabei die Experten aus den Communities.

Wie braue ich Bier?

Möchtest du tatsächlich schon richtig brauen? Oder reichen dir vielleicht schon die von mir beschriebenen ersten Schritte aus? Falls du gerne den ganzen Brauprozess erlernen möchtest, dann empfehle ich dir diese vollständige Brauanleitung für Einsteiger.

Wie braue ich mit einem Bierkit?

Eine gute Anleitung findest du hier. Auch ich habe diese damals verwendet und kam damit sehr gut klar.

Was ist ein gutes Rezept für Einsteiger?

Bei der Wahl des ersten Rezepts kannst du zunächst einmal nach deinem Geschmack wählen. Gute Rezepte findest du auf www.maischemalzundmehr.de. Dort kann auch nach „Anfängertauglich“ sortiert werden. Ansonsten beginne mit einem obergärigen Bier, im einfachsten Fall mit dem Weizenbier. Ich persönlich bin mit folgendem Rezept begonnen und es hat wirklich unglaublich gut geschmeckt.

Gibt es Software zur Unterstützung zum Brauen?

Ja. Es gibt Software zur Unterstützung während der Brauplanung, aber auch für die Brau- und Gärsteuerung. Eine sehr gute Übersicht an geeigneter Software findest du hier. Ich persönlich braue noch ohne aktive Unterstützung während des Brauens, aber nutze den kleinen Brauhelfer für die Planung. Er ist ein geniales kostenloses Tool mit Rezeptverwaltung und Lagerhaltung. Außerdem werden deine individuellen Brauparameter in dem kleinen Brauhelfer errechnet und für die nächste Planung berücksichtigt.

Darf ich Zuhause Bier brauen?

Ja, wenn du es entsprechend dem Zoll meldest. Bierbrauen ist meldepflichtig, ganz egal ob du 20 oder 200 Liter im Jahr braust. Das ist aber kein Problem und in der Regel mit einer Mail an das zuständige Hauptzollamt erledigt. Wie das geht und welche zollfreie Mengen es gibt ist hier sehr gut erläutert.

Wie vergäre ich ein untergäriges Bier?

Es kursieren unterschiedliche Meinungen dazu im Netz. Einige sagen, dass nach 2/3 der Hauptgärung (also nach der stürmischen Phase) die Temperatur langsam angehoben werden soll (max. 16 °C).  Andere erledigen dies allein durch eine wärmere Nachgärung. Ich persönlich stelle an der unteren Grenze der Hefe-Herstellerangaben an, und erhöhre die Temperatur dann um 1-2 Grad. Nach 2/3 HG die Temperatur weiter (ca. 2°C in 5-7 Tagen) anheben und im Anschluss eine warme NG bei Zimmertemperatur machen. Wärmere Temperaturen sorgen auch für schnellere Vergärung und sollten den Geschmack nach der stürmischen Phase nicht sonderlich beeinflussen. Letztendlich wird durch dieses Vorgehen das unerwünschte Gärnebenprodukt Diacetyl abgebaut, welches sonst einen butterartigen Geruch mit sich zieht. [1]

Wie mache ich einen Cold Crash?

Der Cold Crash hilft der Sedimentation von Kalttrub und Hefe und wird nach abgeschlossener Hauptgärung durchgeführt. Dazu kühlst du den Sud vor dem Abfüllen stufenlos auf ca. 0°C herunter und lässt ihn bei dieser Temperatur mindestens 24 Stunden stehen. Im Anschluss wird das Bier direkt abgefüllt, ohne es wieder auf Nachgärtemperatur zu bringen. Beachte, dass du bei der Berechnung der Speise bzw. des Zuckers die höchste Temperatur während der Gärung nimmst und nicht die 0 °C beim Abfüllen. Nach dem Cold Crash sind trotz Sedimentation noch genügend Hefezellen im Bier, sodass die Nachgärung ohne Probleme abläuft.

Was ist eine Whirlpool Hopfung?

Der Whirlpool dient ja dem zentralen Sammeln von Trubstoffen nach dem Hopfenkochen. Die Whirlpool Hopfung heißt so, da zu dieser Zeit noch Aromahopfen gegeben werden kann. Um aber keine Bitterstoffe mehr aus dem Hopfen zu lösen, sollte der Sud vorher auf unter 80°C gekühlt werden. Dann wird der Hopfen gegeben und im Anschluss direkt der Whirlpool angedreht. Während der Ruhephase (ich warte immer 20-30 Minuten) entsteht das entsprechende Aroma und der Trub sammelt sich zentral in der Pfanne.

Was ist eine gute Läutergeschwindigkeit?

Hier gibt es einen tollen Artikel im Braumagazin. Demnach kann nicht pauschal auf diese Frage geantwortet werden. Mein Richtwert ist aber immer 500ml / min. Das schaut dann wie folgt am Läuterhahn aus.

Was ist eine negative Jod-Probe?

Um zu prüfen, ob die Verzuckerung vollständig gelungen ist, gibt es die sog. Jod-Probe. Das Jod sollte seine ursprüngliche Farbe beibehalten und sich nicht dunkel verfärben. Hier ist ein Beispiel für eine nicht vollständig verzuckerte Maische:

Wie funktioniert die Dosierhilfe?

Es gibt bestimmt verschiedene Arten von Dosierhilfen, aber eine wird besonders häufig verwendet. Ich verwende die Dosierhilfe, mit der für 0,33l , 0,5l als auch für 0,75l Flaschen die Zuckermenge dosiert werden kann. Meine Recherchen im Internet ergaben, dass bei nicht-gehäufter Menge Zucker und korrekter Wahl der Flasche, das Bier eine durchschnittliche Karbonisierung von 5 – 5,5g / Liter CO2 erhält. Das entspricht der durchschnittlichen Karbonisierung vieler Bier-Stile.

Ausnahmen gelten für Biere, bei denen die Karbonisierung für den Stil besonders wichtig ist. Z.B. das Weizenbier, welches in der Regel höher karbonisiert wird, oder aber ein englisches Ale, welches tendenziell weniger CO2/l enthält.

Durch einen Trick könnt ihr auch für diese Stile die Dosierhilfe verwenden: Nutzt einfach den nächst höheren Löffel. Für das Weizenbier, welches in 0,5l Flaschen abgefüllt werden soll, verwendet man dann einfach den Löffel für 0,75. Umgekehrt kann dann einfach der Löffel für 0,33l genutzt werden, um die Karbonisierung geringer „als normal“ ausfallen zu lassen.

Quellen:

[1] http://braumagazin.de/article/bierfehler-diacetyl/

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