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04.12.2020 | Tipps & Tricks

Ich weiß, am Anfang ist das alles sehr viel Input und man ist froh den Prozess überhaupt als Ganzes verstanden zu haben. Dennoch gibt es typische Hobbybrauer Anfängerfehler, die du bereits zu Beginn vermeiden kannst.

Die Community sagt immer: “Brauen lernt man nur durch brauen”. Das ist natürlich richtig – du kannst noch so viel lesen, aber am Ende musst du einfach mal brauen um das Erlernte zu verinnerlichen oder einfach mal Fehler zu machen. Denn nur so wirst du besser!

Wie auch immer dein Start und der erste Sud aussehen wird, es gibt als Hobbybrauer ein paar Anfängerfehler, die schon von so vielen vor dir gemacht wurden. Diese kannst du nun von Anfang an vermeiden.

1. Hefeschau mit Risiko

Der wohl am häufigsten gemachte Hobbybrauer Anfängerfehler ist das ständige überprüfen der Gärung. Sei es die Ungewissheit, das Auftreten unbekannter Gerüche, oder einfach Ungeduld. Viele Hobbybrauer öffnen während der Gärung häufig den Gäreimer und schauen hinein.

Das ist halt problematisch, weil mit jedem Öffnen das Bier kontaminiert werden könnte. Wenn man mal den Eimer öffnet, um am Ende der Gärung eine Probe zu entnehmen, dann ist das OK. Die Hefe entwickelt durch den Gärprozess ja eine schützende CO2 Decke.

Diese Decke wird aber beim ständigen Öffnen immer mal wieder aufgewirbelt und zusätzlich wirbelst du neue, vielleicht kontaminierte Luft in den Eimer.

Hefedecke Gäreimer Hobbybrauer Anfängerfehler

Einige sagen jetzt vielleicht: “Ich schau alle 2 Tage rein und mir ist noch nie ein Bier umgekippt”. Ja, Recht haben sie. Dann ist alles gut gegangen. Dann würde ich aber gerne Fragen: “Warum schaust du alle 2 Tage rein?”

Die Hefe braucht weder Unterstützung, noch kannst du die Gärung (außer von Außen durch die Temperatur) irgendwie beeinflussen.

Schrödingers Gäreimer

Das Ganze erinnert mich irgendwie an das Gedankenexperiment von Erwin Schrödinger. Solange wir nicht in den Gäreimer schauen, hat der Sud eine Infektion und hat gleichzeitig auch keine Infektion. 🙂

Die Gewissheit kommt erst, wenn man in den Eimer schaut. Viele wollen jetzt den “Katzenzustand” klären und machen daher den Gäreimer auf.

Leider ist das aber paradox, da nach dem Öffnen des Eimers und der Erkenntnis “Mein Sud ist nicht infiziert”, der Sud wieder zum Ursprungszustand zurückkommt, da du dir mit dem Öffnen ggfs. eine Infektion eingeholt hast.

Eine sinnlose Schleife entsteht 🙂

Spaß bei Seite, kommen wir zum Learning:

So vermeidest du eine Infektion

  • Lass den Eimer geschlossen, bis zu dem Zeitpunkt wo du entweder messen musst, oder das Bier stopfen willst
  • Bei obergärig 7 Tage und bei untergärig 14 Tage
  • Desinfiziere alle Gerätschaften die du ins Bier tauchst

Bei der Gärung ist es eigentlich schwer mit pauschalen Tagen zu arbeiten. Die oben genannten dienen daher nur als Richtwert.

Ein obergäriges Bier kann auch schon nach 2 Tagen fertig sein, aber es ist auf jeden Fall auch nicht schlecht, wenn du es erst nach 7 Tagen misst. Du kannst es locker 3 Wochen im Gäreimer haben, ohne dass du einen Unterschied feststellen würdest.

Das Gleiche gilt für untergärig. Die 14 Tage sind auch nur ein Richtwert und eine Gärung kann auch locker noch länger dauert. Aber in der Regel lohnt es sich kaum schon eher in den Eimer zu schauen, da es eigentlich selten vorher fertig ist. Und schneller wird es dadurch auch nicht fertig 🙂

Als Gäreimer kann ich übrigens den von Speidel empfehlen. Er ist zwar nicht aus Edelstahl, aber für den normalen Hobbybrauer bestens geeignet, da er (anders als diese Hobbocks) fürs Gären entwickelt wurde. Es gibt ihn auch in verschiedenen Größen.

Speidel Gäreimer verschiedene Größen
Speidel Gäreimer verschiedene Größen (*)

Bildquelle: Amazon.de

2. Angebranntes Malz

Was sich auch immer wieder als klassischer Hobbybrauer Anfängerfehler herausstellt, ist das verkohlte Malz beim Maischen. Besonders häufig tritt das bei der Gasbrenner-Fraktion auf, was aber nicht heißt, dass die Elektro-Brauer keine Probleme damit haben.

Ob Gas oder Elektro, beide Energiequellen haben die Power das Malz in nur wenigen Sekunden anbrennen zulassen. Bei Gas passiert das häufig nur schneller, da die Brenner viel mehr Leistung aufbringen.

Angebranntes Malz ist oft das Aus für den ganzen Sud. Das Aroma von verbranntem Malz bekommst du nicht mehr wirklich aus dem Bier. Viele versuchen dann einfach weiter zu brauen und hoffen auf ein Wunder nach der Gärung.

Leider ist das oft vergebene Mühe.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Beim Heizen rühren!

Malz rühren mit Rührwerk

In den Ruhephasen kannst du dann Bier trinken. Mit einem Rührwerk ists dann nochmal einfacher – da kannst du die ganze Zeit Bier trinken. Aber es spricht auch nichts gegen das gute alte Handwerk mit Paddel 🙂

Es gibt auch Pfannen mit Sandwich-Boden. Diese haben quasi einen Doppelboden und verhindern ein Anbrennen bei kurzer Unachtsamkeit, sind aber keine Versicherung gegen Ignoranz. 😉


Verpasse auch in Zukunft keine Tipps mehr!
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Bildquelle: Amazon.de



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3. Deckel beim Kochen auf der Pfanne

Bier, das nach gekochtem Mais oder Kohl duftet? Gute Alternative zum Amarillo, oder?

Das ist natürlich quatsch. Ein typischer Hobbybrauer Anfängerfehler ist das Kochen mit aufgesetztem Deckel. Das führt dazu, dass das Bier ein grässliches Fehlaroma erzeugt und letztendlich im Abfluss landet.

Das sog. Ausstinken ist beim Brauen zwingend notwendig, damit unter anderem das DMS ausgetrieben werden kann. Dabei wird es nie vollständig verschwinden, sondern nur auf einen nicht wahrnehmbaren Bereich reduziert.

Ausstinken kann das Bier nur, wenn es nicht wieder zurück tropft.

Daher muss der Deckel beim Brauen immer von der Pfanne genommen werden. Während der Aufheizphase kannst du den Deckel aber drauflassen.

Kochen ohne Deckel

Übrigens: Der dadurch entstehende Wasserverlust ist kein Desaster, sondern als Verdampfungsziffer mit einkalkuliert.

Weitere gute Informationen zu dem Thema findet ihr im Artikel: Bierfehler des Quartals: Dimethylsulfid (DMS)

Es gibt übrigens auch Wege, wie du deine Kochdauer verkürzen kannst.

4. Besser läutern

Das Läutern ist – glaube ich – der Prozess, wo die meisten Einsteiger Sorge vor haben. Man ließt immer von den großen Läuterkatastrophen die auftreten können.

Wenn man aber auf nur ein paar kleine Dinge aufpasst, dann ists eigentlich ganz einfach.

Unterdruck unter dem Treber

Ein oft gemachter Hobbybrauer Anfängerfehler passiert beim Läutern. Ich selber habe es beim Bier Triticum Wormatia am Anfang falsch gemacht und sogar hier im Blog dokumentiert.

Befasst man sich gerade erst mit der Materie, dann sind nicht alle Verfahren von vornherein logisch und man weiß es einfach nicht besser.

Konkret geht es um einen Schlauch, der direkt am Hahn des Läuterbottichs angeschlossen wird. Nach Öffnen soll dieser Schlauch die Würze aus dem Läuterbottich zurück in die Pfanne befördern.

Falsches Läutern durch Sog Schlauch

Leider führt dieser Schlauch bei einigen zu massiven Läuterproblemen. Je länger er ist bzw. je tiefer er reicht, desto höher ist auch der Unterdruck der in ihm erzeugt wird. Das führt quasi zu einer Art Sog auf den Treber.

Der Treber zieht sich durch diesen Unterdruck zusammen, verdichtet und lässt keine Flüssigkeit mehr durch. Und schon ist die Läuterkatastrophe perfekt.

Zusammengezogener Treber

In dem Bild ist schön zu erkennen, dass der Treber sich an den Seiten in Richtung links zusammengezogen hat.

Einige von euch werden jetzt bestimmt einen Aha-Moment haben 🙂 Ich sehe diese zusammengezogenen Treber immer mal wieder, sogar bei fortgeschritteneren Hobbybrauern.

Solche Treber müssen nicht unbedingt für eine Katastrophe sorgen, erhöhen aber die Chance dafür und führen außerdem zu einer schlechteren Ausbeute.

Abhilfe schaffst du mit einer Entkopplung z.B. durch einen kleinen Trichter zwischen Läuterbottich und Schlauch. Hänge dafür einfach einen Trichter unter den Hahn.

Diese Kunststoff-Trichter gibt’s in jedem Baumarkt. Wer gerne Edelstahl möchte, kann sich diesen kleinen Trichter kaufen.

Edelstahltrichter kaufen
Edelstahltrichter kaufen (*)

Bildquelle: Amazon.de

Zu schnell geläutert

Ein weiterer Anfängerfehler bei Hobbybrauern während des Läuterns ist das zu schnelle Läutern. Für die Läutergeschwindigkeit gibt es viele Quellen und es ist schwer hier pauschale Aussagen zu treffen.

Im Braumagazin gibt’s einen ausführlicheren Artikel und eine Berechnungsgrundlage für die Läutergeschwindigkeit.

Auf dieser Grundlage habe ich mir damals meine Läutergeschwindigkeit von 500ml/min errechnet und seitdem bei jedem Sud angewendet. Du musst nicht versuchen genau diese Geschwindigkeit zu erreichen, sondern sorge einfach dafür, dass es nicht deutlich zu schnell ist.

Damit man ein Gefühl bekommt, habe ich bei mir 500 ml/min genau eingestellt und vom Rinnsal ein Foto gemacht. Vielleicht könnt ihr damit ja etwas anfangen.

Läutergeschwindigkeit

Wenn du zu schnell läuterst ergeht es dir wie bei dem Schlauch: Der Treber kann sich zusammenziehen und verstopfen.

Am besten ist es, wenn du zu Beginn sogar noch langsamer läuterst, bis sich der Treber im Arbeitsmodus befindet 🙂 Also bis kein Trub mehr durchkommt und die Vorderwürze klar ist. Dann kannst du die Geschwindigkeit langsam erhöhen.

Natürlich kannst du auch schneller läutern und trotzdem ein gutes Bier erzeugen. Du senkst so nur das Risiko, dass dein Brautag in einer Läuterkatastrophe endet.

Oxidation

Der Läuterprozess ist ideal geeignet um möglichst viel Oxidation zu erzeugen. Dabei entsteht ein übles Fehlaroma, das an nasse Pappe erinnert.

Viele Hobbybrauer merken gar nicht, dass ihre Biere oxidiert sind. Die Fehlaromen sind teilweise nur sehr dezent wahrnehmbar. Je nach Konzentration kann ein Fehlaroma aber selbst von Laien als unangenehm wahrgenommen werden.

Die Oxidation führt auch dazu, dass sich dein Bier recht schnell dunkel verfärbt.

Um das zu verhindern musst, du dafür sorgen, dass so wenig wie möglich Sauerstoff in die Würze gelangt. Das gilt in erster Linie für die Phasen, wo die Würze noch heiß ist.

Achte beim nächsten Sud mal darauf und notiere dir die Prozessschritte, bei denen du einen erhöhten Sauerstoffeintrag feststellst. Häufig sieht man z.B. das Hobbybrauer den Hahn vom Läuterbottich öffnen und die Würze nach unten Plätschern lassen.

Aber auch beim Umfüllen der Würze von der Pfanne in den Läutereimer wird oft mit der Schwerkraft und viel Sauerstoff gearbeitet 🙂

Achtet ab dem nächsten Sud einfach mal auf solche Situation und versucht sie wenn möglich zu reduzieren.

Es gibt eigentlich nur eine Stelle, bei der es Plätschern darf: Wenn kalte Würze in den Gäreimer abgeseiht wird. Dann ist der Sauerstoff gut für die Hefe und sogar erwünscht.

Gute Literatur zum Thema

Das Thema Oxidation wird auch in den folgenden Büchern ausgiebig behandelt. Besonders in Hopfenliebe geht Toni auf Oxidation im Zusammenhang mit Hopfen bzw. Hopfenstopfen ein. Beides tolle Bücher, die ich an dieser Stelle gerne bewerben möchte:

Hopfenliebe
Hopfenliebe (*)

Bildquelle: Amazon.de

Bier brauen: Grundlagen, Rohstoffe, Brauprozess
Bier brauen: Grundlagen, Rohstoffe, Brauprozess (*)

Bildquelle: Amazon.de

5. Typischer Hobbybrauer Anfängerfehler: Zu früh abgefüllt

Hast du bei der Nachgärung immer ein schlechtes Gefühl? Schaust du immer mal wieder aufs Manometer? In der Hoffnung, dass es langsam mal aufhört, da der Spundungsdruck bereits erreicht wurde?

Musstest du dein Bier sogar schon einmal entlüften, da der Druck einfach zu hoch war?

Keine Angst, denn viele Einsteiger kennen das sehr gut. Oft wird nämlich der Sud zu früh in Flaschen abgefüllt, was dazu führt, dass das Bier munter weitergärt. Nur leider kann der Druck in den Flaschen nicht mehr durch das Gärröhrchen entweichen.

Probleme beim zu frühen Abfüllen

  • Bier schmeckt nicht
  • Weniger vom Bier
  • Mehr Aufwand
  • Stress
  • Gefährliche Flaschenbomben

Wenn das Bier zu früh in die Flaschen kommt und dort noch weitergärt, entsteht zu viel CO2. Also mehr als du eigentlich im Bier haben willst. Das führt dazu, dass du das Bier kaum trinken kannst, weil es im ganzen Mund nur so sprudelt.

Es ist einfach nicht so richtig genießbar, als wäre es richtig karbonisiert.

Was auch häufig passiert ist das unkontrollierte Austreten des guten Stoffs und zwar auf den Boden. Das nennt man offiziell “Gushing” und bedeutet, dass du am Ende mit 50% deines Bieres den Boden wischen kannst.

Flasche explodiert Hobbybrauer Anfängerfehler zu früh abgefüllt

In schlimmeren Fällen trägst du dadurch auch schon mal den Kleister für die neuen Decken-Tapeten auf 😉

Stellt ein Hobbybrauer fest, dass sein Manometer schon über dem gewünschten Solldruck ist und noch steigt, dann geht die Panik los. Du stehst jeden Tag gestresst vor den Flaschen und hoffst, dass die Gärung stoppt.

Flaschenbomben sind dann das schlimmste, was passieren kann.

Gärung stoppen? Hilft nicht!

Einige greifen in dieser Situation zur Brechstange und stellen das Bier schnell kalt. Die Idee ist ja gut: Die Gärung wird durch kalte Temperaturen gestoppt und alles ist gerettet.

Leider hilft das nicht weiter. Zum einen kann eine untergärige Hefe trotzdem weitergären, oder es fängt dann wieder an zu gären, wenn du das Bier mal wieder wärmer stellen musst. Zum Beispiel wenn du keine freien Kühlmöglichkeiten hast oder einem Nachbarn mal ein Bier mitgibst.

Was auf jeden Fall zum Problem wird ist, dass du noch Zucker von der Nachgärung unvergoren im Bier hast. Das wirst du bestimmt schmecken und dein ganzes Bier ist überhaupt nicht mehr so, wie du es dir vorher hart erarbeitet hast.

So verhinderst du zu frühes Abfüllen

  • Miss die Stammwürze deines Bieres
  • Keine Veränderung seit 3 Tagen vor geplanter Abfüllung
  • Prüfe, ob der Vergärungsgrad im Rahmen liegt
  • Wenn du kein Messinstrument hast, lass dein Bier mindestens 3 Wochen gären (bei OG)
  • Braue kein untergäriges Bier (UG), wenn du nicht messen kannst.

Refraktometer Stammwürze messenMeiner Meinung nach gibt es nur zwei Gründe, warum ein Hobbybrauer sein Bier zu früh abfüllt. Ungeduld oder Unwissenheit.

Auch hier ist die Geduld wieder gefragt. Selbst obergärige Hefen können mal einschlafen und die Hauptgärung somit länger dauern. Wenn du die Stammwürze nicht messen kannst, dann warte mindestens 3 Wochen.

Ohne Messinstrument rate ich jedem Anfänger von UG ab. Bevor du in Flaschen abfüllst, musst du wissen, ob die Gärung fertig ist oder nicht. Die UG Hefen lassen sich teilweise sehr lange Zeit oder schlafen bei schlechter Gärführung mal ein.

Wenn du aktuell noch nichts misst, dann kauf dir bitte ein Refraktometer. Es kostet nicht viel und hilft dir das Gärende zu bestimmen. Natürlich gibt’s hier wieder günstigere aber auch teurere Varianten:

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3 Tage vor Ende messen reicht nicht

Wenn du kannst, miss 3 Tage vor dem Abfüllen die Stammwürze deines Bieres. Am geplanten Tag misst du diese erneut. Hat sich nichts getan, dann hat es auf jeden Fall nicht weiter gegärt.

Das bedeutet aber nicht, dass du jetzt einfach abfüllen sollst. Wenn die Hefe eingeschlafen ist, dann hast du dennoch vergärbaren Restextrakt im Bier. Prüfe daher, ob der Vergärungsgrad der Hefe in einem üblichen Rahmen liegt.

Nutze dafür einfach einen Rechner und ermittle den scheinbaren Endvergärungsgrad. Dann vergleiche diesen mit Erfahrungswerten von Hobbybrauern. Schaue hier nicht auf jedes Prozent. Dieser Wert ist von vielen Faktoren abhängig (unter anderem von deinem Bier) und schwankt.

Wenn du zum Beispiel bei der US-05 einen scheinbaren EVG von 60% errechnet hast, dann ist die Gärung noch nicht durch.

Beachte aber, dass eine Hefe, die mehrmals geführt wird (wiederverwendet wird) in der Regel höher vergärt, als frisch aus der Tüte.

Irgendwann entwickelst du ein Gefühl und kannst abschätzen, ob die Gärung bei einem gewissen Vergärungsgrad durch ist und ob du abfüllen kannst. Bis dahin befolge einfach die o.g. Regeln.

Häufig wird auch einfach zu viel Zucker in die Flaschen gegeben. Diese Überdosierung kannst du durch eine Dosierhilfe absolut vermeiden. Im FAQ Bereich gehe ich auf die Funktion dieser Dosierhilfe ein.

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Bildquelle: Amazon.de

6. Hopfen zu früh in den Whirlpool

Viele Craft Beer Rezepte haben Hopfengaben, die erst zum Ende hin in den Whirlpool kommen. Die sogenannte Whirlpool-Hopfung.

Es scheint ein klassischer Hobbybrauer Anfängerfehler zu sein, diese direkt nach Kochende hinzuzugeben. Gerade weil viele zu Beginn noch keine Kühlung haben, wird diese oft falsch durchgeführt.

Whirlpool Hopfung unter 80°C

Wenn in einem Rezept von WP-Hopfung oder Whirlpool-Gabe gesprochen wird, dann wird davon ausgegangen das durch den Hopfen keine weiteren Alphasäuren gelöst werden. Die Alphasäure sorgt nämlich im Bier für die Bittere.

Eine Hopfengabe in den Whirlpool ist in der Regel dafür da, möglichst viele Aromaöle zu lösen, ohne dass es zusätzlich bitter wird. Andernfalls ist es mit Sicherheit im Rezept beschrieben.

Wenn du also mal ein sehr bitteres Bier hattest und dich wunderst, warum andere Brauer nicht das Problem haben, dann lag es vielleicht daran.

Da Hopfen häufig im Grammbereich eingewogen wird, bietet sich eine gute Grammwage bzw. Feinwage an. Ich verwende die folgende bereits seit vielen Jahren. Sie funktioniert einwandfrei und ich musste noch nicht einmal die Batterie wechseln. Absolute Empfehlung!

Top Feinwaage zum Hopfenwiegen!
Top Feinwaage zum Hopfenwiegen! (*)

Bildquelle: Amazon.de

Richtig in den Whirlpool Hopfen

Was heißt das jetzt für dich?

Whirlpool Hopfengaben immer unter 80°C, es sei denn, es steht anders im Rezept.

Außerdem wird angenommen, dass du (danach den Whirlpool andrehst und) mindestens 20 Minuten wartest.

Hast du keine Kühlung, dann musst du die natürliche Abkühlzeit zwischen “Feuer aus” und 80°C als Nachisomerisierungszeit mit in dein Rezept berechnen. Dadurch entsteht eine Bittere, die der Rezeptautor natürlich nicht vorhersehen konnte.

Und erst dann gibst du den Hopfen hinein.

Am einfachsten ist die Verwendung eines Würzekühlers. Hier gibt es viele verschiedene Varianten (Provisionslink).

Die einfachste, aber teurere Variante ist dieser Kühler, wo man nur noch einen Gardena Schlauch anschließen muss.

Würzekühler Edelstahl Gardenaanschluss
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Alternativ kann man auch folgendes Angebot kaufen und die Schläuche und Adapter selber dranbasteln:

Würzekühler Edelstahl
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Fazit

Zusammenfassend achte einfach auf folgende Punkte:

  • Vermeide ständiges Öffnen des Gäreimers
  • Beim Heizen der Maische immer rühren
  • Kein Deckel beim Kochen auf der Pfanne
  • Vermeide einen Unterdruck unter dem Treber beim Läutern
  • Läutere nicht zu schnell
  • Versuche nicht zu viel zu plätschern
  • Bier erst abfüllen, wenn es 100% nicht mehr gärt
  • Wenn nicht anders im Rezept: Whirlpool Hopfung immer unter 80°C

Du hast gesehen, mit nur wenig Aufwand kannst du die meisten Hobbybrauer Anfängerfehler vermeiden und hast sicher ein tolles Brauergebnis.

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Kommentare

Danke schön Tobi für diesen Artikel, wie immer sehr verständlich geschrieben. Weiter so, ich freue mich schon auf deinen nächsten Beitrag.

LG Mats

Hi Mats,

wie immer danke für dein Interesse und dein Feedback. 🙂
LG Tobi

Super Artikel. Bestimmt schon jeden Fehler mind. einmal gemacht 😉
Danke für die Aufstellung. Gruß Stefan

Sehr gut geschrieben. Danke.

Gruß
Patrick

Schöner Artikel! Vor allem die Thematik rund ums läutern ist für mich sehr interessant. Darüber habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht.

Vielen Dank für die Tipps,
hätte ich das mal früher gelesen…

LG Alex