14.04.2019 | Rezeptbewertung

Das Rezept

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Im Januar 2019 kam mir die Lust nach einem Münchner Dunkel Bier, was aufgrund der kühlen Temperaturen genau die richtige Idee war. Das Rezept von Kurt auf MMuM las sich besonders interessant, da es mit nur wenigen Zutaten zu einem offensichtlich gutem Ergebnis führt. Die allgemeinen Attribute des Bieres sind eine Stammwürze von 12,5%, eine Bittere von 22 IBU, sowie eine schöne stilechte dunkle Farbe von ca. 35 EBC. Der Alkoholgehalt wurde von Kurt auf ca. 5 %vol geschätzt.

DER Münchener Klassiker!

Andere Hobbybrauer bezeichnen das Münchner Dunkel als harmonisch, kernig, mit einer angenehmen Malzigkeit, die jedoch nicht zu süß daherkommt. Ein Hobbybrauer braut dieses Rezept sogar standardmäßig als Starter für kräftigere untergärige Bockbiere.

Das Rezept des Münchner Dunkel Biers basiert auf einer hohen Münchner Malz Schüttung, die durch zwei kleine Caraaroma und Melanoidin Gabe verfeinert wird. Sie sorgen für einen besseren Körper des Bieres und kräftigere Farben. Als Hopfen kommt der berühmte Spalter Select zum Einsatz. Mit ihm wird in diesem Münchner Dunkel Rezept gebittert, allerdings erfolgt zum Ende des Kochens auch eine 5 Minuten Aromagabe. Der Spalter Select bringt ein klassisches hopfiges, kräutiges Aroma ins Bier. Wer ihn nicht zu Hand hat, kann den Spalter Select alternativ auch durch Saazer, Tettnanger, oder Spalter ersetzen. Das Aroma ist zwar nicht identisch, entspricht aber dennoch einem klassischen deutschen Lager. Vergoren wird das Bier durch die Fermentis Saflager W34/70, auch hier eine klassische Komponente für untergärige Biere. Falls du noch keine Erfahrung mit untergärigen Bieren hast, dann musst du dich zunächst informieren. Hier ist eine kontrollierte Gärführung von besonderer Wichtigkeit. Wie das geht, habe ich bereits im FAQ erklärt.

Das Rezept für das Münchner Dunkel basiert auf einem Dekoktionsverfahren. Wenn du das noch nicht kennst, dann ließ dich erst einmal ein. Für ein Münchner Dunkel ist der daraus resultierende kernige Geschmack essenziell. Z.B. habe ich beim De Mönsterlänner Weitbuck – 3. Platz Weizenbock HBCON 2019 ebenfalls Dekoktion angewendet. Hier gibts eine gute Erklärung.

Der Brautag

Zunächst wurde der Starter hochgezogen. Da ich den Hefestamm auf NaCl habe, konnte ich ihn einige Tage vorher propagieren.

Dann folgte der Brautag. Hier ein paar Snapshots 🙂

Nach dem Anstellen und dem Einstellen der Gärführung, habe ich den Gäreimer 20 Tage nicht mehr geöffnet. Zu viel andere Dinge waren wichtiger, aber das Bier hält das aus. Nachdem klar war, dass die Gärung durch war, kam die Abfüllung.

Mein Resultat

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Aussehen: Das Münchner Dunkel ist schön klar und hat eine kräftige dunkelrote Farbe. Der Schaum ist feinporig, mittelmäßig stabil und haftet am Rand.

Geruch: Ein malziges Aroma ist Hauptbestandteil dieses Bieres. Auch wahrnehmbar ist der Spalter Select mit seinem kräuterähnlichen Aroma.

Geschmack: Der Antrunk ist leicht rezent. Auch hier überwiegt das Malzaroma, was hinsichtlich der fast 100% Münchner Malz zu erwarten war. Allerdings ist der Geschmack keinesfalls zu süß, sondern sehr angenehm. Der kernige Geschmack ist nicht aufdringlich und gut eingebunden. Ein leckeres Bierchen!

Weiterführende Informationen über dieses Münchner Dunkel gibts in diesem Thread.

Ein anderes leckeres untergäriges Bier ist das Deutsches Pilsner – Pils fürs Volk. Es war mein erstes Lager und ist super gelungen. Wenn du aber noch keinerlei Erfahrung mit dem Brauen hast, dann empfehle ich dir das Anfängerrezept Helles Hefeweizen – Triticum Wormatia

 


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Kommentare

Hi Tobi,

ich bin vor einiger Zeit durch Zufall auf deine Seite gestoßen und lese seit dem sehr gerne deine Beiträge.
Ich koche mitlerweile seit einem Jahr und mit deinen Tips und Tricks wird das auch schon deutlich einfacher.

Jetzt würde ich gerne langsam damit anfangen meine verwendeten Hefen zu kultivieren wie du es oben gezeigt hast.
Bisher habe ich immer noch etwas von dem Jungbier behalten habe jetzt aber bei der letzten Hefe Probleme diese wieder zu starten.
Kannst du mir da Tips geben wie du diese Hefen auf NaCl ziehst, was man dazu braucht, bei welchen es sinnvoll ist (falls es da wirklich einschränkungen gibt) und wie man diese dann wieder teilweise ins leben holt?
Vielen Dank!

Viele Grüße,
Pascale

Hi Pascale,
freut mich das dir mein Blog gefällt.
Hefe zu kultivieren und für den Brautag zu nutzen ist so gesehen ein Hobby im Hobby. Daher fällt es mir schwer, dir darauf eine hilfreiche Antwort zu geben. Es ist einfach zu komplex, um es in einem Kommentarfeld ordentlich beschreiben zu können.

Ich versuche es aber mal ganz grob: Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Einlagerung. Eine ist NaCl, wie ich es auch mache. Dazu kaufe ich Flüssighefe, entnehme etwa 10ml mit einer Spritze und fülle sie in eine NaCl Lösung. Diese Lösung steht dann im Kühlschrank. Ca. 10 Tage vor dem Brautag muss man dann anfangen die Hefe hochzuziehen. Dazu entnimmt man etwas NaCl-Hefe-Lösung und züchtet diese jetzt Schritt für Schritt hoch, bis man die Menge Hefe hat, die für das Bier benötigt wird.

Hier gibt es wieder viele Berechnungsgrundlagen etc. Am besten ist es, wenn du mal folgende 2 Beiträge studierst. Mit studieren meine ich, mind. 2 mal zu lesen und zu verinnerlichen (vor allem den 2. Link). Dort geht es um die Propagation der Hefe und wie man die benötigte Menge berechnet.

https://braumagazin.de/article/hefebanking/
https://braumagazin.de/article/hefebank-weihenstephan/

Ich möchte irgendwann auch mal einen Artikel darüber schreiben, aber darauf würde ich nicht warten 🙂

Viele Grüße
Tobi

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