04.07.2017 | Rezeptbewertung

Das Rezept

Color Beer Icon
Ein populäres Rezept bei Einsteigern in der deutschen Hobbybrauer Community ist das Helle Hefeweizen Triticum Wormatia. Die Rezeptur findet ihr auf der Seite maischemalzundmehr.de, die dort von dem User Gambrinus zu Borbetomagus veröffentlicht wurde. Den Kommentaren kann man entnehmen, dass dieses Bier bei vielen Einsteigern sehr gut ankommt. Warum das so ist und wie es mir gelungen ist, zeige ich in dieser Rezeptbewertung Triticum Wormatia.

Ich persönlich habe dieses Bier bereits Mitte 2017 das erste Mal gebraut. Da es mein erster Sud war, habe ich diesen natürlich ausführlich dokumentiert und werde deshalb am Ende dieses Berichts ausführlich aufzeigen. Meine damaligen Fehler habe ich im Text entsprechend beschrieben und verbessert.

Der Gastbraumeister Manuel und ich haben dieses Rezept im Januar 2018 erneut gebraut, da es uns damals bereits geschmeckt hat und wir ein „schnelles“ Bier haben wollten. Nach nur 2 Wochen Reifezeit ist das Bier bereits fertig und kann getrunken werden. Für Manuel war es der erste Brautag und mich interessierte, wie sich das Bier durch eine andere Hefe verändert.

Hefe

2017 hatte ich die Wyeast #3068 Weihenstephan Wheat bei Zimmertemperatur vergoren. Damals hatte ich keine Temperatursteuerung und das Bier im Wohnraum im Sommer vergoren. Da ich zurzeit noch in einer Dachgeschosswohnung wohne, hatte ich Temperaturspitzen von bis zu 28°C. Das Bier hat trotzdem lecker geschmeckt und alle waren begeistert, aber war mir ziemlich sicher Gärnebenprodukte zu schmecken.

Einen richtigen Vergleich kann ich leider nicht machen, da ich beim letzten Sud im Januar 2018 die WLP300 Hefeweizen Ale vergoren habe. Dieses Mal allerdings in dem Gärkühlschrank bei 20-21°C.

Abweichung vom Plan

Durch hoher Sudhausausbeute haben wir eine Stammwürze von 13,6°P anstatt 13°P. Wir haben diese nicht weiter verdünnt. Außerdem hat die Hefe einen scheinbaren Endvergärungsgrad (sEVG) von 78% erreicht. Der Hersteller gibt für die WLP300 einen Rahmen von 72-76% an, daher hatte ich nicht mit 78% gerechnet. In Summe bedeutet das, dass wir anstatt der 5.6% Alkohol ca. 6,3% erreicht haben.

Resultat

Hops Icon
Malt Icon
Fruit Icon
Sweet Icon
Sour Icon

Das Hefeweizen ist noch einmal besser als zuvor. Die Farbe ist Goldgelb und leicht trüb, so wie man es erwartet. Es riecht und schmeckt fruchtig nach Banane und hat eine süße Note. Dabei ist es weder herb noch malzig und ist kaum spürbar sauer. Ehrlich gesagt übertrifft dieses Bier jetzt alle Erwartungen und ist besser, als jedes bisher probierte Weizen aus der Industrie. Das Rezept ist leicht nachzubrauen, man braucht nur eine Hopfenart und es kann bei Zimmertemperatur vergoren werden. Damit ist es ein ideales Weizen für den Einsteiger!

Willst du schon immer mal ein untergäriges Bier brauen? Dann kann ich dir nur das Pils fürs Volk empfehlen.

Der Brautag

An dieser Stelle noch einmal erwähnt: Es handelt sich um die Braudokumentation meines ersten Suds aus 2017. Inzwischen habe ich viele Probleme aus den Bildern verbessert. Im Text zu den Bildern erkennt ihr, was ich damals falsch gemacht habe. Zunächst einmal die Brauausrüstung zum damaligen Zeitpunkt:

Dann wurde eingemaischt. Entsprechend der Rasten im Rezept die Temperatur per Hand geregelt. Gerührt wird immer nur beim Heizen und alle 15 Minuten.

Der Einkocher dient dem Vorheizen des Nachgusses.

Gebraut wurde auf dem Balkon um unangenehme Gerüche im Wohnzimmer zu vermeiden. Außerdem war es ja schönes Wetter 🙂

Nun kam der spannendste Moment: Das Läutern. Bis zu diesem Zeitpunkt nur aus Literatur und Forum bekannt, war ich sehr aufgeregt.

Umgeschöpft wurde per Hand mit dem Messbecher.

Dann ging’s los. Hahn auf und die ersten 2-5 Liter trübe Würze sammeln…

… um sie dann wieder auf den Treber zu gießen.

Nach der zweiten Runde war es schon gut geklärt.

Eigentlich wollte ich meinen damaligen Brauprozess nicht sonderlich kritisieren, da es ja der allererste war. Trotzdem muss ich an dieser Stelle sagen, dass dieser Schlauch ungünstig montiert war. Das hatte zur Folge, dass ein Unterdruck entstand und sich der Treber zusammenzog. Dieses Problem hatte ich bereits beim 2. Sud gelöst, taucht aber natürlich hier in der Dokumentation wieder auf. Auch der Mikrofaser Filter ist an dieser Stelle nicht sinnvoll. Von daher: Bitte nur anschauen und nicht merken 🙂

Hier erkennt ihr schön wie es ausschaut, wenn sich der Treber in Richtung Hahn verdichtet. Rechts hat sich eine Rinne gebildet. Dadurch kam es dann beim Läutern zum Stau. Damals hatte ich den Treber dann aufgeschnitten, aber trotz allem dann zu früh das Läutern abgebrochen.

Dann wurde der Hopfen ausgewogen und in 3 Schalen für die 3 Hopfengaben aufgeteilt.

         

Das Triticum Wormatia hält was es verspricht. Es hat sich ein sehr schönes Bananen-Aroma entwickelt und die Zutaten sind gut aufeinander abgestimmt.

Willst du schon immer mal ein untergäriges Bier brauen? Dann kann ich dir nur das Pils fürs Volk empfehlen.

Gerne könnt ihr mir auch eine E-Mail hinterlassen (siehe Impressum) und einen Vorschlag für die nächste Bewertung einreichen.


Kommentar schreiben

Kommentar

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an unseren Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung (Link)

Hi,

sehr interessante Dokumentation deines Brauvorgangs… ich habe fast genauso letztes Jahr angefangen, aber noch nicht ganz so viel gebraut und auch noch keinen Gärkühlschrank (Im Keller bei uns sind es eigentlich durchgehend 18 Grad).

Wie hast du dein Problem mit dem Schlauch beim Läutern denn heute gelöst… ich mache das genauso, bisher ist es noch nicht zu Problemen gekommen, aber ich bin mir bewusst, dass es zu einem kommen könnte…

Hi Tom,
schön das es dir gefällt.

Den Schlauch habe ich einfach an einen Trichter befestigt und unter den Hahn gehangen. Das löst das Problem 🙂
Lösung

LG
Tobi

Moin

sieht sehr spannend aus und das weizen steht nun hoch auf meiner liste. dachte auch die wlp300 zu nehmen. bin es bei IPA*s und pilsener gewöhnt bis zu 14 tagen zu vergären. wie handhabst du es beim dem weizen?

bei manchen weizen lese ich das „nur“ 4 tage hauptgärung sind und danach auf flasche gefült wird bei 4gr. wäre dankbar für ein paar tips wie du die gärung durchführst (länge, temperatur, zucker usw)

Hi Lumpy,

lass die Hefe auf jeden Fall auch ausgären. Pauschale Angaben sind nicht möglich und auch gefährlich. Gerade beim Weizen, was du ja sowieso schon hoch karbonisierst (7g Co2/l), kann das zu Flaschenbomben führen. 14 Tage klingt erst einmal vernünftig. Ich persönlich unterscheide nicht zwischen den Stilen. Ein Weizen wird bei mir frühestens nach einer Woche das erste Mal gemessen. Dann 3 Tage später erneut. Ändert sich der Restextrakt nicht mehr, dann fülle ich ab. Ansonsten werden noch einmal 3 Tage gewartet. Das funktioniert eigentlich immer sehr gut und irgendwann bekommt man ein Gefühl dafür.

Die WLP300 würde ich bei 18°C anstellen und dann auf 20°C kommen lassen. Das erzeugt klasse Bananenaromen 🙂

Viel Erfolg!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen