22.05.2022 | Leserbier

Eine ganze Weile ist es schon her, dass ich den letzten Leserbier Beitrag geschrieben habe. Aber jetzt ist es endlich wieder so weit. Christian Tille hat mir ein paar Köstlichkeiten zukommen lassen und ich durfte sie beschreiben.

Der Hobbybrauer

Christian ist 35 Jahre alt und kommt aus Coswig. Das liegt direkt an der A9 zwischen Dessau und Lutherstadt Wittenberg.

Beruflich ist er Zerspanungsmechaniker und arbeitet auch heute noch in seinem Ausbildungsbetrieb.

Hobbybrauer ist er seit Oktober 2018. Zu Beginn hatte er lediglich ein Set inkl. Einkocher und seine ersten Gehversuche im Hobby waren eher unbefriedigend, weshalb er erstmal ein paar Monate keine Lust mehr aufs Brauen hatte.

Im Sommer 2019 ist er dann aber auf eine Hobbybrauer Facebook Gruppe gestoßen und hat sich von den Inhalten inspirieren lassen. Die Lust aufs Selbstgebraute ist wieder entfacht und er versuchte es erneut. Christian besorgte sich ein paar Bücher und los ging es in Runde 2.

Von da an wurden die Biere kontinuierlich besser. Zu Beginn noch ohne Gärführung und ordnungsgemäßer Lagerung, hat sich bis heute dann trotzdem noch einiges getan.

Christians Brauerei

Das Equipment ist seit dem Beginn stetig gewachsen.

Aktuell braut er auf einer 3500W Heizplatte mit 34 Liter Topf und Rührwerk. Das kommt mir bekannt vor 🙂

Außerdem hat er sich Spezialwerkzeug, ein pH Messgerät und ein Profi Messgerät zur Messung der Stammwürze besorgt.

Dazu kommt dann noch einiges an Ausrüstung, wie eine vernünftige Malzmühle, Kühlschränke, Bierheber, Eintauchkühler und co.

Ein Brautag bei Christian

Einmaischen in den 34 Liter Topf mit Rührwerk. Das pH Meter liegt auch schon bereit.

Dann wird in den zweiten Topf geläutert, in dem auch schon die Vorderwürzehopfung bereitsteht.

Mit Eintauchkühler wird dann am Ende der Sud heruntergekühlt. Das heiße Wasser landet dann direkt beim Nachbarn auf dem Balkon 😉 😉

Mit einem Bierheber kommt die Würze in den Gäreimer.

Der Gäreimer wandert dann in den Gärschrank von Christian.

Die 2 Pokale der letzten Hobbybrauer Meisterschaft müssen hier als Stütze dienen 😉

Christians Biere

Christian hat mir gleich 5 Biere zukommen lassen. Da ich nicht jeden Tag Bier trinke und ich auch noch andere „Projekte“ hatte, hat die ganze Verkostung ein paar Wochen gedauert. Aber so konnten die Biere sich wenigstens gut im Kühlschrank von der langen Fahrt erholen 🙂

Erhalten habe ich:

  • Helles (sein erstes UG)
  • 7 Korn Landbier mit 10% Rauchmalz
  • Altbier
  • Maibock (OG)
  • Rauchbier

Ich gehe auf jedes Bier ein, aber da der Beitrag sonst zu Umfangreich wird, dieses Mal etwas anders als sonst.

Helles

Das Helle hat einen gut haftenden feinen Schaum. Es ist sehr klar und die Farbe ist Gold-Gelb.

Eine feine Hopfennote kommt durch, sie ist nicht zu streng und auch nicht aufdringlich. Allgemein sehr süßliches Aroma.

Das Bier ist rezent und hat eine sehr hohe Karbonisierung. Die Bittere ist nur leicht wahrnehmbar. Ich bilde mir ein etwas Diacetyl herauszuriechen. Allgemein eher im Mittelfeld.

Altbier

Auch das Altbier macht einen guten optischen Eindruck. Der Schaum ist wieder sehr gut. Die Farbe könnte für ein Altbier etwas dunkler sein, aber das spielt hier für mich keine Rolle.

Das Aroma irritierte mich. Es ist gut und aufregend, hat mich aber total an Kräuter erinnert. Damit meine ich nicht hopfig-kräuterig, sondern nach richtigen Wildkräutern.

Geschmacklich auch OK, malzig, leicht rezent und die Bittere war eher im Hintergrund. Allgemein auch eher im Mittelfeld.

7 Korn Landbier

Das 7-Korn Landbier ist sehr klar und hat einen top Schaum. Die Farbe ist vielleicht etwas zu hell für ein Landbier, wobei sie mir ganz gut gefällt.

Aromatisch ist das Bier aufregend. Ein feines Aroma kommt durch, das leichte Rauch Nuancen besitzt.

Im Geschmack leicht malzig, relativ rezent und schön süffig. Die Bittere ist auch nur leicht im Hintergrund.

Dieses Bier hat mir sehr gut gefallen!

Maibock

Der Maibock von Christian ist auch sehr klar und auch bei diesem Bier ist ein toller Schaum gelungen.

Aromatisch ist dieser Bock sehr malzig. Ein Alkoholaroma ist nicht erkennbar.

Geschmacklich stark rezent mit leichter Bittere und leichter Restsüße.

Auch der Maibock ist wirklich gelungen. Den kann man ruhig noch einmal brauen. 🙂

Rauchbier

Das Rauchbier hat eine schöne Bernstein-Farbe, mit erneut sehr gutem Schaum, der feinporig ist und sich hoch aufbaut.

Ein schön malzig rauchiges Aroma steigt einem in die Nase, nicht zu stark und für ein Rauchbier auch nicht zu schwach. Aromatisch super!

Auch geschmacklich kann dieses Bier Punkten. Es ist vollmundig weich und weist eine leichte Rauchnote auf. Die Bittere ist sehr gut eingebunden und hängt auch nicht ewig nach.

Dieses Bier ist richtig klasse und trotz des Rauchs im Aroma und im Geschmack erstaunlich süffig. Eine klare Empfehlung!

Ich habe Christian gebeten das Rezept zu veröffentlichen, da wir es euch nicht vorenthalten möchten. Hier geht’s zum Rezept: Coswiger Qualm

Weitere Rezepte

Christian bat mich auch die folgenden Rezepte mit euch zu teilen, da er selbst sehr von ihnen überzeugt ist und diese euch nicht vorenthalten möchte.

Schaut doch einfach mal rein:

Smoked Raspberry Habanero Porter

CosWit

Fazit

Erstmal Danke für die Teilnahme und die tollen Biere. Waren das Helle und das Alt eher im durchschnitt, so sind die anderen Biere auf ganzer Linie gelungen!

Besonders das Rauchbier hat mir extrem gut gefallen, obwohl ich eigentlich gar kein Rauchbier Fan bin. Dieses Rezept werde ich bestimmt mal nachbrauen!

Natürlich ist es immer schön, wenn man viel Bier erhält. Mir hat das dieses Mal aber gezeigt, dass ich durch die Menge den Fokus verliere und es einfach super lange dauert, bis ich jedes einzelne Bier verkostet und beschrieben habe.

Daher werde ich in zukünftigen Leserbieren nur noch 1 Bier beschreiben, mich hier aber noch stärker auf dieses konzentrieren und dieses auch auf den Fotos besser in Szene setzen.

Wer also Lust hat, der kann mir gerne auch ein Bier zuschicken! Mache mit! Dein Bier auf Malzknecht.de

Tobi


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