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13.04.2022 | Hopfenanbau

Ich habe es getan! Lange habe ich überlegt, ob ich darüber überhaupt berichten soll. Einige von euch werden mich auslachen oder mich für verrückt erklären. Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht, ob das eine gute Idee war.  🙂

Doch was ist passiert?

Viele von euch kennen es aus dem eigenen Garten. Der März 2022 war so sonnenreich wie noch nie und hat bei vielen von uns im Garten dazu geführt, dass unser Hopfen wie verrückt wächst.

Auch bei mir war das der Fall.

Im letzten Beitrag zu meinem Hopfen in 2022 hatte ich ja bereits fröhlich und guter Dinge über den raschen Wuchs meines Tradition Hopfens berichtet. Das ging dann den restlichen März weiter und weiter.

Die Triebe waren locker schon 20cm lang und in Summe hatte ich mehr als 10 Stück.

Einfluss aus der Literatur

Letztes Jahr bin ich ja erst mit dem Hopfenanbau angefangen und hatte damals einfach im Mai ein Pflänzchen gekauft und eingepflanzt. Ich habe mich nicht darum kümmern müssen, wie viele Triebe man für den Wuchs braucht.

Allgemein habe ich einfach noch keine eigene Erfahrung, wie man mit dem Hopfen in den ersten Monaten im Jahr umgeht.

Deswegen schlug ich mein Hopfenliebe Buch (*) auf (was ich an dieser Stelle jedem ans Herz legen kann) und suchte das Kapitel zum Frühjahrsschnitt.

Dabei stolperte ich über einen Absatz, der beschreibt: „Ab März spitzen die ersten Triebe aus dem Boden. […] die ersten Triebe zeitig zu entfernen und auf spätere Triebe zu warten.“ (Toni Nottebohm, Hopfenliebe S.153)

Hauptgrund ist angeblich die drohende Frostgefahr der jungen Triebe.

Einfluss vom Wetterbericht

Mit dieser Info saß ich daheim und schaute die Nachrichten. Nach wochenlanger Trockenheit und früh-sommerlichen Temperaturen, drohte plötzlich eine Kaltfront einzubrechen. Einige Tage später war es dann sicher: In 2 Tagen -3 bis -6 Grad Nachts.

Ich überlegte lange, handelte dann aber ohne Rücksprache mit euch direkt.

Ich habe es getan

Kurzerhand ging ich in den Garten und bescherte meinen schönen jungen Trieben vom Tradition Hopfen den kurzen Prozess. Mit einem Teppichmesser schnitt ich alle Triebe gnadenlos am Stumpf ab.

Okay, 3 kleine mini Triebe lies ich dann doch noch stehen, quasi als Backup.

5 Minuten später wusste ich schon nicht mehr, ob das wirklich die richtige Entscheidung war. Ich hoffe es zwar, aber wenn nicht, dann ist meine diesjährige Hopfensaison 2022 bereits im April zu Ende.

Das war übrigens Anfang April, also schon gute 2 Wochen her. Zum aktuellen Zeitpunkt hätte ich es nicht mehr gemacht.

Einfach machen?!

„Einfach machen“.. das sagt man oft immer so leicht, aber wenn man immer versucht alles bestmöglich zu machen, dann fällt einem das ganz schön schwer. Ich habe mir in diesem Fall aber einfach den Ruck gegeben und es ohne große Recherche ausprobiert.

Wenn ich scheitere, dann habe ich dazugelernt und im schlimmsten Fall keinen Spaß an meinem Hopfen in diesem Jahr.

Falls die Entscheidung aber richtig war, dann könnte ich mit einem großen Ertrag rechnen.

Ich will hier keine Persönlichkeits-Beratung aufmachen 🙂 Mir war es aber gerade einfach wichtig, über meine Gedanken zu bloggen.

Allgemein bin ich gespannt, wie das Thema ausgeht und halte euch auf dem Laufenden.

Danke für euer großes Interesse an meinen Themen!

Gut Sud,

Tobi


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Kommentare

Hi,
ich kann mich absolut in deine Lage versetzen,vor zwei Wochen stand ich vor der selben Entscheidung und habe es auch gemacht 🙂
Ich habe allerdings im grünen Heft von der Landwitschaftskammer Bayern gelesen das dadurch auch Krankenheiten, wie falscher Mehltau, vermieden werden sollen.
Dort waren auch Tiefe undZeitpunkt angegeben zu den einzelnen gängigen Sorten.

Ich hoffe jetzt auch mal das Beste und dass alles gut geht.
LG
Christoph

Hi Tobi,
keine Sorge! Nach meiner Erfahrung der Hopfen ist unverwüstlich

VG, Attila

Hi Leute,

das beruhigt mich, danke! Inzwischen haben mich viele Kommentare erreicht, dass das vollkommen OK war. Die Qualität scheint dadurch besser zu werden. Mal schauen ob es klappt 🙂
Danke für eure Hilfe.

VG
Tobi