20.11.2020 | Rezeptbewertung

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Irgendwie bin ich in den letzten Monaten in einem IPA Rausch. Ziemlich langweilig, oder? Naja, mit den verschiedenen Aromahopfen kann man schon eine ganze Menge Variation schaffen. Dieses Mal habe ich mich für ein Mandarina Bavaria und Huell Melon IPA entschieden.

Der gute Docpsycho hat dieses Bavarian Melon Pale Ale Rezept bereits 2017 auf Maischemalzundmehr veröffentlicht, aber viele Informationen von anderen Hobbybrauern existieren noch nicht.

Was mich zu diesem Rezept gebracht hat ist die Tatsache, dass es mit wenig Zutaten auskommt und ich meinen Huell Melon aufbrauchen wollte 🙂

Hell-Kupfernes IPA mit schönen mandarinigen erdbeerigen Noten und furztrocken.

Mandarina Bavaria IPA Rezept

Docpsycho hat in diesem Rezept versucht ein besonders trockenes IPA zu schaffen.

Mit einer Stammwürze von 13% und einer geschätzten Bittere von 45 IBU kratzt dieses Bier wohl eher an der unteren Grenze eines klassischen IPAs.

Auch die Farbe ist mit 16 EBC eher heller als normal.

Die Schüttung ist mit ca. 70/30 Pale Ale und Münchner schnell erklärt. Weil der Fokus ganz klar ein trockenes Bier war, hat der Autor auf den Einsatz von Karamellmalzen gänzlich verzichtet. Sie würden dem Bier nämlich eine gewisse Restsüße verleihen.

Maischplan

Auch der Maischplan ist darauf ausgelegt, möglichst viele vergärbare Zucker zu erzeugen. Er verwendet hier Rasten, die bei trockenen Pils-Rezepten häufig vorkommen.

Dabei fährt man für ca. 20 Minuten eine Maltoserast und erhöht im Anschluss die Temperatur auf die Kombirast bei 67°C bis zur Jodnormalität.

Das führt zu super trockenen Bieren. Ob das nicht etwas zu viel für ein India Pale Ale ist? Ich bin sehr gespannt.

Würzekochen

Das Mandarina Bavaria IPA wird gekochtWährend der 90-minütigen Kochzeit wird das IPA sowohl mit Mandarina Bavaria, als auch mit Huell Melon gehopft. Durch diese Hopfung verspricht das Rezept ein Aroma von Mandarinen und Erdbeeren. Klingt erst einmal ganz spannend.

Der Magnum wird nur zum Bittern verwendet. Wenn du diesen nicht besitzt, tausche ihn einfach gegen irgendeinen Hopfen aus. Vorzugsweise eine Hoch-Alpha Sorte. Natürlich musst du dann die Hopfengabe an die Alphasäure des Austauschhopfens anpassen.

Am Ende folgt dann noch eine Whirlpool Hopfung. Dafür ist es wichtig das Bier erst auf unter 80°C zu kühlen und erst dann gibst du den Hopfen dazu. Gibst du ihn direkt nach Flameout, wird dein Bier noch mal eine ganze Nummer bitterer.

Gärung

Das Mandarina Bavaria IPA Rezept verwendet die englische Fermentis Safale S-04. Sie ist in der Regel nach wenigen Tagen mit der Gärung durch und erzeugt leichte, aber wahrnehmbare Ester. Sie wird bei 19°C vergoren und es wird ein Endvergärungsgrad von ca. 80% erwartet.

Falls du aber noch Einsteiger bist und dir die Erfahrung mit der Gärung noch fehlt, dann warte lieber eine Woche und fülle erst ab, wenn sich die Stammwürze innerhalb von 3 Tagen nicht mehr ändert. Sicher ist sicher 😉


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Wasser

Leider fehlt im Rezept eine Angabe des Wasserprofils. Gerade bei IPAs ist dieses sehr wichtig, damit dein Bier z.B. keine kratzige Bittere entwickelt.

Falls dieses Thema für dich noch Neuland ist, dann nutze einfach etwas Sauermalz oder Milchsäure, um zumindest deine Restalkalität auf kleiner 0 zu senken. Alles andere kannst du auch ein anderes Mal lernen.

Ich habe mein Wasser wie folgt eingestellt:

Ca 78 ppm
Mg 10 ppm
Na 0 ppm
Cl 87 ppm
SO4 112 ppm
RA~-3,5

Mein Mandarina Bavaria IPA

Das Mandarina Bavaria IPA - was ein Genuss nach Mandarine und Erdbeere

 

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Reifezeit: 4 Wochen! Weitere Infos: Lagerzeit / Reifezeit

Aussehen: Das Bier ist klar und hat eine schöne Gold-Bernstein Farbe. Der Schaum ist stabil und sehr feinporig.

Aroma: Beim ersten Riechen kommt einem schon eine fruchtige Note entgegen. Die Mandarine liegt klar im Vordergrund. Wenn man an Erdbeere denkt, ist auch diese leicht zu erkennen. Das Aroma ist eher dezent und leicht im Hintergrund. Melone ist gar nicht wahrzunehmen. Das Gesamtaroma ist eher süßlich.

Geschmack:  Der Antrunk ist rezent. Das IPA ist sehr trocken und bei dem oben beschriebenen Aroma, erwartet man an dieser Stelle einen anderen Körper. Durch das trockene Bier kommt die eigentlich leichte Bittere klar in den Vordergrund. Auch im Abgang ist die Bittere noch lange präsent.

Schaumstabilität des Mandarina Bavaria IPAs Farbe des Mandarina Bavaria IPAs

Fazit

Mandarina Huell Melon Rezept von vorne

Der Brauprozess ist einfach und das Bier somit schnell gebraut. Im Vergleich zu manch anderen IPA Rezepten, kommt man hier schon mit sehr wenigen Zutaten zu einem geschmacksvollen Ergebnis.

Ich persönlich hatte mit dem Bavarian Melon Pale Ale meine Höhen und Tiefen. Ganz zu Beginn, nach 3 Wochen Reifung, war mir das Bier noch nicht rund genug. Die trockene Eigenschaft legt die Bittere deutlich in den Vordergrund und erinnert – was das angeht – schon sehr an ein norddeutsches Pils.

Deshalb habe ich es noch weitere 4 Wochen lagern lassen, was dem Bier sehr gutgetan hat.

Das Aroma duftet herrlich nach Mandarinen und Erdbeeren, wie es Docpsycho in seinem Rezept versprochen hat. Bei der ersten Verkostung nach 3 Wochen Reifung war dieses Aroma zwar spürbar, aber von einer Hopfenbombe weit entfernt.

Nach der zweiten Lagerzeit empfand ich das Gesamtbild des Bavarian Melon Pale Ales als viel abgerundeter und auch die Bittere passte nun zum Rest im Bier. Wie zu erwarten hat natürlich auch das Aroma leicht abgebaut.

Meiner Meinung nach könnte das Rezept noch eine Kalthopfung vertragen, da mir das Hopfenaroma für ein IPA zu schwach ausgeprägt ist.

Wer gerne trockene Biere mit leichtem Aroma trinkt, ist bei diesem Rezept genau richtig.

Stehst du eher auf die vollmundigen mastigen IPAs, dann könnte dieses Rezept eventuell nichts für dich sein. In dem Fall würde ich dir eher das Nelson Sauvin Rezept (BrewDog) Herkules Stachelbeere empfehlen.

 

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