19.01.2022 | Rezeptbewertung

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Schon immer wollte ich das Punk IPA von BrewDog nachbrauen. Es war damals eines meiner Lieblingsbiere und natürlich musste ich es auch selber einmal brauen. Das ist vor einer gefühlten Ewigkeit passiert. Heute kommt dann endlich der Beitrag dazu.

Dabei ist nicht alles nach Plan verlaufen. Aber wann läuft schon alles nach Plan, oder? 😉

Allgemein trinke ich sehr gerne die Biere von BrewDog. Besonders im Urlaub stolpert man immer mal wieder über Pubs, die BrewDog gelistet haben. Hier bei mir im Münsterland habe ich leider noch nichts gesehen. Hier gibts ja auch kaum Pubs 😀

Aber man kann ja auch inzwischen alles online bestellen.

Nunja, jetzt aber mal zurück zum Thema.

Kennst du BrewDog Recipes?

Ich bin mir sicher, dass die meisten von euch BrewDog und deren Rezepte kennen. Spätestens nach dem Lesen meines Beitrags zu dem Top Rezeptseiten müsstest du über diese Seite gestolpert sein 😉

Falls nicht, dann gebe ich dir einen kurzen Überblick: BrewDog ist eine Schottische Brauerei, die erst 2007 gegründet wurde.

BrewDog ist inzwischen weltweit bekannt und die Biere haben in der Craftbeer Szene teilweise schon Kult erreicht. Anders als die großen Konzerne, legt BrewDog den Fokus auf extravagante Biere. D.h. es kommen auch mal untypische Rohstoffe hinzu oder sie wagen neue Schritte fern ab des Mainstreams.

Malz mahlen mit mattmill student

Auch die Unternehmensfinanzierung ist anders als bei den meisten Mitbewerbern. BrewDog hat sein Unternehmen über Crowdfunding finanziert, sodass viele Kleinanleger Teilhaber werden konnten.

Bei uns Hobbybrauern ist BrewDog aber besonders bekannt, da das Unternehmen die sog. „Need to Share“ Politik fährt. D.h. sie teilen jegliche Rezepte ihrer kommerziellen Biere mit der Öffentlichkeit auf brewdogrecipes.com.

Das Punk IPA ist übrigens das Bier, was BrewDog seit der Gründung anbietet, quasi ihr Steckenpferd. Daher wollte ich das Punk IPA einmal nachbrauen.

Das Punk IPA

Auf der Webseite gibt es eine alte und eine neue Version, denn seit 2010 braut das Unternehmen das legendäre Punk IPA auf Basis einer neuen Rezeptur. Ich habe mich für die aktuelle Variante entschieden.

Hier ist das Rezept: Rezept

Die Rezepte von BrewDog sind allerdings nicht immer so vollständig dokumentiert, wie wir Hobbybrauer es uns wünschen. In der Regel fehlt immer die Angabe, wie viel Alphasäure der Hopfen hatte und nach wie viel Minuten man ihn reingeben soll.

Außerdem gibt’s keine Angabe wie lange gekocht werden soll. Manchmal fehlt sogar der ganze Maischeplan.

Aber mit etwas Erfahrung kann man sich diese Dinge häufig herleiten oder man nimmt einfach Durchschnittswerte an. Die Rezepte sind daher keine exakten Produktionsrezepte aus der BrewDog Brauerei, geben uns aber Anhaltspunkte um annähernd ein ähnliches Ergebnis zu erzielen.

Falls ihr Fragen habt, schreibt es gerne als Kommentar.

Hopfen

Beim Punk IPA spielt der Hopfen eine besondere Rolle. Manchmal kommen so viele verschiedene Hopfensorten zum Einsatz, dass mich der finanzielle Aufwand abschreckt. In diesem Fall hält es sich aber noch in Grenzen. Die Meisten hat man vielleicht eh noch rumfliegen.

Um das Punk IPA nachbrauen zu können, musst du folgende Hopfensorten zur Verfügung haben:

  • Chinook
  • Ahtanum
  • Simcoe
  • Nelson Sauvin
  • Cascade
  • Amarillo

Die Mengen sind auch nicht unerheblich, daher prüfe vorher, ob du wirklich alles hast.

Der Brautag

 

Malzknecht ist zu dumm zum brauen

„Ja aber Tobias, warum ist dein Bier denn so rot? Das Original ist doch viel heller?“

Wem ist es aufgefallen?

Naja… ich habe bei der Rezepterstellung nicht aufgepasst und war dann bei der Vorbereitung noch weniger Aufmerksam.

Im Rezept steht 15 EBC. Dafür kommt überwiegend Extra Pale Ale Malz ins Bier. Zusätzlich eine kleine Gabe Karamellmalz.

Ich weiß nicht was mich geritten hat, aber anstatt ein helles Karamellmalz zu nehmen, habe ich Caraaroma 400 EBC in den kleinen Brauhelfer eingetragen. Während des Abwiegens und auch beim Mahlen ist mir nicht aufgefallen, dass diese Körner super dunkel sind. 😀

Erst als ich dann die Vorderwürze gesehen hatte, dachte ich mir…

.. man.. BrewDog nimmt das „Punk IPA“ ja wirklich beim Namen so schön rot wie das Bier ist. Aber dann kam die Gewissheit..

Oh man.. naja .. nicht das Original getroffen. Aber dafür hat mein Bier jetzt eine schönere Farbe 😛


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Das Punk IPA nachgebraut

Nachdem die Farbe ja nicht mehr dem Original entspricht, muss ich wahrscheinlich auch beim Aroma und Geschmack Abzüge machen. Das Caraaroma wird sich bestimmt sensorisch bemerkbar machen, aber das ist nur eine Vermutung.

 

Hops Icon
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Aussehen: Rot bis Bernstein, Schaum baut sich gut auf und fällt sehr spät erst zusammen. Haftet außerdem gut am Glas und ist feinporig.

Aroma: Sehr tolles fruchtiges Aroma. Schöne Kombination der Hopfensorten. Der Chinook ist glaube ich hier wirklich dominant. Kein Alkoholaroma.

Geschmack: Malzig süß und vollmundig. Die Bittere ist klar spürbar, aber nicht aufdringlich. Läuft leicht die Kehle herunter. Ist auch im Abgang noch fruchtig in der Nase.

Fazit zum Punk IPA

Wer das Punk IPA kennt oder wer generell gerne IPAs trinkt, der sollte dieses Rezept einmal ausprobieren. Eine überaus fruchtige Angelegenheit, bei der in meiner Variante der Chinook die Überhand hatte.

Ein wirklich toller Allrounder dieser Chinook.

Die schwammigen Angaben im Rezept bei BrewDog führen dazu, dass man sich bei der Rezepterstellung etwas konzentrieren sollte. Dann klappt das auch mit der Farbe 🙂

Mein Fehler mit dem Caraaroma schmecke ich glaube ich heraus, da mein Punk IPA doch relativ malzig war und ich das Punk IPA so nicht mehr in Erinnerung hatte.

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal. Werde von nun an wieder mehr Beiträge posten.


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Kommentare

Die Farbe ist einfach… Wow!!!

Moin Laurens,

die Farbe ist wirklich richtig cool. Wenn du mal ein ganz rotes Bier brauen willst, dann melde dich bei mir 🙂
Caraaroma regelt den Rest

Tobi

Ich mag Punk IPA und Caraaroma auch. Für mich kommt die Geschichte wie Rezept Verbesserung vor.

Danke für den Post, werde das Punk IPA auch mal brauen. Die Farbe entspricht zwar nicht dem Original, sieht aber trotzdem richtig klasse aus. Die Hopfenmengen haben es schon in sich, aber es ist ja auch ein einzigartiges Rezept. 😉

Liebe Grüße aus Wien

Hi Niklas,

Ja ein tolles Bierchen!
Sag mir mal wie es dir geschmeckt hat.

Viele Grüße
Tobi

Hallo Tobi,

ich habe mich ebenfalls schon mit den Rezepten von Brew Dog beschäftigt. Wie du bereits in deinem Beitrag erwähnt hast werden die Hopfengaben (Zeitpunkt, Alphasäure) nicht wirklich präzise angegeben. Daher meine Frage, wie interpretierst du die folgenden Angaben zum Zeitpunkt der Hopfengaben in Brew Dog-Rezepten:

Start = Kochbeginn oder Vorderwürzehopfung?
End = Kochende oder Whirpoolhopfung?

Zudem habe ich schon mehrere Rezepte gefunden, die eine Kombirast bei 63 °C angeben. Kann das sein?

Danke im Voraus schonmal für deine Hilfestellung! 😉

Beste Grüße!
Stephan

Moin Stephan,

ja das ist echt immer etwas ärgerlich, aber man kann ihnen es nicht verübeln. Ich freue mich schon darüber, dass sie überhaupt die Zutaten nennen. Wenn ich mir die Biere der Industrie anschaue, dann suche ich häufig vergeblich den eingesetzten Hopfen!

Bei Kochbeginn meinen die eine Bittergabe. Ich würde diesen Hopfen 60 Minuten kochen.
Kochende ist die Aromagabe. Kannst du machen wie du möchtest. Entweder alles in den Whirlpool, oder einen Teil 5min vor Ende und den Rest in den WP, oder du teilst es noch weiter auf, z.B. 20min, 10min und 5min vor Ende.
Wichtig ist, dass du die IBUs immer gleich hast. Dadurch verändern sich die Mengen.

Kombirast bei 63°C klingt für mich auch komisch. Es soll ja eine Kombi aus Beta- und Alpha-Amylasen sein, daher der Name. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber bei 63°C meine ich hat die Alpha-Amylase nicht mehr so viel zu melden. Du behältst also Stärke im Bier, die du dann separat noch einmal bei 72°C verzuckern müsstest. Dann wäre es aber keine Kombirast mehr 🙂
Sorry, keine Ahnung warum! Ist aber interessant. Frag doch mal im Forum danach.

VG
Tobi