06.01.2022 | Brauen lernen

Eigentlich haben wir mit unserem Hobby wirklich Glück, dass das Bierbrauen aktuell vom Gesetz her legal ist und wir keine Auflagen bekommen. Jeder der sich schon mal mit dem Herstellen von Spirituosen beschäftigt hat wird diesen Luxus schätzen. Hobbybrauer Zoll Anmeldung ist das Thema in diesem Beitrag.

Ist Hobbybrauen legal?

Kurze Antwort: Ja!

In Deutschland ist das Herstellen von Bier für den Eigenbedarf legal und bis 200 Liter pro Jahr steuerfrei! Ich hoffe dass sich das auch in Zukunft nicht ändern wird.

Das bedeutet für dich, dass du jederzeit und so häufig wie du willst im Jahr brauen kannst. Du musst nur aufpassen, dass du in Summe nicht über 200 Liter Bier kommst. Die Stammwürze ist dabei übrigens egal.

Diese Freimenge zählt nicht pro Person, sondern pro Haushalt! Wenn du in einer Hobbybrauer-Familie wohnst, dann gilt das zu berücksichtigen 😉

Nicht erlaubt ist die kommerzielle Verwendung deines Bieres. Du darfst es also nicht verkaufen oder irgendwo öffentlich anbieten.

Du musst dich übrigens als Hobbybrauer nicht an das Reinheitsgebot halten 🙂

Hobbybrauer Zoll: Die jährliche Meldepflicht

Das Gesetz erlaubt uns also die steuerbefreite Herstellung von Bier zuhause. Dafür müssen wir aber einmal im Jahr melden, dass wir in dem Jahr Bier brauen und nicht über den Steuerfreibetrag kommen werden.

Konkret müssen folgende Infos dem Hauptzollamt vorgelegt werden:

  • Adresse des Haushalts
  • Die Menge an Bier die du dieses Jahr braust (Schätzung)

Hobbybrauer Zoll anmelden!

Die Meldepflicht ist in unter 5 Minuten erledigt. Wenn du dein Hauptzollamt bereits kennst, dann sogar noch schneller.

Hier findest du dein zuständiges HZA: Liste der Hauptzollämter. Einfach PLZ eingeben und dann die E-Mail Adresse kopieren.

Im nächsten Schritt nimmst du folgende E-Mail Vorlage, änderst die Platzhalter ab und schickst die Mail an dein HZA.

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit zeige ich an, dass ich in meinem Haushalt, [ADRESSE], im Jahr [JAHR], als Heimbrauer 
Bier herstellen werde. Am [DATUM] ist der erste Sud geplant, ca. 20 Liter Vollbier mit 12°P Stammwürze.

Ich werde voraussichtlich die steuerliche Freimenge (derzeit 0,2hl) in diesem Jahr nicht überschreiten. 
Das Steuerformular 2075 ist mir bekannt und wird im Falle einer Überschreitung der Freimenge angewendet.

Vielen Dank

Nach ein paar Tagen erhältst du dann die Bestätigung per Post.

Du musst da aber nicht drauf warten und kannst direkt losbrauen!

Du darfst auch mehr als 200 Liter brauen!

Das tolle an der aktuellen Gesetzeslage ist, dass du auch jederzeit mehr als 200 Liter brauen darfst! Legal ist das, du muss es nur versteuern.

Falls du mehr als 200 Liter braust, dann musst du allerdings auch die 200 Liter zuvor versteuern. Wenn du also 220 Liter in Summe braust, dann versteuerst du nicht 20 Liter, sondern 220 Liter.

Das klingt jetzt alles teuer, ist’s aber aus meiner Sicht nicht. In diesem Beitrag habe ich schon mal erklärt, wie man sein Bier für einen Wettbewerb versteuert. Die gleiche Berechnung greift auch hier und hängt von der Stammwürze und der Menge ab.

Grob gesagt bewegen wir uns in einem Rahmen von 8-15 € pro 100 Liter Bier.

Per Gesetz müsst ihr allerdings jeden einzelnen Sud versteuern und könnt das Versteuern nicht bündeln z.B. um es nur einmal im Jahr zu machen. Ich würde einfach mal beim Hauptzollamt anrufen und fragen, ob du es auch anders regeln kannst.

Fazit

Als Hobbybrauer haben wir eine große Freiheit. Im Vergleich zum Hochprozentigen haben wir Bier-Brauer echt gut Karten erwischt.

Damit das so bleibt, sollten wir uns alle aber an die Spielregeln halten und unsere Bierherstellung ordnungsgemäß beim Zoll melden. Das geht sehr schnell und hat für dich keine finanziellen Nachteile.

Selbst wenn du mehr als 200 Liter pro Jahr braust, sind die Kosten in meinen Augen wirklich noch OK.

Du hast gesehen: Die Bierbrauen Zollanmeldung ist super einfach und schnell.

Wer sich noch weiter informieren will, der schaut am besten mal hier auf der Homepage vom Zoll unter folgendem Link. Dort ist alles sehr gut erklärt.

Hier geht’s zum Zoll


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