30.06.2021 | Leserbier

Und schon sind wir beim 7. Leserbier auf Malzknecht.de. Ich freue mich, dass so viele Interesse an dieser Aktion zeigen und so tolle Biere einreichen. Dieses Mal durfte ich die Biere von Daniel probieren, der unter dem Namen Braunsbruch Bierwerk braut.

Daniel hat mir freundlicherweise gleich 3 Biere zugeschickt, ein New England Pale Ale, ein Wit und ein Grut. Außerdem gibt’s wie immer ein paar Worte zum Brauer und seiner eigenen Marke 🙂

Der Brauer

Daniel ist 31 Jahre alt und seit über einem Jahr Hobbybrauer. Er hat eine eigene Webseite und wer mag, kann ihn auf Instagram adden.

Angefangen hat alles in Hamburg, wo er bis vor Kurzem noch gelebt und seine ersten Brauversuche gestartet hat.

Inzwischen wohnt er wieder in seiner Heimat in Niedersachsen im Landkreis Verden. In Kürze zieht er dort mit seiner Frau und seinem Sohn ins Eigenheim ein, welches er in den vergangenen Monaten kernsaniert hat.

Ich kann gut verstehen, dass sich Daniel über diesen Schritt freut.

Bestimmt auch ein Stück deshalb, weil Daniel dort demnächst einen vorhandenen Schuppen zum Brauraum umbauen wird. 🙂

Außerdem plant er in Zukunft vielleicht den Anbau des eigenen Hopfens. Damit habe ich übrigens auch dieses Jahr gestartet.

Braunsbruch Bierwerk

Daniel hat sich seit Anfang an ein eigenes Konzept für sein Bier ausgedacht. Unter dem Namen „Braunsbruch Bierwerk“ hat er bereits ein eigenes Logo und erste Etiketten entworfen.

Das alles passierte sogar noch bevor Daniel das erste Malz ins Wasser geworfen hatte.  Das hatte aber auch ein Hintergrund.

Um die Nerven seiner Frau nicht übermäßig zu strapazieren, wollte Daniel unbedingt bis nach dem Einzug ins Eigenheim warten. Das erforderte viel Geduld! Aber das ist ja bekanntlich das schwierigste beim Brauen, was man als Einsteiger erstmal lernen muss.

Von daher war der Schritt vielleicht gar nicht so schlecht 🙂

Die viele Zeit des Wartens nutzte Daniel für den Aufbau seiner Marke. Der Name „Braunsbruch“ bezieht sich auf den Heimatort, in dem er zukünftig wohnen wird.

Trotzdem war die Ungeduld dann irgendwann doch zu groß, sodass Daniel seine ersten Brauversuche startete. Mal lief es gut, mal lief es schlechter und Daniel hat viel dazugelernt.

Daniels Brauanlage

Das Braunsbruch Bierwerk besteht aktuell aus einem Einkocher und allem nötigen Zubehör. Daniel plant dieses Setup nach und nach zu optimieren und Teile zu ersetzen.

Z.B. soll bald eine Induktionskochplatte und Pfanne angeschafft werden, da er mit dem Einkocher noch Probleme mit dem wallenden Kochen hat. Der Einkocher soll dann weiterhin zum Maischen genutzt werden.

Daniels Biere

Die Braunsbruch Biere werden grundsätzlich nach Song-Titeln benannt. Diese entstammen in der Regel aus der Liste seiner Lieblingslieder. Natürlich kombiniert Daniel diese auch mit Namen, die dann auch zum Bier passen. Sehr kreativ 🙂

Zugeschickt hat er mir gleich drei seiner Biere, ein Bergamotte-Witbier, ein NEPA und ein Grutbier. Ich bin sehr gespannt!

White Wedding – Wit

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Aussehen: Sehr hell-gelb, Schaum sehr stark aufbauend, mittelgrob-porig, mittelmäßig stabil, leicht haftend.

Aroma: Sehr frisches und süßliches Aroma. Eine leichte fruchtige Zitrus-säuerliche Note kommt durch.

Geschmack: Sehr rezent, kaum bitter, Bittere gut eingebunden und nicht aufdringlich, eher trocken, stiltypisches Geschmacksprofil

Fazit: Das Wit ist sehr gut gelungen. Es gibt keine Fehlaromen und das Bier ist allgemein sehr stiltypisch. Das Aroma ist frischer und fruchtiger, als ich es von einem Wit kenne.

Allgemein bin ich nicht so der Wit Fan, da ich es immer zu lasch finde. Deine Variante gefällt mir aber sehr gut, da das Bier im Geschmack auch noch recht aufregend ist, anders als manche Kaufbiere 🙂

Bergamotte kenne ich nicht und habe ich noch nie im Bier gehabt. Wenn ich wählen müsste, würde ich auf die fruchtige säuerliche Note im Aroma tippen. Ein paar Infos wären traumhaft!

 

Info vom Brauer

Ich mag das Bier sehr gerne und bin auch ziemlich zufrieden, dass es trotz der Experimente so gut gelungen ist. Wahrscheinlich werde ich das Bier demnächst für die Hochzeit meines Bruders noch einmal brauen, weil es ihm so gut gefallen hat; und der Name passt ja außerdem!

WHITE WEDDING
Allgemein:
  • Bergamotte-Witbier
  • 20 Liter
  • STW 12,5 °P IBU 12 EBC 5 ALC 4,3%
Schüttung:
  • Heidelberger Malz
  • Heidelberger Weizenmalz
  • Weizenflocken
Maischen:
  • 5 min Protease bei 52 °C
  • 40 min Maltose bei 63 °C
  • 20 min Verzuckerung bei 72 °C
Zutaten beim Kochen:
  • Tradition
  • Koriander
  • Bergamotte-Öl
Keller:
  • Hefe: Gozdawa CBW (21 °C)

Victory over the sun – New England Pale Ale

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Aussehen: Hell-gelbe Farbe, eher trüb, Schaum mittelmäßig fein, sehr beständig, haftet etwas am Glas

Aroma: Fruchtiges Aroma, Gesamtaroma geht eher in Richtung Zitrus, auch ist eine grasige Note deutlich erkennbar.

Geschmack: Angenehm rezent, weiches Mundgefühl, leichte Bittere spürbar, aber weder aufdringlich noch nachhängend, nicht zu vollmundig aber auch nicht zu trocken.

Fazit: Die Farbe und das Aroma sind sehr ansprechend und machen Lust auf mehr. Der Geschmack ist angenehm und das Bier lässt sich aufgrund der leichten Bittere und dem schönen Mundgefühl sehr gut trinken.

Das Aroma hat neben den klassischen fruchtigen Aromen etwas hopfiges / grasiges, was mich etwas stört. Entweder kommt das von einem eingesetzten Hopfen, oder einfach durch die Menge an Hopfen die verwendet wurde.

In Summe aber ein tolles NEPA. Meine Frau hats mir nach der Verkostung aus der Hand gerissen 🙂

Info vom Brauer

Ich hatte mir das Bier etwas fruchtiger gewünscht, damit es dem New England Style ein bisschen näher kommt. Ich habe aber bewusst auf eine Kalthopfung verzichtet, weil die mir zuvor einen ganzen Sud versaut hatte und wahrscheinlich ist der Hopfen-Fruchtigkeit bei reinen Gaben im Heißbereich einfach eine Grenze gesetzt.

Die von dir beschriebene leicht unangenehme Note kommt wahrscheinlich von der recht hohen Menge an Hopfen.

VICTORY OVER THE SUN
Allgemein:
  • 20 Liter
  • STW 13,5 °P IBU 25 EBC 6 ALC 5,7%
Schüttung:
  • Pale Ale
  • Heidelberger Malz
  • Heidelberger Weizenmalz
  • Weizenflocken
Hopfen:
  • El Dorado
  • Mosaic
  • Simcoe
Keller:
  • Hefe: Lalbrew Verdant IPA (21 °C)

Rainbow Woodoo – Grut Bier

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Aussehen: Gelb-orange Farbe, Schaum mittelmäßig fein, gut haftend und mittelmäßig stabil. Ganz leichte Trübung.

Aroma: Interessantes Aroma nach Kräutern und leicht nach Malz. Das Aroma ist eher süßlich. Eine leichte Alkoholnote ist auch erkennbar

Geschmack: Leicht rezent, ganz leichte Bittere, dementsprechend weder aufdringlich noch extrem nachhängend. Weiches Mundgefühl, vollmundiger und leicht alkoholisch. Schöner Körper.

Fazit: Das Grut hat mir sehr gut gefallen. Hier gabs keine Kanten, sondern alles ist schön abgerundet. Die leichte Alkoholnote passt ganz gut zu dem kräuterigen Aroma.

Ich bilde mir noch ein, etwas fruchtiges / süßes herauszuriechen. Hast du noch einen fruchtigen Aromahopfen eingesetzt oder kommt das von den Hollunderblüten?

Info vom Brauer

Hier habe ich noch mehr herumprobiert und kurzfristig auch etwas improvisiert, weil der gewünschte Gagel aus Schottland nicht ankam.

Dem Bier hat es nicht geschadet und es ist ein Bier dabei herausgekommen, das ich so vorher noch nicht getrunken hatte.

Die leichte Frucht kommt evtl vom Simcoe, wahrscheinlich aber hauptsächlich von den Holunder- und Heideblüten. Die geben dem Bier auch etwas von dem Körper zurück, den es aufgrund des hohen sEVG einbüßen musste.

RAINBOW VOODOO
Allgemein:
  • Grutbier
  • HG 18 Liter
  • NG 14 Liter
  • STW 14,5 °P IBU 19 EBC 16 ALC 7,3%
Schüttung:
  • Barke Pilsner
  • Abbey
  • Cara-Hell
  • Cara-Pils
  • Wacholderbeeren, Rosmarin
  • Beifuß, Lorbeer
  • Kümmel
Maischen:
  • 5 min Protease bei 52 °C
  • 40 min Maltose bei 63 °C
  • 20 min Verzuckerung bei 72 °C
Zutaten beim Kochen:
  • Northern Brewer
  • Simcoe
  • Heideblüten
  • Holunderblüten
Hefen:
  • Nottingham (21 °C)
  • Belle Saison (21 °C)

Abschlussworte

Drei leckere Biere habe ich von Daniel probieren dürfen. Geschmacklich total unterschiedlich und sehr aufregend, danke für diese Auswahl!

Die Aufmachung der Biere mit den schönen Etiketten, dem Logo, den eigenen Kronkorken und Bierdeckeln haben mich fasziniert. Habe selten jemanden kennengelernt, der so viel Aufwand in die „Vermarktung“ seiner nicht käuflich erwerblichen Biere steckt 🙂

Bleib auf jeden Fall am Ball. Ich selber habe seit dem Umstieg auf Kegs das Etikettieren vernachlässigt. Ich hoffe du wirst deine Marke noch lange so weiterführen.

Danke für die Teilnahme und weiterhin gut Sud!

Tobi

 

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