08.10.2020 | Rezeptentwicklung

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Vor einiger Zeit habe ich aus Lust und Laune Hopfen bestellt, ohne dass ein konkretes Rezept geplant war. Kennt ihr das? Einfach aus reiner Neugierde 😉 Einer dieser Hopfen war der Nelson Sauvin aus Neuseeland. Um diesen Hopfen kennenzulernen, habe ich nach Nelson Sauvin Rezepten gesucht, die auch von anderen Hobbybrauern schon gebraut wurden.

Nachdem ich MMuM und andere Quellen durch hatte, bin ich auf das Nelson Sauvin Bier von BrewDog gestoßen. Es ist im Internet super bewertet und hat einen großen Vorteil: BrewDog veröffentlicht die Rezepte ihrer Biere im Internet für Jedermann. Perfekt!

Original Nelson Sauvin Rezept

Das Nelson Sauvin Rezept von BrewDog ist zwar im Internet veröffentlicht, es fehlen aber ein paar Informationen. Außerdem hatte ich nicht alle Zutaten da und habe deshalb ein paar Dinge verändert. Diese stelle ich im Folgenden vor.

Das Rezept hat 16,6°P und stolze 75 IBU. Die 30 EBC sorgen für die typische IPA Farbe und die Hefe erzeugt etwa 7,5% Alkohol.

Schüttung

Die Schüttung im original Rezept besteht aus Extra Pale Malz, Crystal 150 und Caramalz.

Extra Pale Malz

Hier nehme ich an, dass von hellem Pilsner Malz geredet wird. Da ich nur Pilsner hatte, habe ich dieses verwendet. Sollte keinen geschmacklichen Unterschied machen.

Crystal 150

Hier wird’s schon spannender. Das Crystal 150 ist ein englisches Karamellmalz mit 400 EBC. Dieses auszutauschen hat mir schwergetan, da man Malz mit gleichem EBC nicht immer einfach austauschen kann. Gerade bei den englischen gibt es einige Unterschiede. [1]

Trotzdem habe ich es getan und das Crystal 150 durch Caraaroma (400 EBC) ausgetauscht, da es mir bei diesem Nelson Sauvin Rezept in erster Linie um den Hopfen ging.

Caramalz

Hier ist im Rezept keinerlei Angabe zu EBC oder um welches Caramalz es sich handelt. Daher habe ich einfach ein Karamellmalz gewählt, mit dem ich dann auf die 30 EBC im Rezept gekommen bin – und zwar das Carahell.

Kochen und Hopfen

Das Nelson Sauvin Rezept von BrewDog gibt weder die Kochdauer, keine Alphasäure, noch die Hopfenzeiten an. Daher musste ich etwas improvisieren.

Es ist lediglich die Rede von einer Nelson Sauvin Bitter- und einer Aroma-Gabe. Deswegen habe ich für mein Rezept einfach eine 60 Minuten Kochzeit geplant, bei der ich direkt zu Kochbeginn die Bittergabe und dann bei 5 Minuten vor Ende die Aromagabe hinzufüge.

Die Bittergabe habe ich zwecks Restbestände durch Herkules getauscht.

Nelson is an amazing hop in the correct proportions. Too much and the beer will start to taste like onions and garlic. [2]

Interessante, aber leicht beängstigende Aussage 🙂 Bier das nach Zwiebeln und Knoblauch schmeckt? Das muss meiner Meinung nicht sein. Deswegen habe ich mich an die Angaben im Rezept gehalten und nicht noch mit Nelson gestopft.

Hefe

Im Originalrezept steht, dass hier die Wyeast 1056 American Ale verwendet wird. Das ist die klassische US-05, wie wir sie alle kennen und lieben. In einem anderen Rezept bin ich bereits darauf eingegangen, dass es noch gute Alternativen zur US-05 gibt.

Deswegen und wegen meines Restbestands, verwende ich hier nicht die US-05, sondern die Mangrove Jack M44.

Mein Nelson Sauvin Rezept

Das fertige Rezept hat von mir den Namen „Herkules Stachelbeere“ bekommen. 🙂

 

Herkules Stachelbeere
Character:
  • 21l   16,6 °P   23 EBC   75 IBU   7,4 %vol
  • SHA 67%
Brauwasser:
  • 19,4 Liter Hauptguss
  • 12,6 Liter Nachguss
  • Ca 78ppm, Mg 10ppm, Na 0, Cl 87ppm, SO4 112ppm, RA~-3,5
Schüttung:
  • 94% Pilsner Malz
  • 4% Carahell
  • 2% Caraaroma (400 EBC)
Maischplan:
  • 67°C Einmaischen
  • 65°C 75 Minuten
  • 78°C Abmaischen
Kochen (60 Minuten):
  • 60 Min. 33,8g Herkules (17,9% Alpha)
  • 5 Min. 50g Nelson Sauvin (10,5% Alpha)
Keller:
  • Hefe: Mangrove Jack’s M44 19°C
  • Karbonisierung: 4,5g/l Co2
  • Reifen: 2-3 Wochen

Das Ergebnis

Soo, kommen wir zum Ergebnis. Das Bier wurde 3 Wochen kalt gereift und im Keg aufkarbonisiert.

 

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Reifezeit: 3 Wochen! Weitere Infos: Lagerzeit / Reifezeit

Aussehen: Das Bier ist dunkelorange und recht klar. Der Schaum ist mittelmäßig stabil und feinporig. Außerdem haftet er sehr gut und lange am Glas.

Aroma: Das Aroma von diesem Nelson Sauvin Rezept ist super interessant. Total fruchtig nach Beeren (Stachelbeere?!). Sehr angenehm! Ein Zwiebel- und Knoblauch-Aroma ist nicht zu erkennen.

Geschmack: Der Antrunk ist leicht rezent. Das Bier schmeckt vollmundig und auch hier sehr aromatisch. Es erzeugt ein total weiches Mundgefühl. Eine leichte Alkoholnote kann ich auch herausschmecken. Die 75 IBU sind spürbar, aber meiner Meinung nach gut eingebunden. Die Bittere hält auch lange an.

Zusammenfassung: Wer gerne mal den Nelson Sauvin kennenlernen möchte, der muss dieses Rezept unbedingt ausprobieren. Die Bittere ist hart an der Grenze, aber dennoch passend zu diesem Bier. So stelle ich mir ein IPA vor. Ich habe es auf einer privaten Geburtstagsfeier ausgeschenkt und es ist bei allen super angekommen. Absolut empfehlenswert!

Das Rezept findet ihr inzwischen auch auf Maischemalzundmehr: Herkules Stachelbeere

 

Danke fürs Lesen. Wenn du dich für IPAs interessierst, dann schaue doch mal durch die anderen bewerteten Rezepte von mir: IPA Liste

Quellen:

[1] Bier Brauen, Jan Brücklmeier, Ulmer Verlag, 1. Ausgabe, S.299f
[2] https://brewdogrecipes.com/recipes/nelson-sauvin (01.10.2020)


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