Der Braumeister BM20 in der Brauerei eines Hobbybrauers

Speidel Braumeister: Modelle, Preise und Erfahrungen 2026

TLDR

Der Speidel Braumeister ist seit Jahrzehnten die Referenz für Heimbrau-All-in-One-Anlagen aus deutscher Fertigung. Drei Hobbygrößen (BM10, BM20, BM50), ein patentiertes Malzrohr statt Rührwerk, ab 1.850 Euro. Wer ihn kauft, bekommt Verarbeitungsqualität und Verlässlichkeit, akzeptiert aber den Preis, das Schüttungs-Limit bei Starkbieren und rund ein bis zwei Stunden Reinigungszeit pro Sud. Dieser Beitrag nimmt dich mit von oben bis unten durch die Anlage, damit du am Ende weißt, ob der Braumeister zu dir passt.

Wenn du den Braumeister gerade in Erwägung ziehst

Drei Größen, ein patentiertes Brauprinzip, ein Einstiegspreis von 1.850 Euro. Auf dem Papier wirkt der Speidel Braumeister wie eine klare Sache. In der Praxis hängt viel davon ab, welcher Brauer du bist, was du brauen willst und wie viel Zeit du am Brautag mitbringst.

Ich gehe mit dir der Reihe nach durch das, was du vor dem Kauf wissen solltest. Welche Größe zu wem passt, wo der Speidel Braumeister wirklich glänzt, wo er nervt, und was an Folgekosten und Reinigung auf dich zukommt. Die Stimmen aus der Community habe ich direkt mit eingebaut, weil die ehrlichste Information über eine 2.000-Euro-Anlage nicht vom Hersteller kommt, sondern von Brauern, die seit Jahren mit der Anlage brauen.

Was der Speidel Braumeister überhaupt ist

Der Braumeister kommt aus Ofterdingen in Baden-Württemberg, gebaut von der Speidel Tank- und Behälterbau GmbH. Die Firma macht seit 1912 Edelstahl und Holzfässer, das sind über 110 Jahre Erfahrung im Metallhandwerk. Wer schon einmal einen Braumeister in der Hand hatte, merkt das an den Schweißnähten und am Gewicht.

Technisch ist der Braumeister eine All-in-One-Anlage: Maischen, Läutern und Kochen passieren im selben Kessel. Du brauchst keinen zweiten Topf, keinen Läuterbottich, keine Kühlspirale, keine externe Pumpe. Im Inneren steht ein Malzrohr, in das du dein geschrotetes Malz füllst. Eine Pumpe drückt die Würze von unten durch das Malz nach oben, sie läuft am Rand über und außen wieder herunter. Das ist das Speidel-Prinzip, geschützt durch das Patent DE 101 50 395 B4, und genau dieses Prinzip unterscheidet den Braumeister von Anlagen wie Brewzilla oder Grainfather.

Dazu kommt die Plattform „MySpeidel“. Du legst dort Rezepte an, der Braumeister synchronisiert sie per WLAN, du startest den Brautag und der Kessel fährt deine Rasten automatisch ab. Firmware-Updates laufen über die gleiche Plattform.

Die drei Hobbygrößen: BM10, BM20, BM50

Speidel bietet im Hobbysegment drei Größen an. Darüber gibt es noch 100-, 200- und 500-Liter-Versionen, aber die laufen in einer anderen Liga und einer anderen Preiskategorie.

Die wichtigsten Eckdaten:

BM10 Plus. 10 Liter Bier pro Sud, 2,8 kg Malz maximal, 1.200 Watt Heizleistung, 230 V mit 10 A. Maße 30 × 48 cm, 12 kg leer. Preis um 1.850 Euro. Der kleine Braumeister passt auf jede Arbeitsplatte und ist die richtige Wahl, wenn du kleine Sude mit hoher Vielfalt willst.

BM20 Plus. 20 Liter Bier pro Sud, 6 kg Malz, 2.000 Watt, 230 V mit 10 A. Maße 40 × 60 cm. Preis um 1.990 Euro. Der BM20 ist die meistverkaufte Größe in der Community, weil er zwei ganze Kästen Bier pro Brautag liefert und sich trotzdem an einer normalen Haushaltssteckdose betreiben lässt.

BM50 Plus. 50 Liter Bier pro Sud, 13 kg Malz, 3.200 Watt, 230 V mit mindestens 16 A Absicherung. Preis um 2.450 Euro. Auch der BMW 50 lässt sich noch an einer handelsüblichen Steckdose bedienen, nutzt dafür aber die Leistung eines ganzen Stromkreises.

Wichtig: Einen „BM2″ oder „BM5″ gibt es nicht. Wer noch kleiner brauen will, fährt im BM20 mit dem kurzen Malzrohr halbe Sude (rund 10 Liter). Die Doppelmantel-Kühlung leidet dann allerdings, weil weniger Würze über den inneren Mantel läuft.

Wie der Braumeister wirklich braut

Das Brauprinzip ist einfacher, als es klingt. Du füllst Wasser in den Kessel und erwärmt das Wasser auf die erste Rast. Du gibst das geschrotete Malz in das Malzrohr und der Braumeister schiebt das Wasser durch das Malz, hält die Temperatur, schaltet auf die nächste Rast. Vier Rasten sind im Speidel-Standardprogramm hinterlegt, du kannst sie in der MySpeidel-Cloud anpassen.

Sobald die Maische fertig ist, hebst du das Malzrohr per Hebebügel auf zwei Auflagestufen aus dem Kessel. Auf der ersten Stufe tropft die Würze nach. Auf der zweiten kannst du mit Nachgusswasser läutern. Das Malzrohr nimmst du raus, schaltest auf Hopfenkochen, gibst nach Plan Hopfen rein und kühlst am Ende über den Doppelmantel.

Der Vorteil dieses Aufbaus: Es gibt kein Rührwerk und kein Anbrennen am Boden. Der Nachteil: Die Sudhausausbeute ist prinzipbedingt niedriger als bei Rührwerk-Anlagen, viele Brauer landen bei 55 bis 70 Prozent. Wer richtig schrotet (1,2 bis 1,4 mm, also feiner als Speidels offizielle Empfehlung von 1,6 mm), kommt höher.

Was du 2026 wirklich bekommst: die aktuelle Generation

Seit 2021 baut Speidel den Braumeister komplett neu. Wenn du heute einen kaufst, bekommst du folgende Ausstattung serienmäßig:

  • Touchscreen-Steuerung mit Brauguide. Du gehst Schritt für Schritt durch den Brautag, der Kessel sagt dir, wann du Hopfen reinwerfen sollst, wann das Malzrohr raus muss, wann gekocht wird.
  • WLAN und MySpeidel-Cloud. Rezepte werden in der Cloud verwaltet und auf den Kessel übertragen. Firmware-Updates laufen automatisch.
  • Temperatursonde in der Mittelstange. Sie misst mitten im Malz, nicht im Wasser unten. Das ergibt verlässlichere Rasten.
  • Malzrohr mit vier Bolzen. Stabiler als die alten zwei-Bolzen-Versionen.
  • Doppelmantel-Kühlung mit Gardena-Anschluss. Seit 2021 auch am BM10 serienmäßig.
  • Auto-Cooling über Magnetventil. Beim Kühlen reguliert ein im Lieferumfang enthaltenes Ventil den Wasserzufluss am Kühlmantel automatisch.

Der Begriff „Plus“ wird heute uneinheitlich verwendet. Bei manchen Händlern bezeichnet er noch den älteren Mantel-Kessel, bei anderen schon die 2021er Generation. Wenn du neu kaufst, achte darauf, dass die Touchscreen-Steuerung und das WLAN-Modul im Lieferumfang sind. Sonst hast du ein altes Modell vor dir.

Details und Erfahrungsberichte aus der Community

Um ein möglichst detailliertes Bild zum Speidel Braumeister zu erhalten, habe ich bei mir in der Discord Community nachgefragt und gezielt Antworten von langjährigen Speidel Braumeister Besitzern erhalten und für dich hier zusammengetragen.

Wo der Braumeister glänzt und wo er stört

Drei Eigenschaften machen den Braumeister zur Referenz in seiner Klasse. Erstens die Verarbeitungsqualität. Edelstahl aus Ofterdingen, saubere Schweißnähte, jedes Bauteil ist zerlegbar und zugänglich. Zweitens die Lebensdauer. In Foren findest du Berichte über 200 bis 250 Sude ohne ernsthafte Defekte, ausgetauscht werden im Schnitt nur Dichtungen am Malzrohr. Drittens die Reproduzierbarkeit. Wer Rezepte in MySpeidel pflegt und sauber schrotet, bekommt sehr ähnliche Ergebnisse über mehrere Sude hinweg.

„Ja, wieder kaufen in derselben Größe. Für solche, die eigene, viele verschiedene Craftbiere ausprobieren möchten. Nicht für solche, die Geld sparen wollen über Zeit und ewig nur untergärige Klonbiere für den Alltagsgebrauch brauen.“
BM10-Plus-Besitzer, 2021er-Generation, 12 Sude pro Jahr

Auf der Schwächen-Seite stehen drei Punkte, die du vor dem Kauf realistisch einschätzen solltest.

Erstens, die Kühlleistung des Doppelmantels. Sie reicht, ist aber nicht stark. Bei halben Suden oder im Sommer braucht das Runterkühlen Zeit, Wasser und Geduld. Mit kurzem Malzrohr wirkt der Doppelmantel sogar noch eingeschränkter, weil weniger Würze über die innere Wand läuft.

Zweitens, das Schüttungs-Limit. Im BM10 hörst du bei 2,8 kg auf, im BM20 bei 6 kg. Wer regelmäßig Imperial Stouts, Doppelbocks oder belgische Tripel mit hoher Stammwürze brauen will, kommt damit nicht weit. Mehr dazu im eigenen Block weiter unten.

Drittens, die Verdampfung beim Kochen. Ein BM20-Brauer aus der Community fasst es so zusammen: „Was mich nervt, ist die Verdampfung. Ich verdünne mittlerweile nach dem Kochen, da ich immer recht hoch rauskomme.“ Wer das nicht einkalkuliert, landet bei zu hoher Stammwürze und muss korrigieren.

Was du dagegen nicht überbewerten musst: Software-Hänger, wie sie noch in alten Forenthreads von 2019 stehen, sind bei der aktuellen Generation kaum noch ein Thema. Trub-Management trotz Läuterhexe bleibt ein Lernkurven-Punkt in den ersten Suden, ist aber kein Grund, gegen die Anlage zu entscheiden.

Starkbiere und das Schüttungs-Limit

Hier wird es ehrlich. Der BM10 fasst 2,8 kg Malz, der BM20 6 kg, der BM50 13 kg. Wer regelmäßig Imperial Stouts, Doppelbocks oder belgische Tripel mit Stammwürzen jenseits 18 Plato brauen will, kommt im BM10 und teilweise auch im BM20 in Schwierigkeiten.

Es gibt drei Wege, das zu umgehen.

Erstens, weniger Bier akzeptieren. Statt 20 Liter brausst du eben 15 oder 12 Liter und packst mehr Malz auf dasselbe Volumen. So bekommst du die Stammwürze hoch, aber die Sudmenge sinkt.

Zweitens, Nachguss reduzieren oder weglassen. Ein Brauer aus der Community fährt das so: „Malz auf Maximum, Nachguss reduzieren oder ganz weglassen, verschiedene Profile dafür im Brauplaner angelegt, Doppelsud (1 h länger).“

Drittens, Drittanbieter-Erweiterung. Für den Braumeister gibt es eine Increase Disc von BAC Brewing, mit der bis zu 3 kg Malz statt 2,6 kg ins Rohr passen, bzw. etwa 23% mehr Schüttung (Gilt für alle 3 Braumeister). Die zusätzlichen 400 Gramm machen bei Starkbieren spürbar etwas aus. Für den BM20 reicht in den meisten Fällen das LOB-Set von Speidel, das die Schüttung auf 7 kg erhöht.

Reinigung: rund eine Stunde aktive Handarbeit

Die Reinigung wird bei Vollautomatik-Anlagen gern unter den Tisch gekehrt. Beim Braumeister gehört sie zur Kaufentscheidung dazu, sieht aber bei näherem Hinschauen entspannter aus als der oft kolportierte „Zwei-Stunden-Block“. Die ehrliche Aufschlüsselung:

  • Aktive Handarbeit: 45 bis 60 Minuten am Ende des Brautags. Wer pingelig putzt, kommt eher auf 60. Wer das Malzrohr und die Siebe schon während des Kochens reinigt, drückt die Endzeit deutlich.
  • Passive Pumpenzeit: Rund 30 Minuten alkalischer Reiniger (Enzybrew oder ähnlich), in der die Pumpe das Mittel durch das System fördert. Gelegentlich nochmal 30 Minuten saurer Reiniger, aber nicht nach jedem Sud.

In der aktiven Zeit zerlegst du das Malzrohr inklusive Gewinde-Buchsen, beide Siebträger mit Sieben, die Flügelmutter, das Distanzrohr (sofern du eines nutzt), beide Schläuche und die Pumpe. Alles wird klar gespült und mit einem Tuch getrocknet. Die Pumpe musst du nach jedem Sud auseinandernehmen, weil sich an Flügelrad und Gehäuse sonst Ablagerungen sammeln.

„Malzrohr und so weiter reinige ich schon während des Brauens. Am Ende sind es dann nur noch rund 45 bis 60 Minuten Endreinigung. Bin da aber auch pingelig.“
BM10-Brauer, 22 Sude pro Jahr

Ein zweiter BM-Besitzer aus der Community macht es noch schlanker: „Reinigung ist easy. Wasser rein, Pumpe an, Enzybrew oder ähnlich rein und laufen lassen.“ Die saure Reinigung mit Säure muss nicht nach jedem Sud sein. Wer regelmäßig brüht, beschränkt sie auf jeden zweiten oder dritten Sud.

Was du dir merken solltest: Die wirklich aktive Reinigung sind eher 45 bis 60 Minuten als zwei Stunden. Der Rest läuft passiv mit oder lässt sich parallel zum Brauen erledigen. Wer das einplant, hat einen sauberen Brautag und keinen Putz-Frust am Sonntagabend.

Sinnvolles Zubehör (und was du dir erstmal sparen kannst)

Wenn der Braumeister geliefert ist, kommen ein paar Folgekäufe ins Spiel. Aus Forendiskussionen und Erfahrungen der Community lassen sich vier Posten ausmachen, die sich für die meisten Brauer rechnen.

  • Thermomanschette. Eine passgenaue Neopren-Jacke, die du um den Kessel klettest. Sie verkürzt die Aufheizzeit, hält die Rasten stabiler und schützt deine Hand vor Verbrennungen am heißen Kessel. Für den BM10 ab 57 Euro, für den BM50 rund 100 Euro.
  • Kurzes Malzrohr. Im BM20 ermöglicht es 10-Liter-Sude, im BM50 25-Liter-Sude. Wer flexibel zwischen klein und voll wechseln will, holt sich das kurze Rohr direkt zur Anlage.
  • Hopfensieb. Bei Dolden-Hopfen ohne Sieb landet zu viel Material im Auslaufhahn. Das Sieb blockiert grobe Bestandteile zuverlässig und kostet je nach Größe zwischen 65 und 110 Euro.
  • Distanzrohr. Bei Weizen, Roggen oder Hafer schäumt der Würzekreislauf gern über. Ein Distanzrohr im Malzrohr verhindert genau das. Es lässt sich als Eigenbau aus Edelstahl-Rohrresten umsetzen oder kommt mit dem LOB-Set mit.

Was du dir am Anfang sparen kannst: das LOB-Set (Low Oxygen Brewing) lohnt sich erst, wenn du Pilsener und helle Weizen sauber brauen willst. Der BAC-Brewing-Feinsieb-Aufsatz ist nett, aber kein Pflichtkauf. Ein Brausockel zur Erhöhung ist Geschmackssache.

Anfängerfehler, die du dir sparen kannst

Aus den Forendiskussionen und meinen Gesprächen mit BM-Besitzern lassen sich sieben typische Anfängerfehler herausarbeiten, die immer wieder genannt werden.

  1. Zu fein schroten. Die Pumpe verstopft, das Sieb läuft trocken. Zielwert 1,2 bis 1,4 mm. Speidels offizielle Empfehlung von 1,6 mm ist eher Obergrenze.
  2. Topf-Rezepte 1:1 übernehmen. Der Braumeister braucht mehr Hauptguss als ein klassischer Sudtopf, weil ständig Würze außerhalb der Maische zirkuliert. Faustregel: Schrotmenge in Kilo mal drei plus sechs ergibt Liter Hauptguss.
  3. Mindestwassermenge missachten. Im BM20 brauchst du mindestens 16 Liter Würze, im BM50 mindestens 40. Sonst läuft die Würze nicht über den Malzrohr-Rand und der Heizstab kommt frei.
  4. Bei hoher Stammwürze die Maximal-Schüttung versuchen. Das Malz wird zu dicht, es bildet Kanäle und die Würze sucht sich den einfachen Weg an der Wand vorbei.
  5. Würze-Fontänen bei Weizen. Ohne Distanzrohr schäumt der Kreislauf über. Hier nicht improvisieren, ein Distanzrohr ist Pflicht.
  6. Pumpe nach dem Sud nicht zerlegen. Ablagerungen am Flügelrad reichen aus, um beim nächsten Brautag Leistung zu kosten.
  7. Beim Einmaischen ungeduldig werden. Wenn die Temperatur kurz um zwei oder drei Grad absackt, regelt die Steuerung das in wenigen Minuten nach. Wer auf manuell umstellt, baut sich selbst einen Fehler ein.

Die meisten dieser Fehler verschwinden nach den ersten fünf bis zehn Suden. Drei Brauer aus der Community sagen unabhängig voneinander, dass sich der Braumeister nach zehn Suden „wie eine eingespielte Routine“ anfühlt.

Neu oder gebraucht?

Der Gebrauchtmarkt für Braumeister ist aktiv. Auf Kleinanzeigen und in einschlägigen Foren findest du regelmäßig Geräte, die zweite oder dritte Hand sind. Realistisch sparst du bei einem gebrauchten BM20 zwischen 300 und 500 Euro, beim BM50 entsprechend mehr.

Beim Gebraucht-Kauf gibt es drei Dinge zu prüfen.

Erstens, Modelljahr. Achte darauf, dass es sich um die 2021er Generation oder neuer handelt, also mit Touchscreen, WLAN und integriertem Kühlmantel. Ältere Modelle bekommen keine Firmware-Updates über MySpeidel mehr.

Zweitens, Zustand der Pumpe. Lass dir vor dem Kauf ein Foto vom geöffneten Pumpengehäuse schicken. Wenn das Flügelrad verkrustet ist oder die Pumpe nie zerlegt wurde, wird sie dir nicht lange halten.

Drittens, Ersatzteile-Anspruch. Speidel liefert für die aktuellen Modelle Pumpen, Heizspiralen und Dichtungen nach. Für Vorgenerationen kann das knapper werden.

Wer richtig sparen will, kauft einen BM20 in Vorgängergeneration ab 900 Euro. Du verzichtest dann auf WLAN und Touchscreen, bekommst aber das gleiche Brauprinzip. Wer sich Komfort und Plattform-Anbindung wünscht, geht neu oder findet eine 2021er Gebraucht-Anlage zwischen 1.300 und 1.600 Euro.

Für wen lohnt sich der Braumeister wirklich?

Der Braumeister ist keine Spar-Anlage. Wer Bier zum günstigsten Liter-Preis brauen will, bekommt mit einem Klarstein Brauheld Pro, einem Brewzilla oder einem BIAB-Setup wie den 9er von Malzknecht für unter 500 Euro auch funktionierende Ergebnisse. Der Braumeister rechnet sich, wenn du Vielfalt, Verarbeitungsqualität und Verlässlichkeit höher gewichtest als reine Kosten pro Liter. Wenn du dir bei der Anlagen-Wahl insgesamt noch unsicher bist, hilft dir mein Brauanlagen-Kaufratgeber beim Sortieren der Optionen.

Konkret passt er zu dir, wenn:

  • Du regelmäßig braust, also mindestens acht bis zwölf Sude pro Jahr.
  • Du verschiedene Bierstile durchprobieren willst, von Pils über IPA bis Belgisches.
  • Du eine Anlage suchst, die in fünf bis zehn Jahren immer noch verlässlich läuft.
  • Du den Brautag als Hobby empfindest und Zeit für Vorbereitung und Reinigung einplanst.

Er passt nicht zu dir, wenn:

  • Du in erster Linie günstig Pils zum Wegtrinken machen willst.
  • Du regelmäßig mehr als 18 Plato Stammwürze brauen willst und nicht in den BM50 gehen willst.
  • Du Brauen lernen willst, ohne dass dir die Anlage die Hauptarbeit abnimmt.
„Geeignet für: Experimentierfreudige, die lieber viele verschiedene Rezepte brauen möchten. Personen mit eher geringem Verbrauch. Wer Abwechslung mag. Wer hohe Verarbeitungsqualität sucht. Ungeeignet für: viele Biere über 18 Plato, Personen mit großem Durst oder vielen durstigen Kumpels, kostenbewusste Einsteiger.“
BM10-Brauer, 22 Sude pro Jahr

Falls dir 1.850 Euro für 10 Liter Bier pro Sud zu viel sind, gibt es mit dem 9er eine kleinere Anlage in der gleichen Sudgröße, die manuell arbeitet und 449 Euro kostet. Den direkten Vergleich findest du im Beitrag 9er vs. Speidel Braumeister 10.

Und wenn du beim Brauen weiterkommen willst: Jeden Sonntag schicke ich drei praktische Tipps für besseres Bier in meinem Braukompass. Kein Werbe-Geschwurbel, nur Brauwissen.

Häufige Fragen

Welche Größe Speidel Braumeister soll ich kaufen?

Für die meisten Hobbybrauer ist der BM20 die richtige Wahl, weil er zwei volle Kästen Bier pro Sud liefert und an einer normalen 230-Volt-Steckdose läuft. Den BM10 nimmst du, wenn du nur kleine Mengen brauen willst oder Platzprobleme hast. Den BM50 nur, wenn du regelmäßig 50 Liter pro Brautag brauchst und einen eigenen Stromkreis (16A) dafür zur Verfügung hast.

Lohnt sich ein gebrauchter Speidel Braumeister?

Ja, wenn die Anlage aus der 2021er Generation oder neuer stammt und die Pumpe nachweislich nach jedem Sud zerlegt wurde. Realistisch sparst du 300 bis 500 Euro gegenüber Neupreis. Bei Vorgängermodellen ohne WLAN und Touchscreen sparst du mehr, verzichtest aber auf MySpeidel-Anbindung und automatische Firmware-Updates.

Wie lange dauert die Reinigung beim Braumeister wirklich?

Rund 45 bis 60 Minuten aktive Handarbeit am Ende des Brautags. Dazu kommt passive Pumpenzeit mit alkalischem Reiniger (rund 30 Minuten), gelegentlich auch saurem Reiniger (nochmal 30 Minuten, aber nicht nach jedem Sud). Wer das Malzrohr und die Siebe schon während des Brauens reinigt, drückt die Endzeit zusätzlich.

Kann ich mit dem Braumeister Starkbiere brauen?

Im BM10 mit 2,8 kg Schüttungs-Limit nur eingeschränkt. Die Drittanbieter-Erweiterung von BAC Brewing hebt die Grenze auf 3 kg, das hilft bei moderaten Bockbieren. Für Imperial Stouts oder Doppelbocks ist der BM20 (6 kg, mit LOB-Set 7 kg) die praktischere Wahl. Wer Starkbier zum Hauptthema macht, geht in den BM50.

Wie viele Sude hält ein Speidel Braumeister?

In Forendiskussionen finden sich Berichte über 200 bis 250 Sude ohne wesentliche Defekte, ausgetauscht werden im Schnitt nur Malzrohr-Dichtungen. Speidel verspricht Ersatzteile-Versorgung über mindestens 15 Jahre für die aktuelle Generation. Mit Pflege und regelmäßiger Pumpen-Demontage ist die Anlage über mehr als ein Jahrzehnt einsetzbar.

Speidel Braumeister oder Klarstein Brauheld, was passt?

Beide Anlagen arbeiten mit einem Malzkorb oder Malzrohr, der Klarstein ist deutlich günstiger (rund 250 bis 400 Euro). Der Braumeister überzeugt mit Edelstahl-Verarbeitung, Lebensdauer und stabiler Steuerung, der Klarstein mit dem Einstiegspreis. Wer regelmäßig braut und plant, das auch in fünf Jahren noch zu tun, ist beim Braumeister gut aufgehoben. Wer testen will, ob ihm Brauen überhaupt liegt, fängt günstiger an.

Autor

  • Tobias Meyknecht, Malzknecht

    Tobias Meyknecht ist der Gründer und Autor von Malzknecht, einem Blog für Hobbybrauer, die tiefer in die Kunst des Brauens eintauchen möchten. Mit über 10 Jahren Erfahrung im Bierbrauen konzentriert sich Tobias auf praktisches Handwerkswissen und experimentelle Brauverfahren.

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