Braukessel kaufen

Braukessel kaufen 2026: Klassisch oder elektrisch?

TLDR

Welcher Braukessel zu welcher Brauweise passt, entscheidet sich an drei Fragen: Wie viel willst du brauen, hättest du gerne eine starke Heizplatte oder lieber einen Einkocher mit Heizwerk, und wie viel bist du bereit auszugeben? Dieser Beitrag zeigt dir die zwei Welten klassisch und elektrisch, die Faustregel für die Größe, die Hardware-Kriterien und meine konkreten Marken-Empfehlungen aus zehn Jahren Brau-Praxis.

Mein erster Braukessel war ein 34-Liter-Topf aus China für unter 100 Euro, dazu eine Elektroheizplatte für 270 Euro. Nach fünf bis zehn Suden hatte sich der Boden so geschüsselt, dass die 3.500 Watt am Ende nur noch auf zehn Zentimeter Durchmesser aufstanden, der Rest des Topfbodens wackelte in der Luft. Trotzdem habe ich ihn jahrelang weiter genutzt, aus Faulheit und weil mir ein guter Gastro-Topf zu teuer war.

Genau diesen Fehler soll dir dieser Beitrag ersparen. Wir klären ehrlich, welcher Braukessel zu welcher Brauweise passt, wo du sparen kannst, wo du Spaß verlierst, wenn du es trotzdem tust, und welche Marken in zehn Jahren Hobbybrauer-Praxis bei mir geblieben sind.

Braukessel, Würzepfanne, Sudkessel: Alles dasselbe

Bevor wir in die Kaufentscheidung gehen, kurz zu den Begriffen, weil Shops und Foren die Wörter wild durcheinander werfen. In der Hobbybrauer-Welt meinen Braukessel, Würzepfanne, Sudkessel, Brautopf und Maischekessel meistens dasselbe Stück Hardware: das große Gefäß, in dem du erst die Maische erwärmst und nach dem Läutern die Würze kochst.

In einer Profi-Brauerei sind das getrennte Behälter, weil dort Maischen und Würzekochen parallel laufen. Bei uns im Hobby brauen die meisten in einem Topf hintereinander: erst die Maische, abläutern in ein zweites Gefäß, dann die Würze zurück in denselben Topf zum Kochen. Wenn dir im Shop „Würzepfanne 50 Liter“ begegnet, ist das also derselbe Topf wie der „Braukessel 50 Liter“ daneben. Lass dich vom Namen nicht in die Irre führen.

Eine Ausnahme gibt es: Der Begriff Einkocher meint das elektrische Gerät mit eingebautem Heizwerk und Thermostat, wie es zum Einkochen von Marmelade gedacht ist. Im Hobbybrauen wird der gerne als günstige Einstiegs-Variante verwendet, ist aber technisch ein eigenes Ding. Genau diesen Unterschied klären wir gleich im nächsten Abschnitt, weil er die wichtigste Kaufentscheidung überhaupt ist.

Brauche ich einen klassischen Topf oder einen elektrischen Einkocher?

Die wichtigste Entscheidung beim Braukessel-Kauf ist nicht die Größe und auch nicht die Marke, sondern: Setzt du auf einen klassischen Edelstahl-Topf mit externer Heizplatte, oder auf einen elektrischen Einkocher mit eingebautem Heizwerk? Beides funktioniert, aber jede Variante hat Vor- und Nachteile.

Braukessel als Topf mit Heizplatte oder als Einkocher

Der klassische Topf mit Heizplatte hat mehr Möglichkeiten

Eine externe Heizplatte gibt deutlich mehr Energie ab als das Heizwerk im Einkocher, du bist schneller auf Temperatur, und du kannst den Topf später wechseln, ohne die Heizquelle zu tauschen. Der eingebaute Thermostat im Einkocher hat zwar eine Skala, aber für gradgenaue Maischrasten kannst du den vergessen. Ein externes Thermometer brauchst du bei beiden Varianten, beim Einkocher ist es Pflicht.

Ein guter Topf hat einen verkapselten Sandwichboden, besonders dick, der die Energie sauber verteilt und auch bei voller Heizplatten-Leistung nichts anbrennen lässt. Der Einkocher dagegen hat einen dünnen Boden, dort kann es bei dicken Maischen oder beim Würzekochen schneller an einer Stelle ansetzen, vor allem wenn du nicht permanent rührst.

Hier meine Braukessel Liste, die ich dir für einen Kauf empfehle:

Braukessel:

Heizplatten:

Der Einkocher ist der risiko-arme Einstieg

Wenn du noch nicht weißt, ob dich das Hobby langfristig begeistert, und du nicht 500 Euro in Topf und Heizplatte versenken willst, ist der Einkocher die richtige Wahl. Du kannst damit Bier brauen, du musst etwas aufpassen, und es funktioniert. Falls du dabei bleibst, brauchst du den Einkocher später sowieso als Nachgussbereiter. Falls nicht, verkaufst du ihn wieder oder nutzt ihn für Marmelade. Du hast nichts verloren.

Wenn du dagegen schon weißt, dass du einsteigen willst und langfristig dranbleibst, kauf gleich den klassischen Topf mit einer ordentlichen Heizplatte. Damit kannst du in Zukunft auf einen größeren oder kleineren Topf wechseln, ohne dass du die Heizquelle nochmal kaufen musst. Die Heizplatte ist die langfristige Investition.

Tobias Meyknecht, Malzknecht
TOBIS TIPP:

Das Thermometer im Einkocher kannst du vernachlässigen, das funktioniert nicht so, wie wir es brauchen. Wir brauchen gradgenaue Temperaturen, das können die nicht. Du musst immer ein externes Thermometer kaufen und es irgendwie im Topf befestigen oder eben händisch kontrollieren. Das und viele weitere Tipps zum Equipment findest du in meinem Beitrag „Bier brauen Ausrüstung für Hobbybrauer„.

Welche Größe passt zu deiner Sudgröße?

Die Faustregel für den Topf ist einfach: Du nimmst einen Topf, der genug Platz für die Maische, später für die Würze plus Schaum und ein paar Liter Sicherheits-Headspace hat. Für Hobbybrauer haben sich folgende Größen etabliert, jeweils mit den passenden Sudgrößen-Klassen:

  • 16 Liter Topf für Sudgrößen um 10 Liter (kompakte Küchen-Klasse)
  • 36 Liter Topf für Sudgrößen um 20 Liter (die häufigste Hobbybrauer-Klasse)
  • 50 Liter Topf für Sudgrößen um 40 Liter (Hobbyraum, mit Pumpen-Unterstützung)

Welche Sudgröße zu dir passt, ist allerdings eine eigene Entscheidung bedingt durch deine Lebenssituation, Kühlschrank-Platz und wie du das Hobby angehen willst. Wenn du dir da noch unsicher bist, lies vorher meinen Beitrag zur Brauanlage für Anfänger. Da kläre ich die vier W-Fragen, die du vor dem Kauf für dich beantworten musst.

Wenn du schon weißt, in welcher Sudgrößen-Klasse du brauen willst, aber dich für die System-Logik interessierst, also wie Pfanne, Läuterbottich und Gärfass dimensioniert zusammenpassen, dann lies den Beitrag Klassengesellschaft im Braumagazin. Dort hat Moritz Gretzschel die Komponenten-Mathematik einmal sauber durchgerechnet.

Klassischer Topf: Material, Boden, Griffe, Deckel

Wenn du den klassischen Weg gehst, ist das Material praktisch entschieden: Edelstahl. Kupfer-Töpfe gibt es, die sind aber extrem teuer und eher etwas für nostalgische Brauer. Emaille findest du im Braukessel-Bereich praktisch gar nicht, weder als Topf noch als Beschichtung über Edelstahl. Ausnahme sind manche emaillierten Einkocher, von denen ich aber abrate.

Aufbau 34 Liter Topf mit Hendi Heizplatte

Lebensmittelechtheit ist beim Edelstahl-Topf kein Verkaufs-Argument, sondern Pflicht. Alles, was in Deutschland verkauft wird, kannst du problemlos kaufen. Was du wirklich prüfen musst, sind diese vier Hardware-Punkte:

  • Verkapselter Sandwichboden, besonders dick. Das ist der entscheidende Punkt gegen Schüsselbildung. Billige Töpfe haben dünne Sandwichböden, die unter hoher Heizleistung nachgeben und sich nach wenigen Suden so verziehen, dass die Auflagefläche auf der Heizplatte zusammenschrumpft.
  • Kalte Griffe, sodass du den Topf auch im heißen Zustand wegtragen kannst. Bei billigen Töpfen sind die Griffe verschweißt mit dem Korpus und werden heiß. Das wirst du beim ersten Würzetransfer in den Gäreimer merken.
  • Plan auflegender Deckel. Bei den guten Töpfen liegt der Deckel sauber an, auch nach 50 Suden noch. Bei billigen verzieht er sich durch die Hitze oder ist von Anfang an leicht verbeult.
  • Wandstärke der Seitenwände. Dünne Wände kühlen schneller aus, was beim Halten der Maischrasten zum Problem wird. Gute Töpfe sind durchgehend kräftig, nicht nur am Boden.

Wenn ein Topf unter der Preistabelle aus dem nächsten Abschnitt liegt, kannst du davon ausgehen, dass an einer dieser Stellen gespart wurde. Am Sandwichboden am wahrscheinlichsten, weil das die Stelle ist, an der man am meisten Geld einsparen kann, ohne dass es auf dem Produktfoto auffällt.

Klassischer Topf: Welche Heizung passt drunter?

Mit dem klassischen Topf hast du die freie Wahl der Heizquelle. Die drei realistischen Optionen für den Hobbybrauer sind Induktion, Gas und die klassische Elektro-Heizplatte. Jede hat ihre Sweet Spots.

Eine Induktionsplatte für brauchbare Hobbygrößen leistet ab 3.000 Watt aufwärts. Voraussetzung ist der erwähnte Sandwichboden mit magnetischer Schicht. Vorteil: schnell, gut regelbar, energiesparend. Nachteil: braucht eine starke Steckdose und in der Wohnung manchmal eine eigene Sicherung. Gas ist eine Outdoor-Lösung für den Hof oder die offene Garage, gibt extrem viel Leistung ab und wärmt schnell, ist aber wegen Brandgefahr und Abgasen indoor tabu.

Die klassische Elektro-Heizplatte mit 3.500 Watt ist das, mit dem ich angefangen habe und das auch heute noch ein solider Standard ist. Sie braucht eine normale Steckdose, ist robust und liefert genug Leistung für 30- bis 50-Liter-Sude. Wenn du ohne Bastelaufwand starten willst, ist sie die einfachste Wahl. Auch hier gilt: ein dicker Sandwichboden ist Voraussetzung, sonst schüsselt es so schnell wie bei mir damals.

Elektrischer Einkocher: 2.000 Watt, Edelstahl, analog

Wenn du dich für die elektrische Variante entschieden hast, ist die Marke erstmal egal. Vevor, Klarstein, Severin, Rommelsbacher oder die Eigenmarken der Hobbybrauer-Shops unterscheiden sich nicht in der Marken-Substanz, sondern in den technischen Eckdaten. Vier Kriterien zählen:

  • Mindestens 2.000 Watt Heizleistung. Darunter direkt meiden, du kommst beim Würzekochen nicht auf eine ordentliche Verdampfung. Drüber ist alles besser.
  • Edelstahl-Korpus, keine Emaille-Beschichtung. Emaille klingt nach Premium-Aufpreis, ist aber ein Risiko. Einmal irgendwo angeeckt, und schon platzt eine Stelle ab. Reiner Edelstahl ist robuster und länger reinigbar.
  • Ein neuer Hahn ist empfehlenswert. Die werkseitig verbauten Kunststoffhähne halten die Hitze aus, aber du kannst kaum was sinnvolles anschließen. Viele Brauer bauen den Hahn deshalb gegen einen Edelstahl-Hahn mit Standardgewinde aus, dafür gibt es Bausätze im Internet. Ist eine halbstündige Bastelei, lohnt sich.
  • Analoge Steuerung, keine digitale. Klingt rückständig, ist aber die bessere Wahl. Wenn du später eine Brausteuerung anschließen willst, die den Einkocher in Intervallen ein- und ausschaltet, vergessen die digitalen Modelle nach jedem Stromaus ihre Einstellung. Analoge halten den letzten Wert.

Welche konkreten Modelle nach diesen Kriterien gut abschneiden, habe ich im großen Einkocher-Test und Vergleich durchgeprüft. Dort findest du auch die Spezifikationen, die du sonst in den Shop-Produktseiten zusammensuchen müsstest.

Mit oder ohne Hahn? Mit oder ohne Rührwerk?

Den klassischen Topf empfehle ich ohne Hahn

Das wird dich überraschen, weil in jedem Shop und in den meisten Beratungs-Beiträgen der Auslaufhahn als Pflicht-Feature verkauft wird. Meine Erfahrung dazu ist eine andere. Hähne sind bei den meisten guten Töpfen festgeschraubt, nicht festgeschweißt. Du musst sie vor jeder Reinigung abmontieren, sonst sammelt sich hinter den Dichtungen organisches Material und fängt an zu gammeln. Außerdem fangen sie irgendwann an zu lecken, weil die Topfwand am Boden eine Rundung hat und die Dichtungen mit Fingerspitzengefühl angezogen werden müssen. Ich hatte über die Jahre viel Ärger damit.

Die in meinen Augen bessere Lösung: Topf ohne Hahn, die Würze nach dem Kochen einfach absetzen lassen und von oben mit einem Bierheber (*) in den Gäreimer abziehen. Dann brauchst du nicht mal einen Whirlpool. Du bestimmst selbst, wie viel Trub mit übergeht, und sparst dir den ganzen Wartungs-Aufwand. Die guten Töpfe, die ich empfehle, kommen standardmäßig auch ohne Hahn. Einkocher dagegen haben einen ab Werk, das ist Teil der Konstruktion.

Wie bringe ich einen Hahn an meinen Braukessel?

Wer trotzdem einen Hahn am Topf zum Abseihen haben möchte, der hat 4 Möglichkeiten:

  • Beim Einkocher einfach den bestehenden Hahn austauschen (Gibt Bausätze im Internet)
  • Den Topf lokal beim Schlosser bohren und den Hahn anschweißen lassen
  • Einen fertigen Braukessel mit Hahn beim Hobbybrauer Shop kaufen (Häufig: Topf ist nicht in Profi-Qualität)
  • Den Topf mit einem Lochbohrer selbst bohren und dann den Hahn an den Topf anschrauben
Hahn an einkocher

Rührwerk lohnt sich, sobald du automatisierst

Ein Rührwerk ist eine Phase-2-Investition. Beim Heizen musst du rühren, sonst brennt unten etwas an, das gilt für Topf wie Einkocher. Beim ersten Sud kannst du das aber locker per Hand machen. Alle zehn Minuten reicht oft, ich mache es teilweise nur alle dreißig. Während der gehaltenen Rasten musst du nicht durchgehend rühren.

Pflicht wird das Rührwerk erst, wenn du später eine Brausteuerung einbaust, die deine Maischrasten automatisch hält. Dann läuft die Heizung in Intervallen, und ohne mechanisches Rühren brennt es während der Heizphase an, ohne dass du daneben stehst, um es zu merken. Bis dahin: Geld sparen und investieren, wenn die Automatisierung steht.

Top-Modelle und Marken-Empfehlung 2026

Wenn du den klassischen Topf willst und nach einer Marken-Empfehlung suchst, der du blind vertrauen kannst, ist das bei mir nach zehn Jahren ausprobierten Modellen Contacto. Die Töpfe haben den dicken verkapselten Sandwichboden, kalte Griffe, plane Deckel, halten in der Praxis seit Jahren und sind preislich auf demselben Niveau wie die anderen seriösen Gastro-Marken.

Die Preise (jeweils mit Deckel, der bei guten Gastro-Töpfen extra mitbestellt werden muss):

  • 16 Liter Contacto, passt für ungefähr 10-Liter-Sude, ab 110 Euro
  • 36 Liter Contacto, die Standard-Klasse für 20-Liter-Sude, ab 210 Euro
  • 50 Liter Contacto, für 40-Liter-Sude oder als Reserve in der 20-Liter-Klasse, ab 260 Euro

Wo bestellst du am besten? Die namhaften Hersteller verkaufen in der Regel nicht direkt, sondern haben Zwischenhändler im Gastro-Bereich. Die Hobbybrauer-Shops sind nochmal eine Ebene on top, die kaufen häufig vom Zwischenhändler und schlagen eine weitere Marge auf. Wenn du günstig kaufen willst, gehst du direkt zum Zwischenhändler, oder kaufst auf Amazon, wo die Zwischenhändler präsent sind. Amazon hat zusätzlich den Vorteil, dass du flexibel zurückgeben kannst, falls der Topf nicht so ist, wie er auf dem Foto wirkte.

Braukessel:

Heizplatten:

Einkocher & Bierheber:

Tobias Meyknecht, Malzknecht
TOBIS TIPP:

Wenn ein Topf unter meiner Preistabelle liegt, dann kannst du damit rechnen, dass irgendwo gespart wurde. Am Sandwichboden ist es am wahrscheinlichsten, weil das die Stelle ist, an der niemand auf dem Produktfoto sieht.

Oder lieber gleich Brauautomat?

Wenn du diesen Beitrag bis hierher gelesen hast und merkst, dass dich das ganze Thema Topf-und-Heizplatte nervt, dass du auf das Läutern keine Lust hast und der Brautag möglichst schnell durch sein soll, dann passt du nicht in die Welt der einzelnen Komponenten. Dann gehörst du in die Welt der Vollautomaten. Speidel Braumeister, Grainfather, Brewzilla, Klarstein und Co. machen den Brauprozess in einem Gerät, du füllst Wasser und Malz, drückst Knöpfe, der Automat führt dich durch.

Welche Vollautomaten in welcher Preisklasse mit welchem Erlebnis funktionieren, habe ich im Brauanlagen-Vergleich und Testbericht durchprobiert. Wenn du eine kleine, manuelle Küchen-Brauanlage suchst, die wie eine kompakte Anlage funktioniert und trotzdem den Prozess spüren lässt, schau dir den 9er an, das ist das Produkt, das ich selbst entwickle.

Oder lieber den Braukessel selber bauen?

Wenn du am anderen Ende stehst, also handwerklich begabt bist, schweißen kannst und Lust auf Hardware-Projekte hast, ist Selbstbau eine Option. Die häufigste Methode: ein gebrauchtes Keg vom Schrottplatz oder Kleinanzeigen, oben absägen, Hahn anschweißen, fertig. Es gibt unzählige Varianten, vom einfachen Keg-Kessel bis zur vollintegrierten Sudwerk-Konstruktion mit Verrohrung und Steuerung. Brauanlagen-Selbstbau ist im Hobbybrauer-Umfeld ein Hobby im Hobby. Manche beschäftigen sich damit mehr als mit dem eigentlichen Brauen, und das ist absolut okay, wenn dir Material-Arbeit Spaß macht.

Wer das genauer durchgehen will, schaut sich die DIY-Welt im Bereich Ausrüstung an, dort sammeln sich die Selbstbau-Beiträge. Für alle anderen gilt: Kaufen ist nicht Schwäche, sondern Pragmatismus.

Pflege und Reinigung

Der gute Edelstahl-Topf hält Jahrzehnte, wenn du ihn ordentlich pflegst. Drei Punkte reichen für die Routine:

  • Kein Scheuerschwamm. Edelstahl ist robust, aber Scheuerschwämme kratzen die Oberfläche. Optisch fällt das schnell auf, und in den Kratzern setzen sich später eher Ablagerungen ab. Weiche Reinigung reicht, bei hartnäckigen Stellen ein Reiniger mit etwas Einwirkzeit.
  • Edelstahl-Reiniger zum Sprühen für außen. Edelstahl zeigt jeden Fettspritzer und jeden Fingerabdruck, vor allem an den Seitenwänden. Ein einfacher Sprüh-Edelstahl-Reiniger macht den Topf nach der Reinigung wieder optisch sauber. Gehört bei mir zur Brautag-Nachbereitung.
  • Hin und wieder mit Säure. Brauwasser hinterlässt mineralische Ablagerungen, vor allem Kalk. Die setzen sich am Boden und an der Wand ab und werden mit der Zeit immer hartnäckiger. Eine Säure-Behandlung mit Zitronensäure oder einem speziellen Brauer-Säurereiniger alle paar Sude löst die Ablagerungen sauber.
Tobias Meyknecht, Malzknecht
TOBIS TIPP:

Wer am Topf spart, dieser sich verzieht oder schlecht zu handhaben ist, fängt irgend wann an alles zu automatisieren, weil der Brautag keinen Spaß mehr macht. Dann gehst du nur noch hin zum Reinigen und hast kein Brauerlebnis mehr.

Häufige Fragen

Welche Größe Braukessel brauche ich für 20 Liter Bier?

Für eine 20-Liter-Sudgröße ist ein 36-Liter-Topf der etablierte Standard. Du brauchst Headspace für die Maische, später für Würze plus Schaum und etwas Sicherheits-Reserve gegen Überkochen. Mit 36 Litern bist du auf der pragmatischen Seite und kannst auch mal ein Starkbier mit dickerem Einmaischverhältnis brauen, ohne dass dir die Pfanne zu klein wird.

Was ist der Unterschied zwischen Braukessel und Würzepfanne?

In der Profi-Brauerei sind das zwei getrennte Behälter, der eine für die Maische, der andere für das Würzekochen. Im Hobbybrauer-Umfeld meinen die Wörter dasselbe Stück Hardware. Du brauchst nur einen Topf für beide Schritte, weil du nacheinander arbeitest, nicht parallel.

Klassischer Topf oder elektrischer Einkocher für Einsteiger?

Wenn du dir nicht sicher bist, ob dich das Hobby langfristig interessiert: Einkocher als Einstieg. Damit kannst du brauen, ihn später als Nachgussbereiter weiternutzen oder ohne Verlust verkaufen. Wenn du dagegen schon weißt, dass du langfristig dabei bist: gleich klassischer Topf mit Heizplatte, weil du die Heizquelle behältst und nur den Topf wechselst, wenn du auf größere Sudgrößen umsteigst.

Welcher Boden ist für eine Induktionsplatte am besten?

Du brauchst einen verkapselten Sandwichboden mit magnetischer Schicht, sonst wird die Induktion den Topf nicht erkennen. Bei Gastro-Marken wie Contacto ist das Standard. Bei billigen China-Töpfen ist der Sandwichboden oft zu dünn, was zwar Induktion-kompatibel ist, aber unter hoher Heizleistung trotzdem zu Schüsselung führt. Lieber etwas mehr ausgeben.

Lohnt sich ein Kupfer-Braukessel?

Für die meisten Hobbybrauer nicht. Kupfer ist deutlich teurer als Edelstahl, technisch nicht überlegen, dafür im Reinigungsverhalten schwieriger. Wer einen Kupfer-Topf kauft, kauft ein Stil-Statement und keine bessere Hardware. Wenn dich das Aussehen reizt und das Budget hergibt, ist nichts dagegen einzuwenden. Als rationale Empfehlung bleibt Edelstahl die richtige Wahl.

Kann ich einen normalen Kochtopf aus der Küche zum Brauen nehmen?

Für den ersten Probe-Sud unter zehn Litern geht das, mit Einschränkungen. Achte darauf, dass der Topf einen ordentlichen Boden hat, sonst brennt es schnell an. Größere Sude scheitern an der Größe normaler Küchen-Töpfe, weil dort selten Modelle ab 20 Litern aufwärts stehen. Wenn du regelmäßig brauen willst, kommst du um einen dedizierten Braukessel nicht herum, einfach weil die Größe sonst nicht passt.

Wenn du jetzt loslegen willst

Du hast die Hardware-Logik im Kopf und weißt, welche Klasse zu dir passt. Wenn du einen klassischen Topf in der 16-, 36- oder 50-Liter-Klasse von Contacto suchst, gehst du am besten direkt auf Amazon zum Zwischenhändler. Wenn du dich für den elektrischen Einkocher entschieden hast, ist der Einkocher-Test deine nächste Lektüre, dort findest du konkrete Modelle, die die vier Kriterien aus diesem Beitrag erfüllen. Wenn du dich noch nicht entscheiden kannst, welche Anlagen-Klasse zu deiner Lebenssituation passt, lies vorher die Brauanlage für Anfänger, dort kläre ich die vier W-Fragen vor dem Kauf.

Autor

  • Tobias Meyknecht, Malzknecht

    Tobias Meyknecht ist der Gründer und Autor von Malzknecht, einem Blog für Hobbybrauer, die tiefer in die Kunst des Brauens eintauchen möchten. Mit über 10 Jahren Erfahrung im Bierbrauen konzentriert sich Tobias auf praktisches Handwerkswissen und experimentelle Brauverfahren.

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