VHD Rezeptbroschüre: 103 prämierte Rezepte für deinen nächsten Sud

Eine spannende Broschüre nicht nur für Einsteiger, sondern auch für fortgeschrittene Hobbybrauer, die auf prämierte Bierrezepte stehen

VHD Rezepte

TLDR

Der VHD (Verein der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland) hat eine Rezeptbroschüre mit 103 prämierten Wettbewerbsrezepten veröffentlicht. Für 9,90 € bekommst du geballte Inspiration von 2014 bis heute. Ob Einsteiger oder Fortgeschrittener: Das Ding lohnt sich.

Ich hab die VHD Rezeptbroschüre jetzt schon ein paar Monate auf dem Schreibtisch liegen. Und ich greife immer wieder danach. Nicht weil ich jedes Mal ein Rezept nachbrauen will, sondern weil es einfach Spaß macht, darin zu stöbern. Mal blättere ich gezielt zu einem Bierstil, mal lasse ich mich einfach treiben und bleibe an einem Rezept hängen, das ich so nie auf dem Schirm gehabt hätte.

Die Broschüre weckt Brau-Lust und inspiriert selbst erfahrene Hobbybrauer.

Die VHD Rezeptbroschüre könnt ihr hier bestellen.

Was steckt drin?

103 prämierte Rezepte. Keine zusammenkopierten Internet-Rezepte, die niemand je gebraut hat, sondern echte Wettbewerbssieger. Jedes Jahr veranstaltet der VHD seinen Wettbewerb mit drei Bierstilen, und die jeweils ersten drei Plätze jedes Jahrgangs sind in der Broschüre abgebildet. Los geht’s ab 2014, durchgehend bis heute (mit Ausnahme von 2020, da fiel der Wettbewerb aus).

Bevor die Rezepte starten, gibt es eine saubere Einführung: ein paar Worte vom Verein, die Historie des VHD, eine Übersichtstabelle aller Gewinner und eine hilfreiche Seite, die erklärt, wie man die Rezepte liest. Was bedeuten die Angaben zur Schüttung? Was sagen die Werte zur Stammwürze aus? Gerade für Einsteiger ist das super, weil man nicht ins kalte Wasser geworfen wird.

Dann geht es los mit den einzelnen Bierstilen, sortiert nach Kategorien. Und jedes Rezept ist komplett aufgeschlüsselt: Schüttung, Maischplan mit allen Rasten und Temperaturen, Hopfengaben mit Zeitpunkten und Mengen, Gärführung inklusive Hefewahl. Dazu gibt es zu jedem Bierstil eine eigene Beschreibung und richtig schöne Bilder, die sofort Lust machen, selbst den Kessen anzuwerfen.

Warum prämierte Rezepte wichtig sind

Viele Rezepte im Internet taugen nichts. Sie wurden nie gebraut, sind theoretische Konstrukte oder irgendwo zusammenkopiert. Du weißt nicht, ob das Ergebnis trinkbar wird, bis du es selbst ausprobiert hast. Und dann stehst du da mit 25 Litern und einem Bier, das leider nicht schmeckt.

Bei den Rezepten in der VHD-Broschüre ist das anders. Jedes einzelne wurde tatsächlich gebraut, eingereicht und von einer Jury bewertet. Das sind keine Ideen auf dem Papier, sondern Biere, die Menschen überzeugt haben. Wenn du eines davon nachbraust, startest du mit einem echten Vertrauensvorschuss.

Ein Blick ins Detail: Black IPA und Export

Um dir ein Gefühl dafür zu geben, wie detailliert die Rezepte aufgebaut sind, schauen wir uns zwei Beispiele an.

Black IPA: Hier findest du den Erst- und Zweitplatzierten von 2024 direkt nebeneinander. Der Erstplatzierte (Hans Heidingsfelder) setzt auf 21,5 °P Stammwürze mit einer Schüttung aus Pilsner Malz, Münchner Malz, Caramünch und Black Swean B. Der Maischplan startet bei 55 °C und geht über drei Rasten bis zum Abmaischen bei 77 °C. Bei den Hopfengaben wird kräftig gestopft: Apollo als Bittergabe, dann Citra und Amarillo in mehreren Gaben, und nochmal 500 g Stopfhopfen mit Amarillo, Citra und Simcoe für fünf Tage.

Der Zweitplatzierte (Ulf Hofferbert) geht es ganz anders an: 15,5 °P Stammwürze, sechs Rasten statt drei, Haferflocken in der Schüttung für mehr Körper, Chocolate Malt als Kaltauszug und eine LalBrew BRY-97 statt einer obergärigen Trockenhefe bei 26 °C. Allein dieser Vergleich zeigt dir, wie unterschiedlich die Ansätze zum Bierstil sein können.

Schöne Grüße gehen außerdem raus an Maximilian Borm, der als Drittplatzierter für das Black IPA ebenfalls in der Broschüre auftaucht. Maxi ist ein langjähriger Hobbybrauer Freund und engagiert sich als Moderator in unserer Braunauten Discord Community.

Export: Neben den Rezepten gibt es hier eine ganze Info-Seite zum Bierstil. Du erfährst, warum das Bier „Export“ heißt, warum es stärker eingebraut wurde (mindestens 12,0 °P Stammwürze) und wie es sich vom Märzen unterscheidet. Dazu die Geschichte des Münchener Export als dunkles, weniger hopfenbetontes Bier und des Dortmunder Export als Arbeiterbier im Kohle- und Stahlrevier. Solche Hintergrund-Infos machen die Broschüre auch dann lesenswert, wenn du gerade gar nicht vorhast, etwas zu brauen.

Für wen ist die Broschüre?

Für jeden Hobbybrauer.

Einsteiger finden klassische Stile wie Pale Ale oder Weizenbier mit erprobten Rezepten, die funktionieren. Kein Rätselraten, ob das Ergebnis trinkbar wird. Wer sich an untergärige Biere traut, findet Münchner Dunkel, fränkische Lager oder Bockbiere. Und für die Spezialisten gibt es Herausforderungen wie eine Goslar-Gose, bei der du die Säure über in der Maische einbringen musst.

Erfahrene Hobbybrauer holen sich hier Inspiration. Vielleicht einen Bierstil, den du schon lange nicht mehr gebraut hast. Oder einen Ansatz, auf den du selbst nie gekommen wärst. Ich hab mir zum Beispiel direkt drei Rezepte rausgeschrieben: einen dunklen Weizendoppelbock mit böhmischem Weizen-Tennenmalz in der Schüttung, ein norddeutsches Rotbier und einen Klosterbock. Beim Durchstöbern läuft einem wirklich das Wasser im Mund zusammen.

Was ich besonders spannend finde: Du siehst pro Jahrgang immer drei Rezepte zum gleichen Bierstil nebeneinander. Platz eins, zwei und drei. Da kannst du direkt vergleichen: Was hat der Erstplatzierte anders gemacht? Welche Schüttung, welche Hopfenkombination, welche Hefe? Man kann sich fragen: „Warum hat Platz eins gewonnen? Was hat Platz zwei oder drei anders gemacht?“ Allein durch dieses Vergleichen lernt man unglaublich viel, auch ohne selbst zu brauen.

Der VHD und was er für die Szene tut

Der VHD (Verein der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland) ist deutschlandweit aufgestellt und hat überall Ansprechpartner für Hobbybrauer. Gerade für Einsteiger, die noch niemanden kennen in der Szene, ist das Gold wert. Du brauchst Hilfe bei deinem ersten Sud? Irgendwo in deiner Nähe gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit einen VHD-Ansprechpartner.

Jedes Jahr findet an einem wechselnden Ort in Deutschland das große Event-Wochenende statt, bei dem die Wettbewerbssieger gekürt werden. Dazu kommen weitere Veranstaltungen übers Jahr verteilt. Der Verein fördert die Hobbybrauer-Szene in Deutschland wie kaum eine andere Organisation und sorgt dafür, dass unser Hobby sichtbar bleibt und wächst.

Aufmachung und Preis-Leistung

Schon beim Auspacken hatte ich einen kleinen Wow-Effekt. Die Broschüre fühlt sich hochwertig an. Eine schön illustrierte Titelseite mit toller Haptik, schwarzer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Bier im Vordergrund. Das sieht nicht nach liebloser Vereinsbroschüre aus, sondern nach einem Produkt, in das jemand echte Arbeit gesteckt hat.

76 Seiten, 210 × 280 mm, durchgehend farbig bebildert. Für 9,90 € Schutzgebühr plus 2,50 € Versand. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist grandios. Für unter 13 Euro bekommst du eine riesige Palette an geprüften Rezepten, visuell gut aufbereitet mit Beispielbildern, Tipps und Bierstil-Infos. Der Preis ist absolut gerechtfertigt.

Die Broschüre taugt übrigens auch hervorragend als Geschenk. Wenn du einen Hobbybrauer im Freundeskreis hast, der immer nach neuen Rezepten sucht: Hier hast du dein nächstes Geburtstagsgeschenk.

Mein Fazit

Die VHD Rezeptbroschüre schafft genau das, was ein gutes Braubuch tun sollte: Inspiration und Motivation für den nächsten Sud. Aufschlagen, nach Bierstilen suchen oder einfach stöbern und sich treiben lassen. Und dabei immer wissen, dass die Rezepte funktionieren, weil eine Jury sie ausgezeichnet hat.

Ja, es ist Werbung in der Broschüre. Das ist bei solchen Projekten üblich und hilft, das Ganze zu finanzieren. Stört mich persönlich überhaupt nicht.

Rundum gelungen, da gibt es nichts zu meckern. Meine Kaufempfehlung.

Die VHD Rezeptbroschüre könnt ihr hier bestellen.

Hast du die Broschüre schon? Welches Rezept würdest du als Erstes nachbrauen? Schreib’s mir in die Kommentare.

Autor

  • Tobias Meyknecht, Malzknecht

    Tobias Meyknecht ist der Gründer und Autor von Malzknecht, einem Blog für Hobbybrauer, die tiefer in die Kunst des Brauens eintauchen möchten. Mit über 10 Jahren Erfahrung im Bierbrauen konzentriert sich Tobias auf praktisches Handwerkswissen und experimentelle Brauverfahren.

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