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BrewBrain Float Pro im Praxistest – Digitale Gärüberwachung

Mein ausführlicher Test des Brewbrain Float Pro. Ich zeige dir alle Vorteile des Geräts und gehe wie immer auch auf die Verbesserungspotenziale ein.

TLDR

Ich habe den BrewBrain Float Pro in meinem ersten Sud getestet. Das Gerät ist solide verarbeitet, die Gyro-Steuerung clever durchdacht und die Messgenauigkeit überraschend gut. Digitale Spindeln ersetzen keine klassische Messung – sie ergänzen sie sinnvoll. Gesponsert, aber ich zeige dir trotzdem ehrlich, wo es hakt und wo es glänzt.

Bevor wir loslegen: Ja, dieser Testbericht ist durch Brewbrain gesponsert, aber meine Glaubwürdigkeit ist mir wichtiger als jede Kooperation. Daher bekommst du hier die ehrliche Einschätzung – mit allem, was gut läuft und wo es Verbesserungspotenzial gibt.

Brewbrain Float Pro

Was sind digitale Spindeln überhaupt?

Falls du noch nie von digitalen Spindeln gehört hast: Das sind schwimmende Geräte, die du während der Gärung in deinen Gäreimer wirfst. Sie messen kontinuierlich den Gärverlauf, ohne dass du den Deckel öffnen musst.

Die Technik dahinter ist eigentlich clever. Eine klassische Bierspindel funktioniert nach dem Archimedischen Prinzip – je tiefer sie einsinkt, desto geringer die Dichte der Würze. Digitale Spindeln wie der BrewBrain Float Pro nutzen stattdessen einen Beschleunigungssensor (Gyrometer), der den Neigungswinkel des schwimmenden Geräts misst.

Wenn Zucker in Alkohol und CO2 umgewandelt wird, verändert sich die Dichte der Flüssigkeit. Das Gerät kippt dadurch anders, und daraus lässt sich der Vergärungsgrad berechnen.

Klingt nach Magie? Ist es nicht. Es ist Physik – mit allen Einschränkungen, die dazugehören.

Erster Eindruck – Das Gerät fühlt sich verdammt gut an

Als ich den BrewBrain Float Pro ausgepackt habe, war mein erster Gedanke: Die Verpackung ist professionell, das Gerät macht einen hochwertigen Eindruck. Es ist gut verarbeitet, keine scharfen Kanten, fühlt sich robust an.

Das Gehäuse ist aus Kunststoff, aber kein billiges Plastik. Es ist ein eigenes Design, kein zweckentfremdeter Behälter. Verschraubt mit Dichtung, druckresistent bis 2 bar.

Haptisch hat mich das Gerät überzeugt. Es fühlt sich an wie ein Werkzeug, das halten wird.

Wichtig: Laut Brewbrain sollte man das Gerät nicht aus dem Gehäuse nehmen, um es vor elektrischen Entladungen durch die Hand zu schützen. Das Laden kann angeblich Wireless erfolgen, oder man schraubt eben nur die Kappe ab und lädt es dann.

Die Ersteinrichtung – Wo ich zu ungeduldig war

Hier wird es ehrlich: Die Ersteinrichtung war nicht sofort selbsterklärend. Ich war zu ungeduldig und habe die Anleitung ignoriert – klassischer Fehler.

Auf der Verpackung steht nur „Getting Started, Step 1: Flip Upside Down“. Klingt einfach. Aber was nicht draufsteht: Das Gerät hat drei Modi, die durch Drehen gesteuert werden.

  • Aufrecht (auf dem Kopf): Setup-Modus – hier baut das Gerät ein WLAN auf, du verbindest dich und gibst deine WLAN-Daten ein
  • Schwimmend (im Gäreimer): Messmodus – das Gerät sendet Daten
  • Liegend (auf dem Tisch): Aus-Modus – spart Akku

Das ist eigentlich clever durchdacht. Ich habe es erst richtig verstanden, nachdem ich die Online-Anleitung gelesen habe. Die ist sehr textlastig, wenig visuell, aber erklärt die Abfolge präzise.

Mein Tipp: Lies die Anleitung. Wirklich. Ich weiß, das sagt niemand gerne, aber hier ist es wichtig.

Die Gyro-Steuerung – Cleverer als gedacht

Nachdem ich verstanden hatte, wie die drei Modi funktionieren, fand ich das System eigentlich ziemlich clever. Du brauchst keine Knöpfe, keine Schalter. Das Gerät erkennt durch den Gyrometer, in welcher Position es sich befindet.

Ein Gyrometer misst die Winkelgeschwindigkeit – also Drehbewegungen um eine Achse. Dadurch kann das Gerät seine Position ohne externe Referenz bestimmen. Das ist die gleiche Technologie, die in Smartphones steckt.

In der Praxis bedeutet das: Du stellst das Gerät auf den Kopf, es geht in den Setup-Modus. Du wirfst es in den Gäreimer, es schwimmt und sendet. Du legst es hin, es schaltet sich aus. Kein Fummelei mit winzigen Knöpfen.

Das ist durchdachtes Design.

Kalibrierung im SG-Modus – Erfordert Aufmerksamkeit

Jetzt wird es etwas technischer. Die Kalibrierung ist der Teil, der am meisten Aufmerksamkeit erfordert.

Laut Anleitung sollte das Gerät ab Werk gut kalibriert sein. Ich habe es trotzdem gemacht, um zu testen, wie es funktioniert. Und hier liegt das Problem: Du musst im Specific Gravity (SG) Modus kalibrieren. Grad Plato geht nicht.

Warum? Vermutlich weil die ganze Berechnung auf SG basiert. Das ist ein internationaler Standard für solche Geräte. Für uns im DACH-Raum, die mit Grad Plato arbeiten, bedeutet das einen Extra-Schritt: Du musst auf SG umstellen, den SG-Wert ablesen eintragen und kannst erst danach wieder auf Grad Plato umstellen.

Die Kalibrierung selbst folgt einer klaren Abfolge: Du stellst das Gerät in den Setup-Modus, startest in der Weboberfläche eine Kalibrier-Dokumentation (die aussieht wie ein normaler Gärverlauf), wartest bis das Gerät ein paar Mal gemessen hat, trägst den Wert ein.

Ich habe es beim ersten Mal nicht sauber hinbekommen, weil ich zu schnell war. Beim zweiten Mal mit mehr Geduld hat es problemlos funktioniert.

Messgenauigkeit – Überzeugend für den Alltag

Jetzt zur wichtigsten Frage: Wie genau misst das Ding?

Kurze Antwort: Überzeugend. Nicht laborpräzise, aber absolut brauchbar für Hobbybrauer.

Ich habe vor dem Gären mit meiner klassischen Spindel gemessen und dann den Float Pro reingeworfen. Die Werte waren ähnlich, mit einer kleinen Abweichung. Das ist normal.

Warum? Weil digitale Spindeln keine Präzisionsinstrumente sind. Sie schwimmen im Gäreimer, können gegen die Wand stoßen, in Kräusen hängen bleiben, oder durch CO2-Blasen beeinflusst werden. Die iSpindel – ein vergleichbares DIY-Projekt – wird explizit beschrieben als Gerät, das „kein Präzisions-Messinstrument sein will, sondern nur den Extraktabbau über die Zeit darstellen kann.“

Das gilt für alle digitalen Spindeln. Auch für den BrewBrain Float Pro.

In meinem Sud war die Kurve relativ sauber. Es gab einen Knick nach oben, aber das lag daran, dass ich während der Gärung Rohrohrzucker hinzugegeben habe (belgisches Blond Ale). Das Gerät hat darauf reagiert – die Kurve ist wieder hochgegangen. Das zeigt: Es funktioniert.

Ich würde trotzdem nicht ausschließlich auf die digitale Spindel vertrauen. Ich messe nach wie vor klassisch am Anfang und am Ende – die digitale Spindel nutze ich als durchgehende Überwachung während der Gärung. Genau dafür ist sie gemacht.

Mit dem Brewbrain Float Pro könnt ihr angeblich sogar Gärstockungen feststellen, oder euch informieren lassen, wann es Zeit fürs Hopfenstopfen ist.

Die Cloud-Anbindung – Komfortabel mit kleinem Haken

Der BrewBrain Float Pro sendet alle Daten in die Cloud. Das hat Vorteile: Du kannst von überall aus auf deine Gärverläufe zugreifen, sie mit anderen teilen, in Gruppen diskutieren.

Aber es hat auch einen Nachteil: Du bist abhängig vom Anbieter. Wenn BrewBrain irgendwann den Server abschaltet, sitzt du auf der Hardware, die nicht mehr funktioniert.

Ist das ein Dealbreaker? Für mich nicht. Die Daten selbst sind unkritisch – es geht um Bier, nicht um Bankdaten. Die Abhängigkeit bleibt natürlich bestehen. Fairerweise muss man sagen: Andere Hersteller machen das genauso. Das ist kein spezifisches Problem des Float Pro, sondern der Standard bei digitalen Spindeln.

Ich finde es wichtig, das transparent zu machen. Du solltest wissen, wie das System funktioniert – dann kannst du selbst entscheiden, ob dir der Komfort die Abhängigkeit wert ist.

Das Anzeige-Thema – Kleiner Wermutstropfen

Ein Punkt, der mir aufgefallen ist: Die automatische Skalierung der Anzeige.

Wenn du den Gärverlauf in der App anschaust, beginnt die Skala bei deinem höchsten gemessenen Grad-Plato-Wert (z.B. 12 °P). Soweit so gut. Aber die untere Seite der Skala ist nicht bei 0 °P, sondern bei -40 °P.

Das bedeutet: Die ganze Kurve spielt sich im oberen Viertel der Anzeige ab. Du siehst kaum Details, die Kurve ist extrem schmal.

Die Lösung: Du markierst den ganzen Gärverlauf von Anfang bis Ende und zoomst rein. Dann skaliert die App neu und zeigt die Kurve vernünftig an. Aber das sollte automatisch passieren, nicht manuell.

Ich weiß nicht, ob ich etwas falsch gemacht habe oder ob das standardmäßig so läuft. Es lässt sich mit einem Handgriff beheben, sollte aber idealerweise automatisch optimiert sein.

Batterielaufzeit, Druckstabilität und Edelstahl-Tauglichkeit

Ein paar technische Details, die funktionieren:

  • Batterielaufzeit: Das Gerät hält mehrere Wochen durch. Ich habe es während meines Sudes nicht aufladen müssen.
  • Druckstabilität: Bis 2 bar. Das reicht im Hobbybereich.
  • Edelstahl-Tauglichkeit: Kein Problem. WLAN ging bei mir sehr gut durch.

Diese Dinge funktionieren einfach. Keine Überraschungen, keine Probleme.

Integration und Community – Unterschätzter Mehrwert

Der BrewBrain Float Pro lässt sich mit Brewfather integrieren – das habe ich selbst getestet und es funktioniert einwandfrei. Alle 15 Minuten sendet das Gerät einen Messpunkt an Brewfather, und du siehst dort direkt den Vergärungsfortschritt in deinem Sud. Das ist verdammt praktisch, wenn du ohnehin mit Brewfather arbeitest.

Du kannst deine Sude auch öffentlich machen und mit anderen Brauern in der BrewBrain-Community diskutieren.

Die Brewfather-Integration ist für mich ein wichtiges Feature – sie macht die digitale Spindel zum Teil deines Prozesses, da du im Grunde genommen gar nicht mehr die Weboberfläche von Brewbrain benötigst.

Für wen lohnt sich das Gerät?

Jetzt die ehrliche Frage: Solltest du dir den BrewBrain Float Pro kaufen?

Das Gerät lohnt sich, wenn:

  • Du regelmäßig braust und den Gärverlauf überwachen willst, ohne den Deckel zu öffnen
  • Du Druckgärung machst und wissen willst, wann du karbonisieren kannst
  • Du von unterwegs checken willst, ob die Temperatur passt oder ob es Probleme gibt
  • Du Spaß an Daten hast und deine Gärverläufe analysieren willst

Das Gerät lohnt sich nicht, wenn:

  • Du nur gelegentlich braust und mit klassischer Messung zufrieden bist
  • Du ein knappes Budget hast – das Geld ist in bessere Rohstoffe oder Temperaturkontrolle besser investiert
  • Du erwartest, dass die digitale Spindel deine klassische Spindel ersetzt – das tut sie nicht

Die digitale Spindel macht Spaß, den Gärverlauf zu beobachten, ohne den Gäreimer zu öffnen. Aber ich messe nach wie vor klassisch am Anfang und am Ende. Die digitale Spindel ist ein Zusatz, kein Ersatz.

Fazit – Solides Gerät mit Ecken und Kanten

Der BrewBrain Float Pro ist ein gut verarbeitetes Gerät mit clever durchdachter Gyro-Steuerung und überzeugender Messgenauigkeit für den Hobbybereich. Die Kalibrierung erfordert etwas Aufmerksamkeit, die Anzeige-Skalierung könnte optimiert werden, und die Cloud-Anbindung ist komfortabel mit dem üblichen Haken der Anbieterabhängigkeit.

Aber es funktioniert verdammt gut. Es macht genau das, wofür es gebaut wurde: Den Gärverlauf zuverlässig überwachen, ohne den Deckel zu öffnen und Kontaminationsrisiken einzugehen.

Ist es ein Must-Have? Nein. Ist es ein durchdachtes Werkzeug für Leute, die regelmäßig brauen und ihre Gärung im Blick behalten wollen? Definitiv ja.

FAQ – Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Autor

  • Tobias Meyknecht, Malzknecht

    Tobias Meyknecht ist der Gründer und Autor von Malzknecht, einem Blog für Hobbybrauer, die tiefer in die Kunst des Brauens eintauchen möchten. Mit über 10 Jahren Erfahrung im Bierbrauen konzentriert sich Tobias auf praktisches Handwerkswissen und experimentelle Brauverfahren.

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1 Gedanke zu „BrewBrain Float Pro im Praxistest – Digitale Gärüberwachung“

  1. Ich hab das Gerät auch, und einen alten. Bei mir ist aber der Float Pro irgendwie falsch eingestellt, denn anstelle dass während der Gärung der Plato Wert nach unten geht, ist dieser immer weiter gestiegen. Irgendwann war er dann bei 45°P, von 11 an gestiegen. Der alte Float hingegen ging von 11 runter auf 1,64°P. Was wesentlich mehr Sinn macht. Leider hat der Support sich diesbezüglich noch nicht gemeldet, obwohl dieser meine Nachricht jetzt schon seit 10 Tagen hat. Und genau das kritisiere ich auch be Brebrain: Der Support ist eher träge, ansonsten bin ich mit dem alten Float sehr zufrieden (nutze ich seit drei Jahren), mit dem neuen bisher nur zufrieden mit dem neuen Gehäuse, was sehr wertig ist. Aber vielleicht meldet sich der Support ja irgendwann einmal, und wir können das Problem lösen

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